Friedrich Kurt Hans Freiherr von Broich wurde am 01.01.1896 in Straßburg im
Elsaß geboren und besuchte ab 1902 zunächst das Humanistische Gymnasium in Ohlau,
ab 1905 das Gymnasium in Münster/Westfalen, an 1909 das Gymnasium Saarbrücken
und ab 1911 das Humanistische Gymnasium in Metz, wo er das Reifezeugnis erhielt.
Kurze Zeit später trat er am 02.07.1914 als Fahnenjunker dem Ulanen-Regiment 9
bei und zieht mit diesem, nach dem Beginn des 1. Weltkrieges, ins Feld. Von
Broich erkrankt dort und kommt in das Lazarett nach Johannisburg. Gesundheitlich
wiederhergestellt, wird er am 03.03.1915 der Ersatz-Eskadron des Regiments
zugeteilt. Dabei erhält er vom 20.04. bis zum 20.05.1915 eine Kommandierung zum
MG-Kursus nach Döberitz und vom 25.05. bis zum 13.09.1915 eine Kommandierung zum
Kürassier-Regiment 20.
Am 09.11.1915 erkrankt er, mglw. nach einer Versetzung zurück an die Front,
erneut und wird dem Feld-Lazarett 20 zugeteilt. Daraufhin am 03.01.1916 erneut
der Ersatz-Eskadron überstellt, kehrt von Broich am 10.10.1916 ins Feld zurück.
Dem folgt vom 10.05. bis zum 22.06.1917 eine Kommandierung zu einem
MG-Waffenmeister-Kursus in Berlin-Spandau, sowie vom 03.06. bis zum 08.06.1918
zum 79. Lehrgang der Heeresgasschule in Berlin.
Wieder bei seinem Regiment, übernimmt er am 03.07.1918 die Führung der
MG-Kompanie, wird dabei aber am 13.101.918 durch einen Granatsplitter im rechten
Oberschenkel verwundet und in das Reserve-Lazarett 3 nach Aachen verlegt. Von
dort erfolgte dann, nach seiner Wiedergenesung, am 28.12.1918 die Rückversetzung
zum Ulanen-Regiment 9.
Nach Kriegsende erfolgte am 31.05.1919 die Versetzung in das
Reichswehr-Kavallerie-Regiment 2 und bereits vom 07.10. bis zum 15.11.1919 eine
Kommandierung zur Instruktion an die Infanterie-Schießschule nach Wünsdorf.
Dabei wird er zwischenzeitlich, am 11.11.1919 in das Reichswehr-Reiter-Regiment
10 oder 12, unter Beibehaltung seines Kommandos, versetzt. Von Broich wird dabei
unter anderem im Grenzschutz Bromberg und Krojanka eingesetzt.
Am 29.03.1920 erfolgte dann die Versetzung in das Reichswehr-Reiter-Regiment 6,
wo er am 18.03.1922 eine Wehrkreisprüfung erhält.
Von Broich wird dann am 01.10.1924 in den Stab des Reiter-Regiments 6 versetzt
und dort ab dem 01.10.1925 als Adjutant eingesetzt, bis er ab dem 01.10.1928 den
Posten des Chefs der 2. Eskadron übernimmt und als solcher ab dem 01.06.1931 als
Standortältester in Brieg fungiert.
Ab dem 01.12.1933 Adjutant der 1. Kavallerie-Division, wird er ab dem 15.10.1935
in die 3. Inspektion des Reichskriegsministeriums versetzt, um aber ab dem
12.11.1938 das Kommando über die II. Abteilung des nunmehrigen
Kavallerie-Regiments 6 zu übernehmen. Aus dem Regiment werden im Zuge der
Allgemeinen Mobilmachung mehrere Aufklärungs-Abteilung gebildet. Dabei unter
anderem mit dem 26.08.1939 die Aufklärungs-Abteilung 34 der
34. Infanterie-Division. Von Broich übernimmt dabei das Kommando über die
Abteilung.
