Hermann Breith wurde am 07.05.1892 als
Sohn eines Bankiers in Pirmasens/Pfalz geboren, besuchte für 3½
Jahre die Volksschule und dann für 7½ Jahre das Progymnasium in Pirmasens,
bzw. das Gymnasium in Kaiserslautern. Es schloss sich dann für 2½ Jahre die
Militär-Vorbereitungsanstalt des Dr. Fischer in Berlin an.
Am 16.04.1910 meldete er sich
dann als Fahnenjunker freiwillig zur Armee, wo er dem 7. Brandenb.
Infanterie-Regiment "Markgraf Karl" Nr. 60 in Weißenburg/Elsaß
zugeteilt wurde.
Von 1910 bis 1911 zur Kriegsschule Hersfeld kommandiert, erhält er am
10.11.1910 das Zeugnis der Reife zum Fähnrich. Nach seiner Ausbildung und der Beförderung zum Leutnant
gehörte er zu Beginn des 1.Weltkrieges weiterhin zum Infanterie-Regiment 60
und übernimmt dann ab dem 12.10.1914 die Führung einer MG-Kompanie im
Infanterie-Regiment 166, wo er am 05.12.1914 zum Adjutanten des III.
Bataillons ernannt wird.
Ab dem 12.04.1915 dann Führer einer MG-Kompanie im Infanterie-Regiment 60,
wird er dort am 04.09.1915 zum Adjutanten des Regiments ernannt.
Am 20.10.1917 in den Stab der 121. Infanterie-Division kommandiert, wird er
dort am 22.10.1917 zum Ordonnanz-Offizier ernannt und am 17.07.1918 mit der
Wahrnehmung der Geschäfte als Adjutant der 241. Infanterie-Brigade beauftragt.
it Kriegsende wird er am 18.07.1918 unter Beibehaltung der Adjutanturgeschäfte
zum Infanterie-Regiment 60 zurückversetzt, um aber am 14.08.1918 erneut den
Posten des Adjutanten der 241. Infanterie-Brigade zu übernehmen. Als solcher
wird er dann am 03.01.1919 in Bad Orb demobilisiert. Breith kämpfe im 1.
Weltkrieg durchgängig an der Westfront. Dabei erfolgten u.a. Einsätze an der
Somme, im Priesterwald, vor Verdun, in Flandern, an der Aisne und bei Cambrai.
Breith kommt am 06.01.1919 zum Ersatz-Bataillon seines Regiments, wo er am
13.01.1919 zum Adjutanten ernannt und schließlich am 17.05.1919 in die
Radfahrkompanie der Division "von Lettow" versetzt wird.
Ab dem 01.09.1919 dann in der 3. MG-Kompanie des Sturm-Bataillons Heuschkel im
Reichswehr-Schützen-Regiment 18, übernimmt Breith am 16.12.1919 den Posten des
Kompanieoffiziers der 1. MG-Kompanie bzw. am 16.02.1920 des Adjutanten des I.
Bataillons des Regiments.
Am 07.09.1920 zum Kompanieoffizier in der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments
17, bzw. am 01.01.1921 der 10. Kompanie des Infanterie-Regiments 6 ernannt.
Dazwischen wird er vom 15.01. bis zum 10.03.1921 zur Führung eines
militärischen Korridorzuges nach Schneidemühl kommandiert, bzw. vom 07.11. bis
zum 21.11.1921 zum Lehrgang am leichten MG beim I. Bataillon des
Infanterie-Regiments 6.
Breth legt 1922 seine Wehrkreisprüfung ab und wird am 01.10.1923 in den Stab
des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 6 versetzt, um dann am 01.10.1925
zur 6. Kraftfahr-Abteilung versetzt zu werden. Von dort kommt er dann am
01.10.1926 in die 1. Kompanie der 1. Kraftfahr-Abteilung, wo er am 01.01.1927
zum Chef der 1. Kompanie ernannt wird. Als solcher wird er vom 26.11. bis zum
09.12.1928 zum Gasschutz-Lehrgang D nach Berlin, bzw. vom 01.10. bis zum
21.12.1929 zum Lehrgang beim Kraftfahr-Ausbildungs-Kommando bei der 3.
Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Dem schließt sich dann vom 06.01. bis zum
13.02.1930 ein weiterer Lehrgang bei der 3. Kraftfahr-Abteilung an.
Nach der Versetzung in den Stab des Gruppen-Kommandos1 am 01.02.1931, wird
Breith vom 01.06. bis zum 30.07.1931 in die Inspektion 6 des
Reichswehrministeriums kommandiert. Dieses Kommando wird dann bis zum
20.08.1931 verlängert, bis er dann ab dem 01.10.1931 als Referent in die
Inspektion tätig wird.
Am 01.08.1934 wird er in das Kraftfahr-Lehr-Kommando Zossen versetzt und am
15.10.1935 Kommandeur der II. Abteilung des Panzer-Regiments 5.
Am 10.11.1938 zum Kommandeur des Panzer-Regiments 36 der
4. Panzer-Division ernannt, nimmt er mit diesem am Polen-Feldzug teil.
Während der Kämpfe, u.a. bei Tschenstochau, Lodz, an der Weichsel und bei
Warschau, gehörte das Regiment zum Verband des XVI.(16.) Armeekorps. Breith
wird am 15.02.1940 zum Kommandeur der 5. Panzer-Brigade ernannt, mit der er an
den Kämpfen im Westen teilnimmt. Dabei wird er jedoch am 15.05.1940 verwundet.
Während des Westfeldzuges wurde die Einheit im Rahmen der „Panzergruppe
Kleist“ eingesetzt und kämpfte an der Maas, bei Arras, La Bàsse, Lille und
stieß bis Brest vor. Für die Erfolge seiner Einheit erhielt Breith als Oberst
und Kommandeur der 5. Panzer-Brigade am
03.06.1940 das Ritterkreuz. Der Vorschlag zur Auszeichnung ging am
29.05.1940 beim Heerespersonalamt ein. Die 5. Panzer-Brigade hatte am
13.05.1940 bei Merdorp 30 französische Panzer abgeschossen. Trotz seiner
späteren Verwundung führte er seine Brigade weiter.
Am 14.11.1940 zum OKH in den Stab des Generals der Schnellen Truppen
kommandiert, übernimmt er anschließend, ab dem 01.02.1941, das Kommando über
die 3. Panzer-Brigade, wird aber am 03.06.1941 in die Führer-Reserve des OKH
versetzt und vom 07.07. bis zum 30.10.1941 zugleich in den Stab des Generals
der Schnellen Truppen kommandiert. Dabei ab dem 16.10.1941 im Stab der 3.
Panzer-Division kommandiert, wird er am 22.10.1941 zum Kommandeur der Division
ernannt. Er führte diese während der Kämpfe bei Brjansk, Orel, Tula, und Kursk.
Knappe zwei Monate später bewährt sich die Division unter seinem Kommando
erneut. Am 30.01.1942 gelang Breith die Beseitigung einen gegnerischen
Einbruches bei Butyriki-Judinka-Stakanowo im Raum ostwärts Kursk unter hohen
Verlusten des Gegners, der sich aufgrund dieser Verluste hinter den Tim
zurückziehen musste. Breith erhielt dafür am 31.01.1942, als Generalmajor und
Kommandeur der 3. Panzer-Division, das 69. Eichenlaub zum Ritterkreuz und
wurde am am 31.01.1942 im Wehrmachtsbericht genannt:
"Im Raum nordostwärts von Kursk führte
ein Gegenangriff deutscher Infanterie und Panzertruppen unter Führung des
Generalmajors breith nach mehrtägigen Kämpfen zu einem vollen Erfolg. Eine in
die deutschen Linien eingebrochene feindliche Kräftegruppe von mehreren
Divisionen und Panzerverbänden wurde unter hohen feindlichen Verlusten
geschlagen und nach Osten zurückgeworfen."
Ab dem 02.10.1942 erneut in der
Reserve, wird Breith am 10.10.1942 in den Stab der Heeresgruppe A zur
Verfügung als Kommandierender General kommandiert und am 03.01.1943 mit der
Führung des III. Panzerkorps beauftragt, bis er am 01.03.1943 auch zum
Kommandierenden General des Korps ernannt wird.
Während des „Unternehmens Zitadelle“, dem Angriff auf den Frontbogen
von Kursk, kämpfte das III. Panzerkorps bei Bjelgorod. Nachdem das Unternehmen
abgebrochen wurde, führte Breith seine Truppen an den Dnjepr zurück.
