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Ritterkreuzträger Wilhelm Bredemeier
Oberfeldwebel, Gebirgsjäger

Wilhelm Heinrich Ludwig Bredemeier wurde am 19.01.1916 in Herford als Sohn des Bauschreiners Wilhelm Bredemeier geboren, kam dann an die Volks- und Gewerbeschule Herford, legte eine Gesellenprüfung im Bauschreinergewerbe bei der Firma Wilhelm Johstmeyer in Herford ab, absolvierte vom 01.10.1936 bis zum 24.03.1937 seinen Arbeitsdienst in Neubeckum i.W., zuletzt als Vormann und trat am 05.11.1937 der Wehrmacht bei.
Zunächst gehörte er dem Infanterie-Regiment 91 in Lindau i.B. an, mit dem er am Polen-Feldzug teilnahm. Während des anschließenden Frankreich-Feldzugs zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und verlegte anschließend mit seinem Regiment auf den Truppenübungsplatz Heuberg bei Ulm, wo es im Zuge der Umstellung der 27. Infanterie-Division zur 17. Panzer-Division aus dem Verband ausschied und in das Gebirgs-Jäger-Regiment 91 umbenannt wurde. Damit kam Bredemeier in die Gebirgstruppe. Während des Frankreich-Feldzuges fiel sein Bruder Walter. Außerdem hatte Wilhelm noch zwei Schwestern.
Es folgte dann der Balkan-Feldzug, wo sich Bredemeier das Infanterie-Sturmabzeichen verdiente.
Laut Meldung vom 02.06.1941 wechselte er von der 15. (Stabs) Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 91 in die 12. Kompanie des Regiments, welches zur 4. Gebirgs-Division gehörte. Nach Beginn des Ostfeldzuges, wobei sich Bredemeier zuvor in Serbien am Eisernen Tod befand, wird er im Februar 1942 bei Krasnyluz, nach den schweren Vormarschkämpfen in der Ukraine, wo er sich das Eiserne Kreuz I. Klasse verdiente, durch einen Granatsplitter an der linken Brustseite verwundet. Kurze Zeit später heiratete er am 19.06.1942 Annemarie Münch und zog zu seiner Ehefrau nach Annaberg im Erzgebirge.
Als Zugführer in der 12. Kompanie nimmt er an den schweren Kämpfen im Kaukasus teil. Dort erhielt am 28.08.1942 die Vorhut einer Kampfgruppe den Befehl den wichtigen Bgalar-Pass zu sichern. Als Spitze dieser Vorhut wurde der Zug bredemeier vorausgesandt. Im Morgengrauen traf Bredemeier mit einigen Jägern, nach schwerem Aufstieg, an dem Punkt ein, der ihm als Zielpunkt angegeben wurde. Hier erkannte er jedoch, daß sich der Pass erst einen Kilometer weiter südlich befand. Bredemeier wusste, daß der Gegner in Stärke von bis zu 500 Mann ebenfalls auf den Pass zumarschierte, womit sich Bredemeier ohne zu Zögern entschloss, trotz Ermüdung seiner Kameraden, auf den Pass vorzustoßen und ihn so schnell wie möglich in die eigene Hand zu bekommen.
