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159. Schwerterträger Josef Bremm
Oberstleutnant, Grenadiere

17.07.194230.11.1941

Josef Bremm wurde am 03.05.1914 in Mannebach/Rheinpfalz geboren und trat am 01.11.1935 der 3. Kompanie des  Infanterie-Regiment 7 in Schweidnitz bei. Vom 06.10. bis zum 31.10.1937 in der 2. Kompanie des Regiments eingesetzt, wird er anschließend nach Ableistung der Wehrdienstpflicht entlassen.
Am 30.08.1939 wird Bremm reaktiviert und zum Zugführer in der 11. Kompanie des Infanterie-Regiments 453 der 253. Infanterie-Division bestimmt. Er besuchte vom 23.10. bis zum 12.11.1939 den Nahkampf-Lehrgang 78 seiner Division, der sich vom 15.11. bis zum 22.11.1939 wiederholte. Zu diesem Zeitpunkt war Bremm bereits Adjutant des III. Bataillons, wobei er diesen Posten bereits am 01.11.1939 übernommen hatte.
Als Bataillonsadjutant nimmt er dann auch am Westfeldzug der Division teil und erlebt so die Kämpfe u.a. bei Lüttich und Rouen, wo er sich mehrfach auszeichnete. Dafür erhielt er das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse.
Nach Ende des Feldzuges wechselt Bremm am 16.10.1940 mit Wirkung vom 01.11.1940 als Adjutant in das I. Bataillon des Infanterie-Regiments 426 der 126. Infanterie-Division. Daraufhin übernimmt er vom 26.11.1940 bis zum 05.04.1941 den Posten eines Zugführer im Infanterie-Ersatz-Bataillon 58 und kehrt dann als Adjutant des II. Bataillons zum Infanterie-Regiment 426 zurück.
Mit Beginn des Ostfeldzuges im Einsatz wird er am 17.07.1941 bei Noworshev durch einen Granatsplitter in Arm und Rücken verwundet. Wieder genesen übernimmt er mit Meldung vom 02.08.1941 den Posten des Chefs der 5. Kompanie des Regiments und nimmt so an den Kämpfen bei Schlüsselburg, an der Düna, bei Mga, und am Ilmensee, sowie am Wolchow teil. Nach den schweren Kämpfen des Jahreswechsels wird er am 07.02.1942 bei Bol. Sarmoschje im Zuge eines Durchschusses in der rechten Hüfte und eines Streifschusses am rechten Arm erneut verwundet.
Zuvor war am Morgen des 22.12.1941 der Gegner zum Angriff gegen den Brückenkopf Kaserne Orelje der 5. Kompanie angetreten, der durch Bremm aber abgeschlagen werden konnte. Er setzte sofort zum Gegenangriff an und brach an der Spitze seiner Kameraden in die Reihen des Gegners ein. Durch diesen Gegenstoß der geschwächten Kompanie wurde ein feindliches Bataillon zum Teil vernichtet und der Rest völlig zersprengt. Dafür wird Bremm am 18.02.1942, als Leutnant der Reserve und Chef der 5. Kompanie im Infanterie-Regiment 426, mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Bis zum Herbst 1942 verblieb Bremm mit seiner Einheit im Raum Leningrad. In dieser Zeit wurde er weitere zweimal, dabei am 01.06.1942 bei Teremez-Kurljanski durch einen Durchschuss am linken Oberarm, verwundet.
Am 28.09.1942 übernahm er dann die Führung des I. Bataillons im Infanterie-Regiment 426 und führte es während der Kämpfe bei Demjansk und Staraja-Russa. Wieder meisterte Bremm alle Aufgaben, die seinem Bataillon übertragen wurden und wurde dabei am 30.09.1942 erneut leicht, sowie am 01.10.1942 bei Welikoje-Sselo am linken Bein verwundet.
