|


Ritterkreuzträger Eugen Brecht
Oberstleutnant, Infanterie

      
Eugen Alexander Brecht wurde am 02.04.1912 in Welzheim in
Württemberg geboren und trat am 04.04.1934 als Fahnenjunker dem 5.
Artillerie-Regiment bei, welches am 01.10.1934 zunächst in Artillerie-Regiment
Ulm umbenannt wurde. Von dort am 14.01.1935 auf die Infanterie-Schule
kommandiert, wechselt Brecht am 28.01.1936, mit Wirkung vom 13.02.1926, in die
II. Abteilung des Artillerie-Regiments 45, bzw. am 10.10.1937 in den Stab des
Artillerie-Regiments 51 nach Fulda.
Ab dem 15.10.1937 Adjutant der III. Abteilung des Artillerie-Regiments 15,
übernimmt er mit Wirkung vom 01.10.1938 den Posten des Chefs der 9. Batterie. Da
diese Abteilung dem Artillerie-Regiment 51 unterstellt war, nimmt er im Zuge des
Beginns des 2. Weltkrieges, an der Sicherung der Saarpfalz an der Westgrenze des
Deutschen Reiches und anschließend an den Kampfhandlungen im Westen teil.
Mit Wirkung vom 18.05.1940 in die Führer-Reserve nach Jüterbog kommandiert,
erhält er mit Wirkung vom 05.06.1940 eine Kommandierung in den Stab des
Artillerie-Kommandeurs 125. Mit Wirkung vom 16.06.1940 wird er dann als Offizier
zbV. dorthin versetzt.
Nach Beginn des Ostfeldzuges, wird er am 14.11.1941 dem II. Bataillon des
Infanterie-Regiments 11 (mot.) zugeteilt, um dort für die Dauer von vier Wochen
auf den Generalstabs-Lehrgang vorbereitet zu werden. Dabei übernimmt er am
27.11.1941 die Führung der 6. Kompanie, nachdem der bisherige Chef der Kompanie,
der spätere Ritterkreuzträger Oberleutnant Engelhard, schwer verwundet wurde.
Kurze Zeit später wird Brecht dann zum Chef der Kompanie ernannt.
Am 22.12.1941 erfolgte dann eine Kommandierung Brechts zum Generalkommando des
LVI. Panzer-Korps, bis er vom 23.01. bis zum 06.03.1942 die Führung des II.
Bataillons des Infanterie-Regiments 11 (mot.) übernimmt, da der bisherige
Bataillons-Führer Oberleutnant Schroeder gefallen war. Im späteren
Ritterkreuzvorschlag wird Brecht bereits während dieser Zeit lobend erwähnt,
wobei er sich hervorragend bewährte.
Mit Wirkung vom 01.03.1942 dann unter gleichzeitiger Kommandierung zur 330.
Infanterie-Division in die Führer-Reserve versetzt, übernimmt er dort zeitweise
die Vertretung des Ia und Ib, neben seiner Generalstabsausbildung. Vom 15.04.
bis zum 01.05.1942 in einem Waffenkommando in der Nachrichten-Kompanie der
Division, übernimmt Brecht vom 11.06. bis zum 03.07.1942 die Vertretung des Ia
der 205. Infanterie-Division.
Am 03.08.1942 erfolgte eine Kommandierung zum Pionier-Bataillon 330, wo er
zeitweise mit der Führung der 2. Kompanie beauftragt wird. Anschließend erhält
er mit Wirkung vom 01.09.1942 eine Kommandierung in den Stab des XXIII.
Armee-Korps, wo er als Ic seine Generalstabsausbildung weiterführt. Dem schloss
sich mit Wirkung vom 29.11.1942 die Versetzung zu den Generalstabs-Lehrgängen an
der Kriegsakademie Berlin an.
Nach Ende dieser Lehrgänge wird er mit Wirkung vom 01.03.1943 als Ib in den
Stab der 131. Infanterie-Division versetzt. Gleichzeitig wird er mit Wirkung vom
01.03.1943 in den Generalstab kommandiert und schließlich mit Wirkung vom
01.08.1943 versetzt.
