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Ritterkreuzträger Diedrich Bruns
Oberstleutnant der Reserve, Infanterie

31.10.194115.09.1939

Diedrich Bruns wurde am 17.03.1897 auf dem Hof Potenburg bei Tossens im Kreis Oldenburg als Sohn eines Landwirts geboren, besuchte zunächst die Volksschule in Tossens, anschließend die Vor- und Hauptschule in Oldenburg, sowie die Oberrealschule, die er mit der Sekunda abschloß und trat am 14.08.1914 als Kriegsfreiwilliger der Ersatz-Abteilung des Ostfriesischen Feldartillerie-Regiments Nr. 62 in Oldenburg bei. Von dort kommt er zur leichten Munitionskolonne des Regiments und wird aufgrund seiner freiwilligen Meldung zur Infanterie zum Unteroffizier befördert. Damit wechselt er im herbst 1914 zum Oldenburgischen Infanterie-Regiment 91 in die Nähe von Reims, wo er u.a. auch eine Unterweisung am MG bei der MG-Kompanie bekommt.
Im Winter 1914 kommt Bruns zum Ersatz-Bataillon 91 des Regiments und erhält dort eine Kommandierung zum 1. Offizier-Lehrgang des Krieges in Döberitz. Anschließend wird er zur neu aufgestellten MG-Scharfschützen-Kompanie nach Lüttich versetzt, um von dort als Zugführer seiner MG-Kompanie des Landwehr-Infanterie-Regiments 52, in eine Stellung bei Nayon, zugeteilt zu werden. Ab Mitte 1916 wechselt er dann als Kompanie-Chef in die MG-Scharfschützen-Abteilung 18 an die Ostfront. Kurze Zeit später erfolgte dann wiederum die Verlegung an die Westfront. Für die anschließenden schweren Kämpfe bei Roi in Frankreich erhält er kurz darauf das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Bei Ende des 1. Weltkrieges in Flandern, wird er als Leutnant am 17.01.1919 aus dem Heeresdienst entlassen. Bruns nimmt für 2 1/2 Semester ein Studium der Landwirtschaft in Leipzig auf, kehrt aber aufgrund der hohen Inflation auf den väterlichen Hof Potenburg zurück, den er als Bauer übernahm.
Nach mehreren Reserveübungen bei der Wehrmacht, nimmt er als Oberleutnant der Reserve und Führer der 4. Kompanie des Infanterie-Regiments 16, der 22. Infanterie-Division, am Sudeten-Einmarsch teil und wird im Dezember 1938 als Oberleutnant der Reserve in die Wehrmacht übernommen. Er übernimmt dabei dann den Posten des Chefs der 4. Kompanie, wobei er jedoch in der Stellenbesetzung des Regiments vom 03.01.1939 nicht auftaucht. Stattdessen wird als Chef der 4. MG-Kompanie Hauptmann Maas genannt wird. Möglicherweise erfolgte die Ernennung zum Kompaniechef erst nach dem 03.01.1939. Dennoch erlebt Bruns damit die Umstellung des Regiments auf ein Luftlande-Regiment.
Bruns nimmt am Polen-Feldzug teil und erlebt an der Bzura seine Feuertaufe. Mit Ende der Kämpfe erfolgte die Verlegung des Regiments nach Hauenstein in die Pfalz und am 06.11.1939 in das Winterquartier nach Mecklenburg.
Im Frühjahr 1940 wird es erneut verladen und das Gütersloh, zur weiteren Luftlande-Ausbildung, verlegt. Die Division sollte im rahmen des Westfeldzuges eine Schlüsselposition übernehmen. In Gütersloh erhält das Regiment am 09.05.1940 den endgültigen Einsatzbefehl für den Raum Rotterdam, wobei Bruns mit seiner Kompanie den Auftrag erhält auf dem Flugplatz Waalhafen zu landen. Bruns besetzte weiterhin die Strasse nach Dordrecht und eine 650 Meter langer Hubbrücke über die alte Maas. Bruns trug damit wesentlich bei der Besetzung Hollands bei und erhielt als Anerkennung die Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse.
Im Frühjahr 1941 wird das Regiment aus dem Raum Antwerpen in die Magdeburger Börde verlegt und kurz darauf in den Raum der rumänischen Ölfelder nach Ploesti, um dort die wichtige Förderung des Öl zu sichern. Am 14.06.1941 erfolgte dann die Verlegung an die rumänisch-sowjetische Grenze im Raum Stefanesti, für den am 22.06.1941 beginnenden Ostfeldzug. Am 01.07.1941 nimmt das Regiment die Kämpfe und den Vormarsch auf. Dort wird Bruns am 12.07.1939 am Dnjestr verwundet und in das Lazarett Dorna-Vatra verlegt.
Mit Meldung vom 28.08.1941 befindet er sich, genesen, dann als Hauptmann beim Stab des Infanterie-Regiments 16 in Berislaw am Dnjepr. Bruns nimmt damit am Vormarsch zum Mius und an den Kämpfen zum Übergang auf die Krim bei Perekop teil. Laut Meldung vom 01.10.1941 wird er mit der Führung des II. Bataillons im Infanterie-Regiment 65 betraut und damit an dieses Regiment "verliehen". Es folgten nun die Kämpfe an den Toren Sewastopols. Nachdem beim Infanterie-Regiment 16 jedoch mindestens zwei Bataillonskommandeure ausgefallen waren, wird er am 22.10.1941 zum Infanterie-Regiment 6 zurückversetzt und zum Kommandeur des II. Bataillons ernannt. Bei den Winterkämpfen um die Festung Sewastopol zeichnet sich Bruns im Dezember 1941 im besonderen Masse aus und wird aufgrund seiner