Zur Ausheilung der Verwundung vom 02.10. bis zum 21.11.1942 in das Grenadier-Ersatz-Bataillon 193 versetzt, kehrt er anschließend zur 5. Kompanie zurück. Für seine außerordentlichen Leistungen im September 1942 als er an der Spitze eines Stoßtrupps in die gegnerische Riegelstellung einbrechen konnte und diese aufrollte. Kurze Zeit später sicherte er als Führer des I. Bataillons die linke Flanke der gesamten Division und verließ seine Truppe, trotz Verwundung, nicht eher bevor sich der Gegner zurückzog. Bremm erhielt deshalb am 23.12.1942, als Oberleutnant der Reserve und Chef der 5. Kompanie seines Infanterie-Regiments 426 das 165. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Nach den weiteren Kämpfen mit seiner Kompanie wurde er am 06.12.1942 zum Führer des II. Bataillons ernannt, wobei es anschließend unterschiedliche Meldungen darüber gibt, wann er auch das Kommando über das Bataillon übernahm. So wird das Datum des 15.03.1943 genannt, aber auch das des 02.12.1942. Dabei wird er am 23.01.1943 drei Kilometer westlich Welikoje-Sselo am hals verwundet und erleidet so seine 6. Verwundung, kann aber bei der Truppe verbleiben.
Am 15.03.1943 wird er in die Führer-Reserve versetzt und dem Grenadier-Ersatz-Bataillon 216 in Herford überwiesen. Von dort kommt er ab dem 30.04.1943 als Waffen-Lehrer an die Infanterieschule Döberitz, wo er am 02.05.1943 zum Inspektions-Chef im Lehrstab 2 ernannt wird. Dort ist er bis zum 14.03.1944 im Einsatz, wird aber vom 01.06. bis zum 05.07.1943 in den Lehrstab 1, der Schießschule, kommandiert. Weiterhin erhält er vom 28.06. bis zum 24.07.1943 eine Kommandierung zum Bataillons-Führer-Lehrgang an der Bataillons-Führer-Schule in Antwerpen und wird dann, am 15.03.1944, mit Wirkung vom 01.04.1944 zum Kommandeur des Füsilier-Bataillons 712, der 712. Infanterie-Division, ernannt. Mit dem Bataillon steht er im Raum Vlissingen als Besatzungstruppe und wird am 01.08.1944 zum Kommandeur des Grenadier-Regiments 990 der 277. Volks-Grenadier-Division ernannt. Laut Auskunft WASt erfolgte die Ernennung zum 09.09.1944. Es ist anzunehmen, daß die Übernahme des Kommandos erst im September erfolgte, da das Regiment im August 1944 in der Normandie zerschlagen wurde. Mit dem Regiment kommt er in den Ardennen und der Eifel zum Einsatz. Dabei wird er am 16.12.1944 erneut verwundet. Im gleichen Monat hatte Bremm den Auftrag erhalten mit seinem Regiment zum Angriff über zu gehen und im Raum westlich Stadtkyll eine bessere Ausgangsstellung für die Ardennenoffensive zu erreichen. Im unübersichtlichen Waldgelände, an dessen Ende die zu erreichende Position lag, gestalteten sich die Kämpfe schwierig, doch Bremm gelang es durch ständigen Schwerpunkt- und Taktikwechsel die angeordneten Positionen zu erreichen.
Im Januar 1945 stieß der Gegner, nach Ende der erfolglosen Ardennenoffensive, im Raum Elsenborn in die tiefe eigene Flanke, wobei die 3. Fallschirm-Jäger-Division stark angeschlagen wurde. Oberstleutnant Bremm erheilt daraufhin den befehl, trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit, den Gegner in der Flanke anzugreifen. Auch hier war es wieder Bremm zu verdanken, daß der Gegenangriff erfolgreich durchgeführt werden konnte. Dem Gegner konnte eine beherrschende Höhe entrissen werden, die der Feind für einen späteren Panzerangriff als Ausgangsbasis hätte nutzen können. Durch diesen Einsatz Bremms wurde Zeit gewonnen die eigene Abwehr zu stabilisieren, Umgruppierungen durchzuführen und den Angriff des Gegner für zwei Tage zu stoppen.