Für die Zeit vom 23.07. bis zum 19.08.1943 übernimmt Brecht in Vertretung die
Geschäfte des Ia der Division. Der Division war es nach harten Kämpfen am Mittag
des 12.08.1943 gelungen, einen Einbruch des Gegners in den Rücken der Division
vom Vortage beim rechten Nachbarn mit allen Teilen abzuwehren. Gleichzeitig
stellten sich im Waldgebiet von Nikolskij zwei, von Panzern unterstütze,
gegnerische Division bereit. Die Gefahr bestand nun, daß die kaum ausgebaute und
nicht mit ausreichenden Mitteln gesicherte Hauptkampflinie, gegen diese Kräfte
nicht zu Halten war. Daher erfolgte um 16.30 Uhr der Befehl zum Ausweichen in
der Nacht vom 12. auf den 13.08.1943 durch das LVI. Panzer-Korps in die
Barbarossa-Stellung. Nach mehrfach abgewehrten Angriffen des Gegners auf
Ssingowo, Kowylnja und Sslobodka, gelang es dem Gegner jedoch gegen 16.15 Uhr
bei der Teilen der AA 14 bei Skrydlowo. Auch der Schlüsselpunkt Astaschowo der
Division an der Rückzugsstrasse, konnte von wenigen Pionieren nicht mehr
gehalten werden. Der Gegner greift hier gegen 16.45 Uhr in Bataillons-Stärke an
und bricht schließlich in die Verteidigung ein. Der stellvertretende Ia der
Division Brecht, der bereits alle Vorkehrungen für eine Verlegung des Stabes
nach Woronowka, wo die Division gegen 19.00 Uhr den befehl über den
Ssingowo-Abschnitt übernehmen sollte, getroffen hatte, erhielt nun vom
Divisionskommandeur den Auftrag mit den letzten Reserven, zwei Sturmgeschützen
und einen Alarm-Zug, bestehend aus dem Rahmen-Stab des Feld-Ersatz-Bataillons
131 und den Troßteilen der Veterinär-Kompanie, die Lage bei Astaschowo zu
bereinigen und die Verbindung nach Skrydlowo wiederherzustellen. Gegen 17.15 Uhr
gelingt es Brecht mit weiteren Fahrern und Versprengten in Astaschowo
einzudringen. Gegen 18.20 Uhr ist die Ortschaft vom Gegner geräumt. Dabei
erkennt Brecht einen weiteren Feindangriff. Nach starken Vorbereitungsfeuer
greift der Gegner gegen 18.15 Uhr Petrowo in Regiments-Stärke an. Die dort
stehenden teile der Beobachtungs-Abteilung 8 werden auf Kowylnja-Nord
zurückgedrängt. Der Gegner besetzt Petrowo und dringt weiter nach Norden vor,
wobei erste Teile den Kowylinka-Grund überschreiten und somit erneut die
Rückzugsstraße der Division bedrohen.
Der Auftrag die Verbindung nach Skrydlowo herzustellen, ist damit überholt, da
der Feindruck bei Petrowo für die Division verheerender werden kann. Da keine
Reserven mehr zur Verfügung stehen, entschließt sich brecht mit seiner
Kampfgruppe, sowie Teilen der Leichten Beobachtungs-Abteilung 8, den Gegner in
der Flanke anzugreifen, um so den Angelpunkt des Rückzuges der Division wieder
fest in die Hand zu bekommen. Die Sturmgeschütze können dabei jedoch nicht nah
genug an Petrowo herankommen und werden schließlich mit Feuerunterstützung aus
Richtung Astaschowo beauftragt. Brecht selbst gelingt es den Grund am
Nordwesteingang Petrowos zu gewinnen und dringt dann unter Hurra-Rufen gegen
19.35 Uhr in die Ortschaft ein. Nach schweren Nahkämpfen gelingt es den Gegner
aus der Ortschaft zu vertreiben. dabei bleiben 250 bis 300 tote sowjetischen
Soldaten zurück, sowie bereits in Stellung gebrachte Artillerie. Brecht selbst
wird dabei aber durch einen Gewehrschuss an der rechten Hüfte verwundet.
Gegen 19.15 Uhr drang der Gegner jedoch aus Richtung Skrydlowo erneut in
Astaschowo ein. Damit ließ Brecht die Masse seiner Kampfgruppe in Petrowo zurück
und zog erneut gegen die Ortschaft Astaschowo. Nach erneuten schweren
Nahkämpfen, wobei die Gruppe Brecht mehrmals eingeschlossen wird. Auch die
Sturmgeschütze haben sich mittlerweile verschossen. Dennoch gelingt es die
Ortschaft gegen 21.00 Uhr vom Gegner zu säubern. Von der Abwehr beeindruckt
unterlässt es der Gegner bei einbrechender Dunkelheit über Astaschowo und
Petrowo auf die Rückzugsstrasse der Division weiter anzugreifen. Damit meldete
Brecht um 21.15 Uhr die freie Rückzugsstraße, womit sich die Division gegen
21.30 Uhr planmäßig lösen konnte und schließlich am 13.08.1943 über Astaschowo
bzw. Dubrowka den drohenden Einschließung entkommen konnte. Damit war es Brecht
zu verdanken, daß die Division nicht eingeschlossen werden konnte und auch die
Nachbar-Division planmäßig zurückgehen konnte. Damit schuf er auch die
Vorraussetzungen zum Angriff der Division auf Malistowo-Boltutino am 13.08.1943
und den Einsatz der beiden Division in der neuen rückwärtigen Stellung, womit
ein Durchbruch durch die Stellungen des LVI. Panzer-Korps verhindert werden
konnte. Anschließend verblieb Brecht trotz Verwundung bei der Führungs-Abteilung
der Division und führte die Geschäfte des Ia, bis zur Rückkehr des eigentlichen
Ia, weiter. Der Kommandeur der Division Generalleutnant Meyer-Buerdorf, schlägt
ihn dafür am 26.08.1943 zum Ritterkreuz vor, welches ihm am 03.10.1943, als
Major i.G. und Ib der 131. Infanterie-Division, verliehen wird.
