Ritterkreuzträger
Gerhard Brentführer
Oberleutnant der Reserve, Grenadiere



Gerhard Brentführer wurde am 24.06.1921 in
Mirow/Mecklenburg geboren und trat laut Meldung vom 26.08.1939 in die 3.
Kompanie des Bau-Bataillon 15 ein.
Nach seiner Versetzung zur 2. Kompanie des Bau-Ersatz-Bataillon 2 wird er dort
entlassen.
Nach Kriegsbeginn wird er laut Meldung vom 10.01.1940 in die
Infanterie-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 75 eingezogen und wechselt dann in die
8. Kompanie des Infanterie-Regiments 507.
Nach Beginn des Russland-Feldzuges wird er in das Infanterie-Ersatz-Bataillon
374 versetzt, wo er zunächst von der Genesenden-Kompanie in die 4. Kompanie
wechselt.
Im Zuge der Neuaufstellung des Grenadier-Regiments 9 wird er, seit dem
26.09.1942 Leutnant, mit Meldung vom 11.11.1942 in die dortige 12. Kompanie
versetzt. Dort übernimmt er die Führung des I. Zuges der Kompanie. Nachdem er
die Führung des II. Zuges übernahm wird er als Zugführer der 2. Kompanie in
das Feld-Ersatz-Bataillon der 23. Infanteriedivision versetzt.
Im August 1943 in den Stab des I. Bataillon des Regiments versetzt, übernimmt
er Mitte September einen Posten in der 7. Kompanie, bzw. die Führung der 4.
(MG) Kompanie. Nach einer Verwundung kehrt er wieder als Chef der 4. zurück.
Nach der Beförderung zum Oberleutnant der Reserve am 15.07.1944 erhält er am
04.10.1944 das Ritterkreuz als Chef der 4. (MG) Kompanie des
Grenadier-Regiments 9. Als Grund werden die Abwehrerfolge Brentführers
genannt, nachdem das X. Armeekorps am 26.07.1944 den Rückzugsbefehl in die
Marienburgstellung gab, wo die 23. und 24. Infanterie-Division einen großen
Brückenkopf auf dem Ostufer der Düna bei Kreuzburg-Turki bildeten. Nachdem die
Heeresgruppe Nord eingeschlossen wurde, zeichnete sich Brentführer im Raum
Turki besonders aus, als die Reste der Grenadier-Regimenter 9 und 68 in
heftige Waldgefechte verwickelt wurden. Diese Kämpfe verhinderten das Vorgehen
des Feindes auf die Nereta.
Im Rahmen der schweren Kämpfe der Division auf der baltischen Insel Sworbe,
werden die Stellungen seiner Kompanie durchbrochen, woraufhin Brentführer
seinen Gefechtsstand in Rundumverteidigung hielt. Nachdem alle seine Soldaten
gefallen oder verwundet waren, ging Brentführer am 18.11.1944 in die
Gefangenschaft. Unter Begleitung von vier estnischen Sowjetsoldaten sollte
Brentführers zum gegnerischen Gefechtsstand gebracht werden. Unterwegs bat er
um das Schnauben der Nase und zog dabei ein Handgranate aus der Hosentasche,
die er den Bewachern vor die Füße warf, unter Mitreißen einer MP`i eines
Bewachers sprang Brentführer in Deckung und schlug sich zu den eigenen Linien
durch.
Zu seiner Kompanie zurückgekehrt, werden die Stellungen am Abend des 22.
11.1944 durch den Bataillonsführer Ulrichs kontrolliert. Dabei stoßen beide
auf zwei völlig verängstigte dt. Soldaten, die aussagten das ihre
Schützenlöcher bereits vom Gegner besetzt waren. Nachdem man sich entschloss
den Gegner zu werfen, bemerkte man das keiner der Soldaten eine Handgranate
dabei hatte. Also versuchte man den Feind mit Steinen abzulenken und stürmte.
Doch der Gegner war aufmerksam und schoss. Ulrich bemerkte das nur noch er
allein stürmte und suchte Deckung hinter einem großen Stein. Ulrichs rannte
zurück zu der Stelle wo er die beiden Soldaten aufgegriffen hatte und sah
Oberleutnant Brentführer tot, durch einen Herzschuss gefallen, liegend. Auch
die beiden Soldaten waren gefallen.