Hubert Brinkforth wurde am 15. April 1916 in
Marl in Westfalen geboren und trat am 14.11.1938 der 14. (Panzerabwehr)
Kompanie des Infanterie-Regiments 25 der
2. Infanterie-Division (mot.) bei. Mit seiner Kompanie nahm er am Polen-
und West-Feldzug teil.
Bei den schweren Abwehrkämpfen des Regiments im Raum Abbeville erhielt das
Geschütz, an dem Brinkforth als Richtschütze verwendet wird, den Auftrag sechs
Kilometer vor der Hauptkampflinie in vorgeschobener Stellung eine wichtige
Position zur Sicherung des Brückenkopfes einzunehmen und dabei in die
Abwehrkämpfe aktiv einzugreifen. Dabei gelang es dem Geschütz und insbesondere
dem Richtschützen Brinkforth am Südrand des Dorfes Huppy am 27.05.1940 einen
britischen Panzerangriff abzuschlagen. In nur 20 Minuten gelang es ihm 11
Panzer abzuschießen. Dabei ließ er gar einige von ihnen bis auf 100 Metern
herankommen und trotzte dem Kanonen- und MG-Feuer. Durch sein Verhalten
spornte er auch die weiteren Pak-Bedienungen in der Umgebung an auszuhalten,
wodurch der Angriff abgeschlagen werden konnte.
Für diese Tat wurde er zum Gefreiten befördert und erhielt
das EK II, gleichzeitig wird er zum Ritterkreuz durch den damaligen
Generalleutnant Manstein eingereicht.
Am 07. März 1941 wurde er als erster Soldat aus dem Mannschaftsdienstgrad mit
dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Er erhielt diese Auszeichnung als Gefreiter Pakschütze
in
der 14. (Panzerabwehr) Kompanie des Infanterie-Regiments 25, das zum Zeitpunkt
der Verleihung als Schützen-Regiment 25 bereits Bestandteil der 12.
Panzer-Division war.
Der damalige Geschützführer Horst Nickstat gab nach dem Krieg an, daß zwei der
11 Panzer jedoch von einem anderen Geschütz der Kompanie abgeschossen wurden.
Entsprechende Nachweise fehlen jedoch.
Für seinen Erfolg wird Brinkforth am 28.05.1940 im Wehrmachtsbericht erwähnt:
"An der Südfront wurden einzelne mit Panzern geführte
feindliche Angriffe an der unteren Somme abgewiesen. Dabei wurden dreißig
feindliche Panzer vernichtet, allein neun hiervon durch den Schützen
Brinkforth [...]"
Nach Ende des Westfeldzuges wurde das
Infanterie-Regiment 25 (mot.) am 10.01.1941 in Schützen-Regiment 25 umbenannt,
wobei Brinkforth, zu diesem Zeitpunkt noch kein Ritterkreuzträger, in die 5.
(schwere) Kompanie des Regiments versetzt wurde. Laut Meldung übernahm er dort
dien Posten eines Geschützführers im Pakzug der Kompanie.
Am 01.04.1941 wird ihm das Ritterkreuz durch den Divisionskommandeur
Generalleutnant Harpe auf dem Truppenübungsplatz Tucheler Heide überreicht.
Anschließend hatte er sich am 04.04.1941 persönlich beim Obersten Befehlshaber
der Wehrmacht, Hitler, in der Reichskanzlei zu melden.
Mit Beginn des Ostfeldzuges steht Brinkforth wieder im Einsatz und wird am
01.08.1941 durch eine Minenwerfergranate bei Smolensk am linken Arm verwundet.
Er wird daraufhin zunächst in das Reservelazarett III nach
Königsberg-Maraunenhof verlegt und kommt dann in das Reserve-Lazarett
Gelsenkirchen-Buer ins dortige Marienhospital. Wieder genesen kommt er in die
Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 2 (mot.) nach Stettin-Krekow und wird
mit Meldung vom 24.11.1941 wieder zur 12. Panzer-Division versetzt. Mit
Meldung vom 16.12.1941 gehörte er dort wieder der 5. (schweren) Kompanie an
und nimmt an den schweren Abwehrkämpfen des Winters 1941/42 teil.
Bei den Kämpfen im Sommer 1942 fällt Hubert Brinkforth als Unteroffizier
südlich Pogostje am Wolchow durch einen Artillerievolltreffer.
Die Beisetzung erfolgte am 08.06.1942 auf dem Soldatenfriedhof Iwanowskoje,
südlich Schapki. Hubert Brinkforth ruht heute auf der Kriegsgräberstätte in
Sologubowka-St.Petersburg - Endgrablage: Block 4 Reihe 12 Grab 1184.