Bereits am 05.12.1939 verläst er das Regiment und übernimmt das Kommando über
das neu aufgestellte Reiter-Regiment 21, mit dem er während des West-Feldzuges
im Rahmen der 1. Kavallerie-Division, zum Einsatz kommt.
Nach Ende der Kämpfe im Westen übernimmt von Broich am 30.09.1940 mit Wirkung
vom 25.09.1940 das Kommando über das Reiter-Regiment 22. Mit diesem nimmt er an
den Kampfhandlungen in Mittelrussland teil und dabei am 30.09.1941 zum
Kommandeur der 1. Reiter-Brigade ernannt. Aus dieser wird am 01.12.1941 in
Stablack/Ostpreußen die Schützen-Brigade 24 gebildet und der 24. Panzer-Division
unterstellt.
Seine Brigade bildete dabei im Sommer 1942 die gepanzerte Stoßgruppe der
Division, der es am 20. und 21.08.1942 nach 36-stündigem harten Kampf gelang,
das 20 Kilometer tiefe und aus hunderten von Bunkern bestehende gegnerische
Stellungssystem zwischen Wassiljev und dem Staatsgut Prywolskij zu nehmen. Von
Broich, selbst in vorderster Linie, griff dabei persönlich in die Nahkämpfe ein.
Gegen Mittag des 21.08.1942 stieß von Broich aus eigenem Entschluss über
Prywolskij weiter nach Norden durch, durchbrach mehrere Feindstellungen,
vernichtete zahlreiche in Feuerstellung stehende Batterien und nahm gegen 14.35
Uhr die beherrschende Höhe 118, etwa 18 Kilometer nordwestlich von Prywolskij.
Er vernichtete dabei einige Feindkolonnen und brachte, den
Aufklärungsergebnissen der Luftwaffe nach, die gesamte russische Front ins
Laufen. Seinem Vorstoß ist es zu verdanken, dass die
14. und 24. Panzer-Division in diesen beiden Tagen entscheidend nach Norden
durchstoßen konnten, damit anschließend nach Westen eindrehen und schließlich
den Feind vor der Front der 4. Panzer-Armee im Vorfeld Stalingrads vernichten
konnten.
Von Broich wird für diesen Vorstoß zum Ritterkreuz eingereicht, dass ihm
schließlich am 28.08.1942 als Oberst und Kommandeur der nunmehrigen
Panzergrenadier-Brigade 24 verliehen wurde.
In den folgenden Tagen, übernahm von Broich ab dem 08.09.1942 die vorübergehende
Führung der 24. Panzer-Division, bis er am 31.10.1942 in die Führer-Reserve des
OKH versetzt wurde. Damit entging er der teilweisen Vernichtung der 4.
Panzer-Armee im Kessel von Stalingrad, wo die gesamte 24. Panzer-Division
unterging.
Von Broich wird dabei in die Führer-Reserve des Panzer-AOK Afrika versetzt und
dort zum Dienst als Kommandeur einer Panzer-Division vorgesehen. Dabei wird er
am 10.11.1942 mit der Führung der Brigade Broich beauftragt, die ab dem
14.11.1942 als Divisions-Verband bzw. als Division Broich bezeichnet wird. Diese
entstand am 15.11.1942 aus der Ortskommandantur II./960 und wurde
gelegentlich auch als Schützen-Brigade von Broich bezeichnet. Nachdem von Broich
diese Einheit verließ, erhält sie am 11.02.1943 die Bezeichnung Manteuffel. Zu
diesem Zeitpunkt hatte er bereits seit dem 05.02.1943 das Kommando über die 10.
Panzer-Division inne.
Mit Ende der Kämpfe in Afrika gerät von Broich am 12.05.1943 bei Gombalia/Tunesien
in britische Gefangenschaft, aus der er am 07.10.1947 entlassen wird.
Friedrich Freiherr von Broich verstarb am 24.09.1974 in Aufkirchen bei Starnberg
in Bayern.