mitreißenden, persönlichen Tapferkeit und seinem entschlossenen Handeln mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Bei den 2. Kämpfen zur Eroberung der Festung Sewastopol, die am 06./07.06.1942 begannen, gewann Bruns mit seinen Soldaten in schweren und harten Kämpfen die Höhenstellungen im Nordabschnitt der Festungsfront. Anschließend drang sein Bataillon bis an die Severnaja-Bucht vor. Im feindlichen Feuer überquerte er diese mit Sturmbooten und stürmte am Südufer aus eigenem Entschluss die Denkmalshöhe. Dabei wird er am 29.06.1942 beim Sturm auf diese Höhe durch einen sowjetischen Scharfschützen am linken Unterschenkel durch einen Schussbruch schwer verwundet. Auf dem Verbandsplatz wurde das Bein in Gips gelegt und Bruns selbst mit dem Lazarettzug über Krakau nach Gera in Thüringen gebracht. Dort erhielt er die Nachricht, daß ihm aufgrund seines heldenhaften Einsatzes als Major der Reserve und Kommandeur des II. Bataillons im Infanterie-Regiment 16, am 09.08.1942, das Ritterkreuz verliehen wurde. Ein anderes Dokument nennt als Verleihungsgrund folgendes. Bruns hatte nach der Wegnahme des Panzerberges vor Sewastopol selbstständig entschieden über den Panzergraben weiter vorzustoßen und die überhöhenden, sichernden Feldstellungen anzugreifen und zu nehmen. Dieser Entschluss war entscheidend für den weiteren Angriff des gesamten Regiments. Bruns schuf damit die Vorraussetzungen für die Eroberung der diesen Abschnitt beherrschenden Werke "Stalin" und "Wolga". Da diese für die gesamte Festung von entscheidender Bedeutung waren, griff Bruns in die Gesamtstrategie zur Eroberung der Festung Sewastopol erfolgreich ein. Der Übergang über die Severnaja-Bucht im schweren Abwehrfeuer ist jedoch derart achtenswert und eindeutig die mutigere Leistung, womit anzunehmen ist, das er dafür die Auszeichnung erhielt. Diese erhielt er im Lazarett in Gera.
Während seiner 1 1/4 jährigen Genesung u.a. in den Lazaretten Gera, Varel und Berlin-Dahlem wird er wirtschaftlich dem Infanterie-Ersatz-Bataillon 16 zugeteilt und nimmt u.a. an einem Lehrgang für Regimentskommandeure an der Infanterieschule Döberitz teil.
Am 06.11.1943 übernimmt Bruns das Kommando über das Infanterie-Ersatz-Bataillon 16 in Oldenburg und begibt sich Anfang Mai 1944 zunächst auf eine Kur nach Bad Gastein. Wieder im Dienst wird er ab dem 01.06.1944 mit dem Kommando über das Grenadier-Regiment 16 auf Kreta betraut, wobei er dieses Kommando ab August antritt. Gerade rechtzeitig zum Abmarsch von der Insel. Ab dem 10.09.1944 wird das Regiment zum Schutz der zurückgehenden deutschen Truppen auf dem Balkan eingesetzt. Der Rückzug führte Bruns dabei über Griechenland, Mazedonien und Jugoslawien bis zur deutschen Grenze bei Agram. Dabei überstand das Regiment schwere Kämpfe gegen Partisanen, Bulgaren und Jugoslawen. Damit ist er auch zugegen als einer seiner Söhne, Leutnant Dieter Bruns, am 05.12.1944 bei Bielo Polje in Montenegro durch eigenes Pakfeuer den Tod fand. Sein 2. Sohn fiel 1945 im Kampf gegen englische Truppen.
Nach der Kapitulation der deutschen Truppen, versuchte Bruns seine Soldaten in die Heimat zurückzuführen, gerät dabei aber am 14.05.1945 bei Cilli in jugoslawische Gefangenschaft. Zusammen mit einem Leutnant gelingt es ihm jedoch seinen Bewachern zu entkommen und Kärnten zu erreichen. Am 01.07,.1945 traf er dann über einen abenteuerlichen Weg auf seinem Hof bei Tossens an.
Bis zum 12.11.1963 arbeitete er dann weiterhin als Landwirt und daneben Sektionsleiter der Sektion Oldenburg-Ostfriedland in der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger.
Diedrich Bruns verstarb am 29.10.1988 im Alter von 91 Jahren in Oldenburg. Die Beisetzung auf dem Stadtfriedhof erfolgte mit militärischen Ehren.

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Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter ???? Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK ???
Unteroffizier ??.??.1914 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK ???
Leutnant 22.03.1915 Medaille zur Erinnerung an den 13.03.1938 ???
Oberleutnant d.R. 00.03.1938 Eisernes Kreuz II. Klasse 26.06.1940
Hauptmann d. R. 27.08.1939 Eisernes Kreuz I. Klasse 17.08.1941
Major d.R. 18.12.1942 -3330- m. Wirk. v. 01.10.1942 erh. später RDA v. 01.03.1943(81) und spätrer v. 01.03.1941 Infanterie-Sturmabzeichen ???
Oberstleutnant d.R. 01.09.1944 Deutsches Kreuz in Gold 05.02.1942
Medaille Winterschlacht im Osten ???
Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 09.08.1942
Großoffizierkreuz des Kgl. Rumän. Ordens des Sterns mit Schwertern ???

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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