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Ritterkreuzträger Kurt Brill
Oberstleutnant, Grenadiere

        
Kurt Walter Brill wurde am 19.01.1916 in Otterberg bei Kaiserslautern
geboren, absolvierte von April bis September 1935 seinen Arbeitsdienst in
Rosenheim und trat am 29.10.1935 der 11. Kompanie des Infanterie-Regiments 61 in
Traunstein bei.
Am 01.10.1936 in die 7. Kompanie nach München versetzt, besucht Brill vom 04.01.
bis zum 17.09.1937 den 20. Offiziers-Lehrgang an der Kriegsschule Hannover und
vom 04.10. bis zum 18.12.1937 einen Waffen-Lehrgang an der Infanterieschule in
Berlin, wobei er am 30.11.1937 in die 6. Kompanie seines Regiments versetzt
wurde.
Am 07.06.1938 kurzzeitig zur Sonderabteilung XIII auf den Truppenübungsplatz
Grafenwöhr kommandiert, wird Brill am 31.08.1939 zum Zugführer in der 7.
Kompanie des Infanterie-Regiments 468 ernannt und nimmt so an der Sicherung des
Westwalls teil. Dabei wird er am 20.03.1940 zum Adjutanten des II. Bataillons
ernannt und nimmt als solcher an den Kämpfen während des Westfeldzuges teil.
Nach Ende der Kämpfe erfolgte am 14.11.1940 die Versetzung in die 5. Kompanie,
wo er zunächst bis zum 30.11.1940 den Posten eines Zugführers übernimmt und
anschließend zum Chef der Kompanie ernannt wird. Mit seiner Kompanie beginnt
dann auch für Brill, im Rahmen der 268. Infanterie-Division, der Ostfeldzug.
Dort übernimmt er am 17.11.1941 den Posten des Adjutanten des Regiments. Von
dort wird er am 16.05.1942 mit der Führung des I. Bataillons betraut, bis er ab
dem 21.07.1942 offiziell das Kommando übernimmt.
Vom 26.10. bis zum 21.11.1942 zu einem Lehrgang an der
Bataillons-und-Abteilungs-Führer-Schule der Lehrguppe B in die 5.
Infanterie-Lehr-Abteilung kommandiert, kehrt er zunächst zu seinem Bataillon
zurück und übernimmt dann ab dem 13.03.1943 das Kommando über das I. Bataillon
des Grenadier-Regiments 488. Dabei wird er am 10. verwundet, kann aber beim
Bataillon verbleiben. Während der Kämpfe als Kommandeur des I. Bataillons trat
am 07.08.1943 der Gegner südwestlich Wjasma zur erwarteten Großoffensive an.
Mach schwerem Artilleriefeuer, dem Einsatz von Schlachtflugzeugen und mit
Unterstützung von Panzern, brach der Gegner in die HKL und in den 2. Graben
südlich Barabanowo ein. Gegen diesen Einbruch wurde Brill mit seinem als Reserve
verwendeten Bataillon angesetzt. Brill sollte die wichtigen Stützpunkte
Marquardt und Pfänder zurückgewinnen und den 2. Graben wieder besetzen und
halten. An der Spitze der Kompanien griff Brill die zäh verteidigten
Stützpunkthöhen an und nahm diese in kühnem Zupacken. Anschlissend hielt er die
Stützpunkte gegen zahlreicher stundenlange Gegenangriffe bis fast zur totalen
Erschöpfung seiner Soldaten. Durch seinen Einsatz verhinderte er einen
operativen Durchbruch durch die Linien des Regiments und schuf weiterhin die
Voraussetzungen für die Neuorganisation der Abwehr der gesamten Division.
Dadurch konnte die nun erreichte Linie in den nächsten sechs Tagen gehalten
werden. Dafür wurde er durch den Regimentskommandeur Oberst Ambrosius zur
Nennung im Ehrenblatt vorgeschlagen. Der Vorschlag wurde durch den
Divisionskommandeur der 268. Infanterie-Division Generalleutnant Greiner, dem
Kommandierenden General des VII. Armee-Korps General der Infanterie von
Tippelskirch, dem Oberbefehlshaber der 9. Armee Generaloberst Model und dem
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte Generalfeldmarschall von Kluge
befürwortet. Damit wurde Brill am 07.11.1943 im Ehrenblatt des Deutschen Heeres
genannt.
Am 12.08.1943 wird hingegen erneut verwundet und muss daher zunächst ins
Lazarett, um dann ab dem 13.09.1943 in das Grenadier-Ersatz-Bataillon 468 nach
Füssen versetzt zu werden. Die Genesung verzögert sich und so muss Brill bis zum
31.12.1943 im Lazarett behandelt werden.