Mit Rückkehr des Ia, kehrt Brecht in seine Dienststellung als Ib zurück,
übernimmt aber vom 21.09. bis zum 15.10.1943 erneut die Geschäfte des Ia.
Anschließend mit Wirkung vom 15.10.1943 zum Ia der 14. Infanterie-Division
ernannt, übernimmt er vom 04.05. bis zum 28.05.1944 vertretungsweise die Führung
des Grenadier-Regiments 11.
Am 04.06.1944 zum Deutschen Kreuz in Gold eingereicht, wird dieser Vorschlag
jedoch am 02.07.1944 abgelehnt.
Im Verlauf der sowjetischen Großoffensive im Juni 1944 werden die Restteile der
14. Infanterie-Division am 27.06.1944 bei Krugloje versammelt. Beim
Gefechtsstandwechsel des Divisionsstabes blieb Brecht im alten zurück, da er
erst nachfolgen sollte, sobald der neue eingerichtet worden war. Die Restgruppe
der Division wurde jedoch bei Krugloje eingeschlossen und schlug sich
schließlich unter Führung des Kommandeurs des Grenadier-Regiments 11, Oberst
Walter, nach Westen durch. Dabei übernahm Brecht eine eigene Kampfgruppe und
führte diese bis zur Beresina, wo sie erneut eingeschlossen wurde. Brecht bewies
erneut Tatkraft und Tapferkeit und führte die Kampfgruppe auf das andere Ufer.
Da es hier nicht mehr möglich war die Gruppe geschlossen zu führen, wurde diese
in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Brecht, selbst Führer einer solchen Gruppe
versuchte sich dann mit dieser nach Westen durchzuschlagen. Die letzte Nachricht
stammt vom Unteroffizier Wallner, aus der Stabs-Kompanie des GR 11, der Brecht
am 07.07.1944 ca. 50-80 Kilometer südwestlich Minsk im Volkswagen an der Spitze
von ca. 8 Fahrzeugen sah. Von den anderen Offizieren kam ihm keiner weiter
bekannt vor. Somit gilt Brecht seit dem 07.07.1944 als vermisst.
Am 21.11.1944 wurde er erneut zum Deutschen Kreuz in Gold vorgeschlagen, wobei
dieser Vorschlag am 29.11.1944 wiederum abgelehnt wurde. Zuvor wurde er am
20.10.1944, mit Wirkung vom 01.08.1944, zum Oberstleutnant i.G. befördert.
|
Beförderungen |
|
Auszeichnungen |
|
Gefreiter |
01.10.1934 |
|
Dienstauszeichnung IV. Klasse |
31.05.1938 |
|
Unteroffizier |
01.12.1934 |
|
Schutzwall-Ehrenzeichen |
20.03.1940 |
|
Fähnrich |
15.06.1935 m. Wirk. v. 01.06.1935 |
|
Eisernes Kreuz II. Klasse |
21.06.1940 |
|
Oberfähnrich |
25.10.1935 m. Wirk. v. 01.10.1935 |
|
Eisernes Kreuz I. Klasse |
01.09.1941 |
|
Leutnant |
20.04.1935 -1400- m. Wirk. v. 01.04.1936(273)) |
|
Medaille Winterschlacht im Osten |
20.07.1942 |
|
Oberleutnant |
31.12.1938 -200- m. Wirk. v. 01.01.1938 (RDA v. 01.01.1939(268)) |
|
Verwundetenabzeichen in Schwarz |
12.08.1943 |
|
Oberleutnant |
18.03.1941 -1489- erh. neues RDA v. 01.10.1938(468a)) |
|
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
03.10.1943 |
|
Hauptmann |
18.01.1942 -250- m. Wirk. v. 01.01.1942 (RDA v. 01.01.1942(178)) |
|
Nahkampfspange in Bronze |
14.10.1943 |
|
Hauptmann |
13.02.1942 -910- erh. neues RDA v. 01.06.1941(11a)) |
|
|
|
|
Hauptmann |
30.01.1943 -510- erh. neues RDA v. 01.06.1940(32a)) |
|
|
|
|
Major i.G. |
08.08.1943-5010- m. Wirk. v. 01.08.1943 (RDA v. 01.08.1943(20)) |
|
|
|
|
Oberstleutnant i.G. |
20.10.1944 -1602- m. Wirk. v. 01.08.1944 (RDA v. 01.08.1944(58)) |
|
|
|
EHRE SEINEM
ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:
|