Mit zwei Gruppen seines Zuges setze er den Aufstieg fort, erreichte den Pass und sah, daß sich vom Pass ein noch etwa 400 Meter langer, beiderseits jäh abfallender, Kamm entlangzog, der ebenfalls besetzt werden musste. Kurz vor dem Ende des Kammes prallte Bredemeier auf den Gegner. In den nächsten Stunden wogte der Kampf, geführt mit MPi und Handgranate, bis schließlich Verstärkungen der eigenen Kompanie eintrafen. In der folgenden Nacht, bei strömenden Regen, griff der Gegner erneut an und fasste schließlich auf dem Kamm Fuss. Auch hier ging Bredemeier zum Gegenangriff über und vertrieb den Gegner vom Kamm. Erst nach sechs Tagen und Nächten gab der Gegner seine Anstrengungen, in den Besitz des Kammes bzw. des Passes zu kommen, auf. Der Besitz des Kammes war von ausschlaggebender Bedeutung für weitere Operationen. Mit dem Sieg Bredemeiers lag Suchumi am Schwarzen Meer nur noch 22 Kilometer Luftlinie entfernt. Bredemeier erheilt dafür am 09.11.1942, als Feldwebel und Zugführer in der 12. (MG) Kompanie des Gebirgs-Jäger-Regiments 91, das Ritterkreuz. Anlässlich der Verleihung erhält Bredemeier Heimaturlaub und traf am 17.12.1942 in Annaberg ein. Ihm zu Ehren wurde am 22.12.1942 ein Empfang bereitet, bei dem er sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug.
Kurz darauf wird er am 26.11.1943 erneut verwundet und in ein Lazarett verlegt. Von dort kommt er mit Meldung vom 18.02.1944 in die 2. Genesenden-Kompanie des Gebirgs-Jäger-Ersatz-Bataillons 99 in Sonthofen. Dort wird er dann im rahmen der Kampfgruppe Gneisenau im Raum Omütz-Sillein eingesetzt.
Am 09.05.1945 in amerikanische Gefangenschaft geraten und im Lager Weiden in der Oberpfalz festgehalten, wird er am 03.07.1945 wieder entlassen.
Nach dem Krieg trat Bredemeier am 03.09.1956 dem Gebirgs-Jäger-Bataillon 104 in Mittenwald bei und wechselt am 01.01.1957 in die 3. Kompanie des Gebirgs-Jäger-Bataillons 8 in Mittenwald. Vom 16.10.1957 bis zum 15.03.1959 an der Gebirgs- und Winterkampfschule Mittenwald-Karwendel, legt Bredemeier vom 16.12.1957 bis zum 10.10.1958 den Führerschein der Klasse B ab und kommt am 16.03.1959 in die Lehrgruppe W der Infanterieschule Mittenwald. Am 01.12.1960 wechselt er dort in die Lehrgruppe Geb.W. und am 01.02.1963 als Hauptfeldwebel an die Kampftruppenschule IV in Mittenwald-Luttensee. Am 01.04.1968 durch das Kreiswehrersatzamt Kempten der Reserve III zugeordnet, absolviert er vom 08.05. bis zum 06.06.1970 eine Pflichtwehrübung beim VKK 613 als Hauptfeldwebel der Reserve in Kaufbeuren. In den Ruhestand wird er am 31.03.1968 entlassen.
Wilhelm Bredemeier, nie Mitglied der NSDAP oder deren Gliederungen, verstarb an 04.06.1995 in Lindenberg im Allgäu.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter 01.10.1938 Eisernes Kreuz II. Klasse 16.07.1940 (15.07.1940)
Unteroffizier 01.10.1939 Infanterie-Sturmabzeichen 12.07.1941
Feldwebel 01.09.1941 Eisernes Kreuz I. Klasse 19.12.1941
Oberfeldwebel 01.01.1943 Verwundetenabzeichen in Schwarz 08.03.1942
Oberfeldwebel (Bw) 17.01.1957 m. Wirk. v. 01.01.1957 unter gleichzeitiger Übernahme als Berufssoldat Bulg. Soldatenkreuz III. Klasse 17.03.1942
Hauptfeldwebel (Bw) 15.05.1959 m. Wirk. v. 01.03.1959 Medaille Winterschlacht im Osten 01.09.1942
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 09.11.1942
Nahkampfspange in Bronze 28.01.1944
Deutsches Sportabzeichen in Gold 16.12.1960
Verwundetenabzeichen in Silber 04.10.1967
Schützenschnur in Bronze 16.11.1967
Schützenschnur in Gold 01.12.1967

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