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638. Eichenlaubträger Eduard Brunner
Major, Infanterie

Eduard Brunner wurde am 08.12.1918 in München geboren und absolvierte vom 04.04. bis zum 25.10.1938 den Reichsarbeitsdienst, um dann am 14.11.1938 der 6. Kompanie des Infanterie-Regiments 62 beizutreten. Dort übernimmt er dann am 26.08.1939 den Posten eines Gruppenführers. Es folgen dann Kampfeinsätze im Polen-Feldzug.
Nach Ende der Kämpfe wird Brunner am 21.10.1939 zum Gruppenführer in der 1. Schützen-Ersatz-Kompanie des Infanterie-Ersatz-Bataillons 62. Von dort erhält er vom 26.10.1939 bis zum 27.01.1940 eine Kommandierung zu einem Offizier-Anwärter-Lehrgang an der Waffenschule Döberitz. Anschließend kehrt er zunächst in die 1. Schützen-Ersatz-Kompanie des Infanterie-Ersatz-Bataillons 62 zurück.
Am 08.02.1940 kommt er als Zugführer in die 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 62. Als solcher nimmt er an sämtlichen Kämpfen des Regiments im Westen teil.
Gegen Ende des Jahres wird er am 12.11.1940 zum Adjutanten des II. Bataillons ernannt und wird vom 16.02. bis zum 15.08.1941 zum Ordonnanz-Offizier ernannt, dabei stand er bereits seit dem 22.06.1941 an der Ostfront im Einsatz.
Am 16.08.1941 wird er zum Adjutanten des I. Bataillons ernannt und kommt laut Meldung vom 17.01.1942 in den Stab des II. Bataillons, wo er schon am nächsten Tag verwundet wird. In ein Lazarett verlegt, wird er am 19.02.1942 in das Infanterie-Ersatz-Bataillon 62 versetzt und ab dem 25.03.1942 der 2. Schützen-Ersatz-Kompanie zugeteilt.
Am 10.04.1942 wird er zum Führer der 1. Kompanie des Feldersatz-Bataillons 7/3 ernannt, um dann ab dem 05.05.1942 den Posten des Chefs der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments 62 ernannt. Als solcher wird er am 19.02.1943 erneut verwundet. Für die Kämpfe dieser Tage wird er am 20.02.1943 zum Ritterkreuz vorgeschlagen , wofür er kurze Zeit später jedoch lediglich mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet wurde.
Infolge der Verwundung kommt Brunner zunächst in ein Lazarett, wobei er gleichzeitig dem Grenadier-Ersatz-Bataillon 62 zugeteilt wird. Dort wechselt er dann ab dem 23.09.1943 von der 1. Grenadier-Kompanie in den Stab des Bataillons.
Anschließend vom 29.09. bis zum 17.10.1943 im Marsch-Bataillon 7/6 als Führer-Reserve der Heeresgruppe Mitte. Dabei wird er am 12.10.1943 mit Wirkung vom 20.10.1943 an die Schule II für Fahnenjunker der Infanterie nach Wiener-Neustadt kommandiert. Diese Kommandierung wird jedoch aufgrund einer sofortigen Feldabstellung nicht wirksam.
Brunner übernimmt stattdessen ab dem 18.10.1943 den Posten des Adjutanten des Grenadier-Regiments 62 und wird am 09.12.1943 zum Führer und später bis Kriegsende zum Kommandeur des I. Bataillons ernannt.
