Karl Richard Albert Britzelmayr wurde am 26.05.1894 in
Passau an der Donau geboren und meldete sich am 01.08.1913 als Zweijährig
Freiwilliger zum Kgl. bayr. Infanterie-Regiment "Großherzog Ferdinand von
Toskana" Nr. 16 und zog dort am 08.08.1914 als Zugführer und
Offiziers-Stellvertreter mit der 12. Kompanie des Regiments ins Feld.
Am 27.08.1914 wird er dabei bei Memil im Anglemont schwer verwundet, kommt
zunächst in das Feld-Lazarett Baccarat, am 01.09.1914 in das Reserve-Lazarett
München, am 10.10.1914 in das Reserve-Lazarett Passau, am 15.12.1915 in das
Reserve-Lazarett Landshut und am 26.02.1915 in das Reserve-Lazarett München A.
Wieder genesen erfolgte dann am 26.04.1915 die Versetzung in die 3.
Ersatz-Kompanie des Regiments, bis er am 17.05.1915 als Kompanie-Offizier zum
Rekruten-Depot I des Regiments kommandiert wird. Dorthin erfolgte dann auch am
01.06.1915 seine Versetzung. Am dem 10.10.1915 als Bataillons-Adjutant
verwendet, ist er ab dem 13.11.1915 Adjutant des Ersatz-Bataillons im Bayr.
Infanterie-Regiment 16 und wird am 29.01.1916 mit Wirkung vom 04.02.1916 zur 3.
(MG) Ersatz-Kompanie versetzt.
Er besucht vom 23.03. bis zum 08.04.1916 einen MG-Kursus in Hammelburg und kommt
mit Wirkung vom 23.08.1916 in die 2. MG-Kompanie des Bar. Infanterie-Regiments
26 zurück ins Feld. Gegen Ende des Jahres muss er dort erneut verwundet worden
sein, denn vom 17.12. bis zum 25.12.1916 befindet er sich im Feld-Lazarett
Rucrar. Britzelmayr kommt dann ab dem 18.01.1917 zur 1. (MG) Ersatz-Kompanie des
I. bayr. Armee-Korps, muss dann aber vom 20.02.bis zum 20.03.1917 im
Reserve-Lazarett A in Barackon erneut behandelt werden. Er erhält daraufhin bis
zum 28.03.1917 Erholungs-Urlaub und kommt dann wieder zur 1. (MG)
Ersatz-Kompanie zurück.
Am 08.04.1917 mit Wirkung vom 01.04.1917 als Adjutant zum Kommando der
Ersatz-MG-Truppen versetzt, kommt er mit Wirkung vom 18.02.1918 als
Büro-Offizier zum AOK 19 der Süd-Armee und übernimmt dann bis Kriegsende den
Posten des persönlichen Ordonnanz-Offiziers des Prinzen Oskar von Preußen.
Anfang bis Mitte September 1918 im Erholungs-Urlaub, erkrankt er vom 10.10. bis
zum 02.11.1918 an Grippe und wird daraufhin in das Kriegs-Lazarett II/42 nach
St. Avold verlegt.
Nach Auflösung des AOK 19, kehrt er zum Infanterie-Regiment 16 zurück, wo er am
17.06.1919 den Abschied aus dem aktiven Heer nimmt und dabei in das
Reserve-Offiziers-Korps des Infanterie-Regiments 16 überführt wird. Dabei wird
er am 30.04.1920 zu den aktiven Offizieren a.D. zurückversetzt.
Am 01.10.1934 trat er als Chef der 17. Kompanie des Infanterie-Regiments
Regensburg in Landshut wieder dem Heer bei und wird am 15.10.1935 zum Chef der
8. Kompanie im Infanterie-Regiment 62 ernannt. Dabei besucht er vom 18.11. bis
zum 02.12.1936 einen Lehrgang für Kompanie-Chefs von MG-Einheiten in
Döberitz und wird am 30.06.1938 mit sofortiger Wirkung als Infanterie-Offizier
zum Inspekteur der Westbefestigungen kommandiert.
Britzelmayr besucht dann ab dem 29.11.1938 einen Lehrgang für Stabs-Offiziere
unter Leitung des Infanterie-Kommandeurs 7 in München und wird dabei am
10.11.1938 in den Stab des Infanterie-Regiments 62 versetzt.
Im Februar 1939 übernimmt er die Leitung eines Erkundungsstabes im bereich der
Festungskommandantur Glogau und nimmt vom 07.05. bis zum 13.05.1939 an den
Lehrer-Auswahlreisen der Kriegsschulen teil.