Am 30. und 31.03.1945 hielt Bremm mit einer aus aufgefangenen Soldaten gebildeten Kampfgruppe den Gegner bei Kassel an, bildete eine neue zusammenhängende HKL und schuf so die Vorraussetzung für den Aufbau einer neues Abwehrfront des Korps. Kurze Zeit später erhielt Bremm einige Tiger-Panzer zur Unterstützung. Selbst auf einen solchen Platz nehmend fuhr er mehrere persönlich geführte Gegenstöße, die zum Teil über mehrere Kilometer in das Feindgebiet führten. Dabei gelang es seiner Kampfgruppe mindestens 9 Panzer abzuschießen. Im Korpsbereich erhielt die "Kampfgruppe Bremm" so einen guten Namen, da sie für zuverlässig und kampfstark galt. Mit dieser Beurteilung reichte der Oberbefehlshaber West, Generalfeldmarschall Kesselring, Bremm am 23.04.1945 zu den Schwertern ein, nachdem zuvor das LXVII. Armee-Korps unter dem Kommandierenden General Hitzfeld, Bremm eingereicht hatte. Interessanterweise fehlen die Stellungnahmen der Zwischenvorgesetzten, da die übergeordnete 11. Armee zu diesem Zeitpunkt bereits kapituliert hatte (21.04.1945). Die Verleihung der Schwerter, wie sie in zahlreichen Publikationen festgehalten wurde, ist jedoch nach neuesten Forschungen nicht mehr erfolgt.
Der Vorschlag zu den Schwertern wurde am 30.04.1945 durch den Bearbeiter Major Domaschk abgelehnt und Bremm stattdessen zum Deutschen Kreuz in Gold vorgeschlagen. Die Vorschläge aller Angehörigen der 11. Armee zu diesem Zeitpunkt, die zum Ritterkreuz oder höheren Stufen eingereicht wurden, wurden zurückgestellt, da es durch Hitler verboten war, Verleihungen an Kriegsgefangene oder Vermisste durchzuführen. Darunter fiel auch Bremm. In einigen solchen Fällen findet sich auf den Verleihungsvorschlag auch die Notiz "Zurückstellen, AOK 11". In der Vorschlagsliste für höhere Stufen des Ritterkreuzes, die übrigens handschriftlich geführt wurde, ist der Eingang des Vorschlages zur Verleihung der Schwerter an Bremm zum 28.04.1945 eingetragen. Allerdings versehen mit dem Hinweis "zurückgest.". Nach Untersuchung der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger erhielt Bremm die Schwerter im Zuge des Dönitz-Erlasses, der jedoch nach einem Gutachten der WASt nicht rechtskräftig ist. Die bisher bekannte Verleihungsnummer der Schwerter an Josef Bremm mit der Nummer "159", wurde selbstständig von der Ordenskommission der OdR vergeben. Ebenso wurde das Verleihungsdatum durch den Vorsitzenden der Kommission somit willkürlich gesetzt. Man muss also die Verleihung der Schwerter an Josef Bremm als unbestätigt hinnehmen.
Josef Bremm, der nach dem Krieg Ehrenbürger der Stadt Gondorf an der Mosel wurde, verstarb am 21.10.1998 im Alter von 84 Jahren in Monreal in der Eifel.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter und ROA 01.10.1936 Eisernes Kreuz II. Klasse 27.06.1940 (06.06.1940; 07.06.1940)
Unteroffizier 01.06.1937 )(überzählig) Eisernes Kreuz I. Klasse 15.12.1940 (18.12.1940; 05.12.1940)
Feldwebel 01.10.1937 (überzählig) Verwundetenabzeichen in Schwarz 17.07.1941
Leutnant der Reserve 29.01.1938 -650 m. Wirk. v. 01.01.1938 (RDA v. 01.10.1938(1405)) Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 13.11.1941
Oberleutnant der Reserve 15.12.1941 -3450- m. Wirk. v. 01.10.1941 (RDA v. 01.10.1941(873)) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 18.02.1942
Oberleutnant der Reserve 25.03.1942 -730- erh. neues RDA v. 01.10.1940(388) Verwundetenabzeichen in Silber 01.06.1942
Oberleutnant 04.08.1942 -5420 m. Wirk. v. 01.06.1942 aktiv im Heer angestellt mit RDA als Ltn. v. 01.01.1939 und RDA als ObLtn. v. 01.06.1940(1142) Medaille Winterschlacht im Osten 25.07.1942
Hauptmann 03.01.1943 m. Wirk. v. 01.01.1943 (RDA v. 01.01.1943(72)) 165. Eichenlaub zum Ritterkreuz 23.12.1942
Major 14.02.1943 m. Wirk. v. 01.02.1943 (RDA v. 01.02.1943(144)) Verwundetenabzeichen in Gold 12.01.1943
Oberstleutnant 01.11.1944 m. Wirk. v. 01.11.1944 (RDA v. 09.11.1944(103)) Nahkampfspange in Bronze 01.06.1943
159. Schwerter zum Ritterkreuz 09.05.1945

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