Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt wurde am 13.07.1887 in Perleberg in der
Westprignitz geboren und trat am 25.04.1907 als Fahnenjunker dem
Brandenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 3 in Lübben bei.
Mit Beginn des 1. Weltkriegs wird er am 02.08.1914 als Adjutanten des
Reserve-Jäger-Bataillons Nr. 3 ins Feld verlegt. In der Folge zum Führer einer
Kompanie ernannt wird er als solcher vor Verdun schwer verwundet. Wieder genesen
übernimmt er 1917 den Posten des Id beim VII. Armee-Korps, wechselt 1918 in den
Generalstab des VI. Armee-Korps und befindet sich nach Kriegsende im Jahre 1919
im Generalstab des Freikorps Dohna bzw. dem Freikorps "Möwe".
Von Brockdorff-Ahlefeldt wechselt dann mit dem 01.10.1919 als Chef einer
Kompanie in das Reichswehr-Infanterie-Regiment 30 und kommt anschließend, ab dem
01.10.1920 als Kompaniechef zum 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment, bzw. ab dem
01.10.1921 in das Reichswehr-Ministerium.
Am 01.04.1922 wechselt er in den Stab des Infanterie-Führers III nach Potsdam
und kommt am 01.10.1924 in den Generalstab der 2. Division nach Stettin.
Anschließend ab dem 01.03.1930 im Stab des Infanterie-Führers II in Schwerin,
übernimmt er am 01.02.1932 das Kommando über das I. Bataillon des 9. (Preuß.)
Infanterie-Regiments. Knappe zwei Jahre später übernimmt er am 01.03.1934 den
Posten des Kommandeurs des 8. (Preuß.) Infanterie-Regiments in Frankfurt/Oder.
Ab dem 01.03.1938 Kommandeur der
23. Infanterie-Division, führt er diese durch den Polen- und Westfeldzug,
wobei er am 01.06.1940 noch während der Kampfhandlungen im Westen mit der
Führung des XXVIII. Armee-Korps beauftragt wird. Kurz darauf wird er dann am
21.06.1940 zum Kommandierenden General des
II. Armee-Korps ernannt. Mit seinem Korps nimmt er an den letzten Kämpfe im
Westen teil und formt es in den nächsten Monaten zu einem festen Verband. Mit
Beginn des Ostfeldzuges im Einsatz, fasst der Kommandierende General am
24.06.1941 den Entschluss die sowjetische Festung Kowno unter allen Umständen
noch am 24.06.1941 zu nehmen. Die Eroberung der Festung war für die
weiterführenden Operationen von entscheidender Bedeutung. Im Zuge der
Operationen im Raum Kowno, gelang es dem Korps, unter rücksichtslosem
persönlichen Einsatz des Kommandierenden Generals, in den Kämpfen nordostwärts
Kowno mehrere gegnerische Divisionen zu zerschlagen. Dafür erhielt
Brockdorff-Ahlefeldt als General der Infanterie und Kommandierender General des
II. Armee-Korps am 15.07.19421 das Ritterkreuz. Im weiteren verlauf des
Feldzuges kommt das Korps im Raum Demjansk zum Einsatz, wo es gegen Ende des
Jahres 1941 eingeschlossen wird. Brockdorff-Ahlefeldt übernimmt damit ab dem
08.02.1942 den Befehl im Kessel Demjansk. Kurz vorher wurde er am 01.01.1942 zum
Deutschen kreuz in Gold eingereicht, wobei dieser Vorschlag am 09.04.1942
abgelehnt wird.
Für das tapfere Standhalten seines II. Armee-Korps und seiner besonderen
Führungskunst erhielt Brockdorff-Ahlefeldt als General der Infanterie und
Kommandierender General des II. Armee-Korps am 27.06.1942 das 103. Eichenlaub
zum Ritterkreuz. Die Verleihung dieser hohen Auszeichnung sollte die sichtbare
Krönung für den ehrenvollen Kampf im schwersten Abschnitt der Schlacht um
Demjansk sein. Stellvertretend für die ihm unterstellten sechs Division nahm er
die Auszeichnung entgegen. Doch sicherlich sollten so auch seine eigene
persönliche Haltung gewürdigt werden. So war er immer Vorbild seiner Soldaten
und strahlte stets Zuversicht, aber auch Härte aus. Der "Fieseler Storch"
des Kommandierenden Generals war fast jedem Soldaten des Kessels bekannt, das
Brockdorff-Ahlefeldt dabei unter schwersten rheumatischen Schmerzen litt, zeigte
er nie.
Am 28.11.1942 erkrankt er und wird am 20.01.1943 mit Wirkung vom 28.11.1942 in
die Führer-Reserve zur Wiederherstellung der Gesundheit versetzt.
Brockdorff-Ahlefeldts Zustand verschlechterte sich daraufhin, wodurch er in das
Reserve-Lazarett 123 Berlin-Zehlendorf verlegt wird. Dort verstarb Walter Graf
von Brockdorff-Ahlefeldt am 09.05.1943.