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Ritterkreuzträger Kurt von Briesen
General der Infanterie

 
  
Kurt Alfred Otto Erimar von Briesen wurde am 03.Mai 1886, zu Anklam, als Sohn des späteren Generals Alfred von Briesen und dessen
Frau Olga, geb. von Kleist, geboren.
Der Vater lebte seit 1910 im Ruhestand, war als Generalleutnant zuletzt
Kommandeur der 35. Infanterie-Division gewesen und nahm nach seiner
Verabschiedung den Charakter eines Generals der Infanterie an. Im September
1914 ereilte ihn am 12. November 1914 als Kommandeur der 49. Reserve-Division
der Soldatentod.
Kurt von Briesen trat am 26.09.1904 als Fahnenjunker in das
Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 in Berlin ein. Am 01.10.1910
wechselte er als Adjutant zum Füsilier-Bataillon seines Regiments und wurde am
01.08.1913 an die Kriegsakademie kommandiert.
Mir Beginn des 1. Weltkrieges wird er am 01.08.1914 zum Adjutanten des
Reserve-Infanterie-Regiments 15 ernannt, zieht mit diesem ins Feld und wird
dort bereits am 23.08.1914 verwundet. Wieder genesen übernimmt er am
28.10.1914 den Posten des Adjutanten bei der 26. Reserve-Infanterie-Brigade,
kommt 1916 in den Generalstab des IV. Armee-Korps, wobei er am 07.09.1916 in
den Generalstab versetzt wird, wechselt 1918 als Ia zur 239.
Infanterie-Division und übernimmt nach dem Waffenstillstand im Jahre 1919 das
Kommando über das Freiwilligen Bataillon 52.
Als Hauptmann hatte er im Mai 1915 Charlotte von Gynz-Rekowski geheiratet.
Im April 1919 in den Generalstab des II. Armee-Korps nach Stettin versetzt und
wird beim Wehrkreiskommando II im Grenzschutz verwendet.
Obwohl mit hohen Auszeichnungen versehen, wird von Briesen dennoch am
09.03.1920 aus dem Heeresdienst entlassen, um ab Mai 1922 die Organisation des
pommerschen Grenzschutzes im Bereich des Wehrkreiskommandos II in Stettin zu
übernehmen. Im Jahre 1934 wechselte seine Dienststelle nach Stolp, nachdem
diese 1930 bereits nach Neustettin verlegt worden war. Dabei hatte die
Dienststelle bereits 1933 die neue Bezeichnung Territorialleitung Ost im
Wehrkreis II erhalten.
Am 01.04.1934 trat von Briesen wieder dem Heer, im Range eines Oberstleutnants
bei und übernahm dabei gleichzeitig den Posten des Kommandanten von
Neustettin.
Am 15.10.1935 wird er zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 68 in
Hamburg-Wandsbek bzw. Hamburg-Harburg ernannt und wird schließlich ab dem
13.02.1938 mit dem Kommando über die
30. Infanterie-Division in Lübeck betraut.
Mit Wirkung zum 18.06.1939 soll er mit dem Kommando über die
34. Infanterie-Division betraut werden, doch wird diese Ernennung am
19.07.1939 rückgängig gemacht, ebenso wie für den 28.06.1940.
Im Polenfeldzug im Einsatz meisterte er jede Situation und wurde einmal
verwundet. Von Briesen liess sich dabei schnell ärztlich behandeln und kehrte
dann sofort an die vorderste Front seiner Division zurück. Dafür erhielt er am
27. Oktober 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Von Briesen`s Division
spielte eine entscheidende Rolle in der Einleitung der Schlacht an der Bzura.
Das die 30. Infanterie-Division aushielt, dadurch schwere Verluste erleiden
musste aber dennoch die Schlacht erfolgreich beendete, ist nicht zuletzt von
Briesen zu verdanken. Dies würdigte sogar Hitler in seiner Rede am 06.10.1939
vor dem Reichstag. Zum Ritterkreuz wurde von Briesen durch den Generaloberst
Johannes Blaskowitz vorgeschlagen, der aufgrund der wechselnden
Unterstellungsverhältnisse der Division, den Vorschlag selbst einbrachte. Die
Urkunde zum Ritterkreuz wurde ihm erst am 10.07.1949 überreicht.
Im Frühsommer führte er seine Division auch im Frankreich-Feldzug und erhielt die
Ehre, dass seine Soldaten an ihrem Kommandeur in Paris am Arc de Triomphe
vorbeidefilieren durften. Für seine Leistungen im Feldzug gegen Frankreich
wurde von Briesen 0 zum General der Infanterie befördert und
wurde am 25.11.1940 zum Kommandierenden General des LII. Armee-Korps ernannt.
Mit seinem Korps nahm von Briesen mit dem 22.06.1941 an den Kampfhandlungen
des Ostfeldzuges teil, wobei er allerdings auf einer
Frontfahrt bei Isjum am Donez am 20. November 1941 den Tod fand. Über seine
letzten Stunden ist folgendes vom Oberstleutnant i.G. Doerr überliefert.