Am 10.02.1944 wird er mit Wirkung vom 10.12.1943 zur 362. Infanterie-Division
versetzt und dort als Bataillons-Führer verwendet. Somit übernimmt er dort am
01.01.1944 das Kommando über das I. Bataillon des Grenadier-Regiments 956. Mit
Wirkung vom 25.02.1944 übernimmt er dann vertretungsweise die Führung des
Regiments, nachdem der bisherige Kommandeur erkrankte. Brill wird dann ab dem
22.05.1944 als Regimentsführer eingesetzt, aber am 02.08.1944 mit Wirkung vom
15.08.1944 in die Führer-Reserve versetzt. Als Führer des Regiments zeichnete
sich Brill bei der Abwehr und beim Auffangen der schweren alliierten Angriffe
aus dem Landekopf bei Velletri heraus besonders aus. Am 29.05.1944 war der
Gegner beim Grenadier-Regiment 956 am Westflügel der 362. Infanterie-Division
tief eingebrochen und konnte dabei von deutscher Seite nur teilweise im
Gegenangriff bekämpft werden. Die Division entschloss sich daher das II.
Bataillon des Grenadier-Regiments 1060, ohne dessen 1. Kompanie, zum sofortigen
Gegenstoß anzusetzen. Unter Leitung des Divisionskommandeurs Greiner und nach
dem listenreichen Plan Major Brills sollte das Bataillon die besetzte HKL in
Manier des 1. Weltkrieges angreifen, besetzen und nach allen Seiten absichern.
Damit wäre der eingebrochene und weiter angreifende Gegner abgeschnitten. Der
Gegner unterließ es eine Sicherungsbesatzung im Graben zurückzulassen, womit das
Aufrollen des Grabens ohne viel Kampf vonstatten ging. Während sich der
eingebrochene Gegner südlich der Höhe Cenaro mit schwachen deutschen Kräften
herumschlug, stieß das II. Bataillon des Grenadier-Regiments 1060 im Graben
weiter vor und stellte den Anschluss an den Ostflügel der 3.
Panzergrenadier-Division her. Zum gleichen Zeitpunkt griffen Verstärkungen des
Gegners frontal an, die jedoch abgeschlagen werden konnten. Bei Kämpfen des 29.
und 30.05.1944 konnte dann der abgeschnittene Gegner aufgerieben und gefangen
genommen werden. Für diesen erfolgreichen Abwehreinsatz wurde Brill als Major
und stellvertretender Führer des Grenadier-Regiments 956 am 04.07.1944 mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 06.08.1944 erfolgte dann jedoch mit Wirkung vom 04.08.1944 die Ernennung zum
Führer des Grenadier-Regiments 146, wobei er am 15.12.1944, mit Wirkung vom
01.10.1944 auch mit dem Kommando des Regiments betraut wird.
Bei Kriegsende kann er sich der Kriegsgefangenschaft entziehen, wobei es ihm
zusammen mit 26 Kameraden gelingt von Cortina d`Ampezo nach Deutschland zu
marschieren.
Nach dem Krieg trat Brill der Bundeswehr bei und erreichte dort den Rang eines
Oberstleutnants, bis er am 30.09.1969 in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Kurt Brill verstarb am 25.05.1978 in seiner Heimatstadt Otterberg.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker-Gefreiter |
01.10.1936 |
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Medaille zur Erinnerung an den 13.03.1938 |
08.11.1938 |
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Unteroffizier |
01.12.1936 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
03.07.1940 |
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Fähnrich |
17.06.1937 m. Wirk. v. 01.06.1937 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
11.07.1941 |
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Oberfähnrich |
15.09.1937 m. Wirk. v. 01.09.1937 |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
10.08.1941 |
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Leutnant |
10.01.1938 -10- m. Wirk. v. 01.01.1938 (RDA v. 01.01.1938(215)) |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
20.07.1942 |
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Oberleutnant |
17.05.1940 -3380- m. Wirk. v. 01.06.1940 (RDA v. 01.06.1940(594)) |
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Deutsches Kreuz in Gold |
05.04.1943 |
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Hauptmann |
20.04.1942 -2529- m. Wirk. v. 01.04.1942 (RDA v. 01.04.1942(819a)) |
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Nennung im Ehrenblatt |
07.11.1943 |
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Hauptmann |
30.01.1943 -510- erh. neues RDA v. 01.03.1942(181a) |
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Verwundeten-Abzeichen in Schwarz |
28.08.1943 |
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Major |
15.02.1943 -1410- m. Wirk. v. 01.12.1943 (RDA v. 01.12.1942(87a)) |
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Nahkampfspange in Bronze |
12.10.1943 |
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Oberstleutnant |
15.12.1944 -3602- m. Wirk. v. 01.10.1944 (RDA v. 01.10.1944(111)) |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
04.07.1944 |
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Oberstleutnant (Bw) |
??? |
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