Axel Bruns - Celles ehemaliger Oberkreisdirektor - wurde am 07.06.1915 in Lutzig in Pommern als Sohn eines Gutsbesitzers geboren und studierte nach
seinem Abitur Jura. Kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs stand er im juristischen
Vorbereitungsdienst. Durch freiwillige Wehrübungen war er bei Ausbruch des 2.
Weltkrieges bereits Gefreiter und gehörte ab dem 01.09.1939 bis zum 01.10.1939
als AVT (Artillerie-Vermessungs-Trupp)-Mann zur II. Abteilung des
Artillerie-Regiments 68.
Ab dem 01.04.1940 folgten dann die Kommandierung an die Waffenschule und
verschiedene Vorbereitungslehrgänge zunächst bei der schwere
Artillerie-Ersatz-Abteilung 38 in Prenzlau, dann bei der leichten
Artillerie-Ersatz-Abteilung 2 in Stettin und schließlich bei der leichten
Artillerie-Ersatz-Abteilung 32 in Köslin, wo er ab dem 01.08.1940 als
Zugführer eingesetzt wird.
Am 28.06.1941 wechselt er als Beobachtungs- und Batterie-Offizier in die 5.
Batterie des Artillerie-Regiments 241, wo er kurze Zeit später mit der Führung
der Batterie betraut wird. Dort wird er dann am 23.08.1941 als Leutnant der
Reserve zum ersten mal verwundet, wobei am 08.08.1942 die 2. Verwundung
folgte. Bruns befand sich dabei seit dem 01.06.1942 als Ordonnanz-Offizier
beim Stab des Regiments und übernahm dann ab dem 01.10.1942 die Führung der 7.
Batterie.
Während der Schlacht um Charkow zeichnete er sich durch
die Abwehr eines sowjetischen Flankenangriffs aus, der als Ziel die Umfassung
der Division hatte. Mit seiner Batterie und einigen unterstellten
Infanteriegruppen wehrte er mehrere Angriffe auf die eigene Stellung
erfolgreich ab. Für diesen taktischen Erfolg wurde Oberleutnant der Reserve
Bruns am 29.08.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Kurz darauf, ab
dem 01.10.1942 übernimmt er dann zugleich auch die stellvertretende Führung
des Regiments, bis er dann am 01.01.1944 als Hörsaalleiter an die
Fahnenjunkerschule für Artillerie nach Gross-Born versetzt wird.
Im Zuge der Abwehrkämpfe übernimmt Bruns ab dem 21.01.1945 eine Kompanie und
die stellvertretende Führung des Fähnrich-Regiments 5 bzw. im Regiment Sann.
Ab dem 21.03.1943 ist er dann Kommandeur der III. Abteilung des
Marine-Artillerie-Regiments 3, bzw. ab dem 25.04.1945 einer Abteilung des
Artillerie-Regiments Wollin. Dort gerät er mglw. in Gefangenschaft. Amtliche
Dokumente weisen ihn jedoch für den 29.03.1945 noch als Kommandeur der III.
Abteilung des Artillerie-Regiments 234 aus, das zu diesem Zeitpunkt der
163. Infanterie-Division, im Raum Dramburg unterstellt war.
Nach seiner Entlassung war Bruns ab Ende der 40er
Jahre im niedersächsischen Verwaltungsdienst tätig. Am 03.12.1947 wird
er zum Oberkreisdirektor in Celle ernannt.
In den 50er Jahren forcierte Bruns die Patenschaft für die sog. "Pommernbank".
Diese rund 6 m lange massive Holzbank , aufgestellt in der Nähe des
Lönssteins, erinnert an die Patenschaft mit dem pommerschen Landkreis Belgard
- eine Gegend, für die Bruns als Vertriebener tiefe Verbundenheit hegte.
Zu seinen größten Leistungen als Celler Oberkreisdirektor gehören die
Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen sowie der Ausbau des
weiterführenden Schulwesens und der Berufsschulen. Kritik musste Bruns wegen
Organisationsmängeln im Zusammenhang mit der großen Waldbrandkatastrophe 1975
einstecken .
Seine Verdienste spiegeln sich in der Namensgebung der Axel-Bruns-Berufsschule
am Lönsweg ( BBS II ) wieder, er war Träger des Großen Verdienstkreuzes des
Niedersächsischen Verdienstordens.
Am 30..06.1977 ging er als Oberkreisdirektor in den Ruhestand.
Dr. jur. Axel Bruns verstarb am 21.04.1990 in Celle, wo er auch begraben
ist.