Im Rahmen der Allgemeinen Mobilmachung übernimmt er am 26.08.1939 das Kommando
über das III. Bataillon des Infanterie-Regiments 179, der 57.
Infanterie-Division, mit dem er am Polen-Feldzug teilnimmt. Ab dem 10.05.1940
auch im Westen im Einsatz, übernimmt er dort vom 04.06. bis zum 31.07.1940 die
Führung des gesamten Regiments, um ab dem 01.08.1940 wieder als Kommandeur des
III. Bataillons verwendet zu werden.
Am 03.11.1940 wechselt er als Kommandeur des I. Bataillons zum
Infanterie-Regiment 690, der 337. Infanterie-Division und wird vom 18.11.1940
bis zum 25.03.1941 in die Führer-Reserve, unter gleichzeitiger Kommandierung als
Lehr-Offizier zum Kommando-Stab der Infanterie-Lehrgänge der 71. Infanterie
(Lehr) -Division nach Königsbrück, versetzt. Mit Ende der Kommandierung
verbleibt er zunächst in der Führer-Reserve und kommt dann mit Meldung vom
05.04.1941 in das Infanterie-Ersatz-Bataillon 62. Von dort erfolgte am
01.05.1941 die Versetzung in die Dienststelle für Eignungsprüfungen im VII.
Armee-Korps, wo er bis zum 12.10.1941 verwendet wird.
Am 28.10.1941 erfolgte mit Wirkung vom 07.10.1941 die Ernennung zum Führer und
später zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 217 der 57. Infanterie-Division.
Mit seinem Regiment nahm Britzelmayr am 22.01.1942 bei -35°, nach schweren
Kämpfen gegen Abend das schwer verteidigte Solnzewo. Als der eigene Angriff in
den Strassen der Ortschaft zu erlahmen begann, setzte sich Britzelmayr an die
Spitze seiner Soldaten und spornte diese so stark an, daß der Gegner schließlich
komplett aus dem Ort vertreiben werden konnte. Durch diesen Angriff ermöglichte
er am Folgetag den Angriff des Südflügels der 2. Armee, wodurch eine seit Wochen
bestehende Flankenbedrohung zweier Armeen ausgeschaltet werden konnte.
Britzelmayr erhielt dafür als Oberstleutnant und Kommandeur des
Infanterie-Regiments 217, am 02.02.1942 das Ritterkreuz.
In der Folge übernimmt er vom 16.12.1942 bis zum 14.01.1943 die Führung der 57.
Infanterie-Division und anschließend wieder das Kommando seines Regiments.
Mit Wirkung vom 20.08.1943 in die Reserve versetzt, erhält er mit Wirkung vom
15.09.1943 eine Kommandierung an die Kompanie- und Batterie-Führer-Schule bzw.
nach Soissons, bzw. wird zum Kommandeur der Armee-Waffenschule 15 ernannt.
Mit Wirkung vom 16.10.1943 wird er am 08.01.1944 zum Kommandeur der Kompanie-
und Batterie-Führer-Schule in Soissons ernannt und kommt mit Wirkung vom
25.04.1944 erneut in die Führer-Reserve. Dort wird er vom 01.05. bis zum
05.06.1944 zum 11. Divisionsführer-Lehrgang kommandiert und wird mit Wirkung vom
08.06.1944 zur Verwendung als Divisionsführer zur Heeresgruppe D kommandiert.
Mit Wirkung vom 10.09.1944 wird diese Kommandierung aufgehoben und Britzelmayr
mit Wirkung vom 18.09.1944 mit der Führung der 276. Volks-Grenadier-Division
beauftragt. Dabei wird diese Verwendung nicht wirksam, womit Britzelmayr mit
Wirkung vom 20.09.1944 mit der Führung der 347. Infanterie-Division beauftragt
wird. Mit Wirkung vom 23.11.1944 übernimmt er dann die Führung der 19.
Volks-Grenadier-Division, wobei es Hinweise gibt, das er bereits ab dem
12.09.1944 zu dieser Division versetzt wurde. Zumindest wird er am 15.12.1944
mit Wirkung vom 01.12.1944 mit dem Kommando dieser Division betraut und gerät so
am 30.04.1945 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 04.06.1947
entlassen wird.
Karl Britzelmayr verstarb am 09.03.1988 in Landshut an der Isar.