Nach Einschließung deutscher Verbände im Kessel von Tscherkassy ist breith mit
seinem Korps wesentlich an der Entsetzung der Truppen beteiligt. Am 20.02.1944
wird er aus diesem Grund erneut im Wehrmachtsbericht genannt:
"Die zum Entsatz dieser Kampfgruppe
angetretenen Verbände des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generals
der Panzertruppe Breith schufen im Zusammenwirken mit den unter Führung des
Generalleutnants von Vormann stehenden Truppen unter schwierigsten Wetter- und
Geländeverhältnisse durch vorbildlichen Einsatz jedes einzelnen Soldaten die
Vorraussetzung für den Durchbruch. Die Sowjets erlitten schwere blutige
Verluste und verloren vom 04. bis zum 18.02.1944 728 Panzer und
Sturmgeschütze, 800 Geschütze wurden erbeutet und mehrere tausend Gefangene
eingebracht."
Aufgrund dieses Erfolgs wird Breith am
21.02.1944 als General der Panzertruppe und Kommandierender General des III.
Panzerkorps mit den 48. Schwertern zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Kurz darauf
wurden die 4 Panzer-Divisionen des III. Panzerkorps, im Rahmen der 1. Panzer-Armee, mit 15 weiteren Divisionen im
Kessel von Kamenez-Podolsk eingeschlossen. Als „wandernder Kessel“
gelang es, sich zu den eigenen Linien durchzuschlagen.
Er erhält dann vom 28.04. bis zum 30.06.1944 Kur- und Erholungsurlaub und
kehrt dann wieder zu seinem Panzerkorps zurück. Dort wird er noch zwei weitere
Male im Wehrmachtsbericht erwähnt. So zum einen am 09.09.1944:
"Im Weichselbrückenkopf, westlich
Baranow, haben die unter dem Oberbefehl des Generals der Panzertruppe Balck,
und dem Befehl der generale der Panzertruppe Breith und Gläser sowie des
Generals der Infanterie Recknagel stehenden Truppen im vergangenen Monat den
Durchbruch massierter sowjetischer Kräfte vereitelt und den feindlichen
Brückenkopf durch erfolgreiche Gegenangriffe eingeengt. Der Feind erlitt
schwere Verluste an Menschen und Material. Vom 03. August bis 07. September
wurden 650 Panzer und Sturmgeschütze, 942 Geschütze aller Kaliber vernichtet
oder erbeutet und 3.000 gefangene eingebracht."
Sowie zum anderen am 30.10.1944:
"Im Raum von Debrecen haben deutsche
und ungarische Truppen unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie Wöhler
und des Generals der Artillerie Fretter-Pico in dreiwöchigen Kämpfen starke
feindliche Kräfte vernichtend geschlagen und damit die vom Gegner angestrebte
Umfassung der im Südostteil Ungrans stehenden deutschen und ungarischen
Verbände vereitelt. An diesem großen Erfolg haben Panzerverbände unter dem
befehl des Generals der Panzertruppe Breith [...] hervorragenden Anteil. [...]
Die Sowjets büßten ungezählte Tausende Tote und über 6.600 Gefangene ein.
Vernichtet oder erbeutet wurden 793 feindliche Panzer und Sturmgeschütze, 1010
Geschütze aller Art, nahezu 2.000 Fahrzeuge sowie große Mengen sonstiger
Waffen und Kriegsgerät."
Weitere Kämpfe im Südabschnitt der Ostfront folgten, in denen Breith zeitweise
zwei Panzerkorps, sein III. und das XXXXVII. (47.) Panzerkorps, erfolgreich
führte.
Nachdem ein Entsatzversuch für Budapest im Januar 1945 scheiterte, zog sich
Breith mit seinen Truppen kämpfend in Richtung Österreich zurück. Am 08.05.1945 kapitulierte er mit seinen Soldaten vor den Amerikanern. Dadurch blieb
ihm eine längere Kriegsgefangenschaft bei den Sowjets erspart. Die Entlassung
aus der Gefangenschaft erfolgte im Mai 1947.
Hermann Breith verstarb am 03.09.1964 im Alter von 72 Jahren in Pech bei Bonn.