Auf dem Weg zu den am Donez eingesetzten Regimentern seines Korps,
übernachtete von Briesen in der Nacht vom 19. auf den 20.11.1941 beim
Kommandeur des Infanterie-Regiments 57, Oberstleutnant Hass, in Spewakowskij,
ca. 15 Kilometer westlich Isjum. Gegen Mittag hatte er zuvor den Donez
in einem Floßsack überquert und die Soldaten des Infanterie-Regiments 57 im
Brückenkopf besucht.
Gegen 10.15 Uhr des folgenden Tages fuhr von Briesen nach Mal. Kamyschewacha,
um dort, unter Mitwirkung des Infanterie-Regiments 457, den Angriff auf Isjum
festzulegen. Hinter den Sicherungen des Regiments fuhr der Wagen des
Kommandierenden Generals ostwärts Andrejewka querfeldein auf einem Höhenweg,
der von Artilleriefeuer belegt wurde und stellenweise weithin vom Gegner
eingesehen werden konnte. Der General saß dabei neben dem Fahrer,
Obergefreiter Hein von der 14. Kompanie des Infanterie-Regiments 57. Hinter
beiden saßen Leutnant Sonneborn, Reiterzugführer des Infanterie-Regiments 57,
sowie der Ordonnanzoffizier des Generalkommandos Leutnant Moritz.
Gegen 12.30 Uhr wurde der Wagen des Generals von zwei feindlichen
Jagdflugzeugen, die im Gleitflug und abgestellten Motoren anflogen, aus etwa
50 m Höhe mit MG-Feuer angegriffen. Die Insassen des Wagens wurden sich erst
durch das lauter Geknatter und die wiederangestellten Motoren der zunächst
wieder abfliegenden Jäger der Gefahr bewusst. Die beiden Leutnants sprangen
heraus und eröffneten mit ihren Maschinenpistolen das Feuer auf die Jäger.
Dabei stellte Sonneborn eine Verwundung durch einen Steckschuss im
Oberschenkel fest, wohingegen Moritz unverwundet geblieben war. Den General
hingegen hatten 12 Geschosse der MG-Garbe, die zwischen Schulter und Hüfte von
rechts oben in den Körper eingedrungen waren, sofort getötet. Der Fahrer blieb
dagegen ebenfalls unverwundet. Da der Wagen stehen geblieben war brachte man
den gefallenen General und den verwundeten Leutnant mittels eines
Panjefahrzeuges zum Verbandsplatz des Infanterie-Regiments 457 nach Mal.
Kamyschewacha, wo die Leiche des Generals vom Regimentskommandeur Oberst de
Salengre-Drabbe empfangen wurde.
Am 21.11.1941 überführte der Kommandeur des Infanterie-Regiments 116
Oberstleutnant Scheuerpflug den General nach Kegitschewa, wo er nach
Übernachtung in Krassnopawlowka am 22.11.1940 gegen 10.00 Uhr eintraf. Nach
einer kurzen feierlichen Ansprache des Chefs des Stabes des Armee-Korps, der
Paradeaufstellung der anwesenden Truppen und einem Ehrenspalier, geleitete
Oberstleutnant Scheuerpflug den toten General nach Krassnograd und von dort
mit der Bahn nach Poltawa, wo am 24.11.1941 um 11.00 Uhr die feierliche
Beisetzung stattfand.
Am 29.04.1961 schrieb "Die Pommersche Zeitung" anlässlich seines 75.
Geburtstags:
"Beim stürmischen Vormarsch in der
Ukraine, über den Bug, Dnjepr und Donez war er stets bei den
Vorausabteilungen und in den neu gebildeten Brückenköpfen zu finden. War
die Vormarschstrasse verstopft, so wusste er auf dem Motorrad und zum
Erstaunen der Landser sogar auf dem Fahrrad den Weg nach vorn zu finden.
So traf ihn auch vorn auf dem Kampffeld am 20. November 1941 die MG-Garbe
eines russischen Schlachtfliegers und bescherte ihm den schönen und
schnellen Soldatentod den er sich gewünscht hatte, - so wie 1914 sein
Vater als General und sein Bruder 1915 an der Front von Russland den
Soldatentod gefunden hatten. In Pultusk in Russland wurde er begraben und
die Pommern setzten ihrem großen Sohn einen Gedenkstein. Die Lübecker 30.
Division nannte sich, so lange sie bestand, mit stolz "Die
Brisen-Division."
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fähnrich |
22.04.1905 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK |
00.09.1914 |
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Leutnant |
27.01.1906 m. Patent v. 21.07.1904 Kk |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
00.12.1914 |
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Oberleutnant |
19.07.1913 N3n |
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Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern |
00.04.1918 |
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Hauptmann |
27.01.1915 I51i |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
20.09.1939 |
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Major |
09.03.1920 Char. |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
04.10.1939 |
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Oberstleutnant |
01.04.1934 m. Wirk. v. 01.04.1934 (RDA v. 01.02.1932(12a)) |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
27.10.1939 |
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Oberst |
01.05.1934 (RDA (5)) |
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Komturkreuz des ungar. Verdienstordens mit dem Stern am Kriegsbande mit
Schwertern |
11.09.1941 |
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Generalmajor |
01.08.1937 (RDA (6)) |
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Generalleutnant |
27.08.1939 m. Wirk. v. 01.08.1939 (RDA v. 01.08.1939(1)) |
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General der Infanterie |
01.08.1940 (RDA (5)) |
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ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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