Im Januar 1944 lag das Regiment, im Rahmen der 7. Infanterie-Division, ostwärts Pinsk, wo Brunner am 14.01.1944 den Auftrag erhielt die Ortschaft Bessedki vom Gegner zu säubern. Aufgrund des Zeitdruckes konnte keine Aufklärung durchgeführt werden und Brunner ging so mit zwei Kompanien zum Angriff über. Beide Kompanien waren durch den bereits vier Tage laufenden Abwehrkampf, sowie durch Nässe und Kälte, stark geschwächt. Da in den beiden letzten Tagen auch die Verpflegung ausgeblieben war, schien die Truppe zu Angriffsmaßnahmen kaum mehr fähig. Ihrem Kommandeur folgten sie jedoch widerspruchslos. Unterstützt durch einige Sturmgeschütze gelang es den größten Teil der Ortschaft zu nehmen, während in der Nacht vier Gegenangriffe abgeschlagen wurden. Brunner stets in vorderster Front wehrte mit Pistole und Handgranaten im Nahkampf alle gegnerischen Versuche ab, erneut in die Ortschaft einzudringen. Bessedki spielte für den Gegner eine erhebliche Rolle , da es den Ausgangspunkt zur Unterbrechung der Bahn und der Rollbahn darstellte. Allein am 17.01.1944 griff er sieben mal, zum Teil mit Panzerunterstützung, an, wobei die deutschen Grenadiere jedoch jedes mal standhielten. Weiterhin gelang es Brunner am Morgen des 17.01.1944 in die Flanken eines gegnerischen Angriffes zu stoßen und den Gegner dabei aus einer Häusergruppe außerhalb der Ortschaft zu vertreiben. Dafür erhielt Brunner als Hauptmann und Führer des I. Bataillons im Grenadier-Regiment 62 am 27.02.1944 das Ritterkreuz.
In der weiteren Folge der Kämpfe gelingt es Brunner am 16.10.1944 dem Gegner bei dessen Angriff auf Zakliczewo schwere Verluste zuzufügen. Der Gegner griff an diesem Tag dreimal an, wobei es ihm bereits beim ersten Angriff gelang, 2/3 der Ortschaft zu nehmen. Brunner raffte schnell seine letzten Reserven zusammen und ging zusammen mit einer SPW-Kompanie zum Gegenangriff über. Dadurch konnte der Ort im Sturm zurückerobert werden. Der Gegner sammelte sich jedoch neu und eroberte die Ortschaft zurück. Brunner und seinen Grenadieren gelang es dann wiederum den Ort erneut einzunehmen. Für diese beiden erfolgreichen Gegenstöße erhielt Brunner, als Hauptmann und Kommandeur des I. Bataillons im Grenadier-Regiment 62, am 18.10.1944 das 638. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Zwischen beiden Verleihung war er vom 22.06. bis zum 18.07.1944 zum 20. Lehrgang für Bataillons- und Abteilungs-Führer an die Heeresschule für Bataillons- und Abteilungs-Führer in Bastogne, zum dortigen Lehrstab1/II. gem. Lehr-Abteilung, kommandiert worden.
Nach dem Krieg trat Brunner 1960 der Bundeswehr bei und wurde am 31.03.1975 als Oberstleutnant in den Ruhestand verabschiedet.
Eduard Brunner verstarb am 13.05.2006 in München.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fahnenjunker-Gefreiter 15.05.1939 m. Wirk. v. 01.05.1939 Eisernes Kreuz II. Klasse 29.11.1939
Fahnenjunker-Unteroffizier 01.08.1939 Eisernes Kreuz I. Klasse 22.07.1940
Fahnenjunker-Feldwebel 01.01.1940 (23. Offiziers-Ergänzungs-Lehrgang) Infanterie-Sturmabzeichen in Silber 07.10.1940
Leutnant 20.04.1940 -2290- m. Wirk. v. 01.04.1940 (RDA v. 01.04.1940(865)) Verwundetenabzeichen in Schwarz 22.01.1942
Oberleutnant 16.03.1942 -1710- m. Wirk. v. 01.04.1942 (RDA v. 01.04.1942(914)) Medaille Winterschlacht im Osten 01.08.1942
Hauptmann 20.04.1943 -2410- m. Wirk. v. 01.02.1943 (RDA v. 01.02.1943(328)) Deutsches Kreuz in Gold 24.03.1943
Major 15.11.1944 -2602- m. Wirk. v. 01.09.1944 (RDA v. 01.07.1944(94a)) Nahkampfspange in Bronze 03.02.1944
Major (Bw) ??? Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 27.02.1944
Oberstleutnant (Bw) 24.10.1966 Verwundetenabzeichen in Silber 08.11.1944
638. Eichenlaub zum Ritterkreuz 18.10.1944

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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