Fritz Adam Otto Buchenau wurde am 04.06.1914 in Unterellen im Kreis
Eisenach geboren und trat am 28.10.1935 der 5. Batterie des
Artillerie-Regiments 55 bei.
Am 02.05.1936 in die 7., bzw. am 06.07.1936 in die 5. Batterie des
Artillerie-Regiments 19 versetzt, besucht er vom 04.01. bis zum 17.09.1937 die
Kriegsschule in München und wird am 09.09.1937 mit Wirkung vom 12.10.1937 in
das Artillerie-Regiment 13 versetzt. Dort erhält er vom 21.04. bis zum
24.05.1938 eine Kommandierung zu einem Waffenschul-Lehrgang an der der
Artillerieschule in Jüterbog und besucht weiterhin am 29.04.1938 einen
eintägigen Lehrgang bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG).
Vom 09.06. bis zum 03.08.1938 Teilnehmer eines Lehrgangs für Offiziere in der
militärischen Körpererziehung in Wünsdorf, kommt Buchenau am 01.12.1938 als
Nachrichten-Offizier in die I. Abteilung des Artillerie-Regiments 13. Als
solcher besucht er vom 15.05. bis zum 22.05.1939 einen Lehrgang zur Ausbildung
im Funkverkehr mit Fliegern an der Flieger-Ausbildungs-Schule in Braunschweig.
Mit Beginn des Feldzuges gegen polen, am 01.09.1939, ist er wieder in seiner
Position beim Artillerie-Regiment 13 und nimmt an den Kämpfen bis zum
20.09.1939 teil. Kurze Zeit später wechselt er am 01.12.1938 in gleicher
Dienststellung in die II. Abteilung des Artillerie-Regiments 74 und nimmt so
am West-Feldzug teil. Dort wird er am 09.06.1940 verwundet, kann aber bei der
Truppe verbleiben.
Nach Ende der Kämpfe übernimmt er am 01.07.1940 die Führung der
Regiments-Stabs-Batterie im Artillerie-Regiment 74 und ist gleichzeitig
Regiments-Nachrichten-Offizier. Beide Posten behält er bis zum 09.08.1942,
währenddessen er am Balkan- und ab dem 02.10.1941 am Ost-Feldzug teilnimmt.
Am 10.08.1942 übernimmt Buchenau die Führung der 2. Batterie des Regiments und
wird dabei aber bereits am 15.08.1942 verwundet und während seiner Genesung in
die Führer-Reserve versetzt.
Wieder genesen kommt er ab dem 16.09.1942 in die leichte
Artillerie-Ersatz-Abteilung (mot.) 102 nach Olmütz und wird am 20.01.1943, mit
Wirkung vom 01.11.1942, in dien Führer-Reserve unter gleichzeitiger
Kommandierung für etwa vier Wochen zum Stab des Inspekteurs der
Landbefestigungen West, versetzt. Vom 15.11.1942 bis zum 15.04.1943 erhält er
dann eine Kommandierung zum Lehrgang zur Ausbildung von aktiven Offizieren aus
anderen Waffengattungen zwecks Übernahme in das Festungs-Pionier-Korps in
Berlin-Karlshorst.
Ab dem 16.04.1943 findet Buchenau dann zunächst eine Verwendung im Ersatzheer
und nimmt ab dem 27.05.1943 am Abteilungs-Führer-Lehrgang an der
Artillerie-Schule II teil. Anschließend ab dem 24.06.1943 Lehrgangsleiter der
Infanterie-Offiziere im Wehrkreis XI in Bergen, wird er am 26.06.1943 mit
Wirkung vom 27.04.1943 in die Führer-Reserve unter gleichzeitiger Aufhebung
seines Kommandos zur Festungs-Pionier-Schule in Berlin-Karlshorst versetzt, um
am 27.09.1943, mit Wirkung vom 23.06.1943 als Abteilungs-Kommandeur zum
Artillerie-Regiment 74 versetzt zu werden. Dort wird er dann am 11.07.1943
zunächst zum Führer und ab dem 01.09.1943 zum Kommandeur der II. Abteilung
ernannt. Als solcher dann am 19.10.1943 erneut verwundet, kann er zunächst bei
der Truppe verbleiben. Eine weitere Verwundung, ein Oberschenkel-Schuß, zwingt
ihn jedoch in ein Lazarett. Während der Genesung der
Artillerie-Ersatz-Abteilung 13 zugeteilt, kehrt Buchenau laut Meldung vom
20.01.1944 wieder zu seiner Abteilung an die Front zurück.
Von dort wird er am 26.07.1944, mit Wirkung vom 12.04.1944 an die
Artillerieschule II nach Groß-Born versetzt und dort als Hörsaalleiter beim
Lehrgang I des Lehrstabes für Offiziers-Schieß-Lehrgänge eingesetzt zu werden.
Zunächst ist er dort Inspektionschef und dann Lehrgruppen-Kommandeur.
Mit Wirkung vom 15.07.1944 zwischenzeitlich zum Pionier-Sonderstab 5
kommandiert, kehrt Buchenau am 01.12.1944 als Kommandeur des Lehrstabes IV an
der Fahnenjunkerschule der Artillerie nach Groß-Born zurück. Im Zuge der
Abwehrkämpfe in Pommern übernimmt Buchenau am 21.01.1945 das Kommando über das
Fähnrichs- bzw. Fahnenjunker-Regiment 4 der Schule. Am 07.02.1945 im Einsatz
wird er für einen Abwehrerfolg an diesem Tag bei Klausdorf-Neugolz zur
Anerkennungsurkunde eingereicht. Wann genau die Anerkennung ausgesprochen
wurde ist jedoch nicht mehr belegbar. Sie fand aber definitiv statt.
Am 19.03.1945 erfolgt eine Erwähnung im Wehrmachtsbereicht:
"Im Verband der auf dem Brückenkopf Dievenow durchgebrochenen
Kräftegruppe hat das Fahnenjunker-Regiment der Artillerieschule IV unter
Führung von Major Buchenau in beispielhaftem Angriffsschwung mehrere starke
Sperrriegel des Feindes durchbrochen und an entscheidender Stelle den
sowjetischen Einschließungsring gesprengt."
Das Deutsche Nachrichtenbüro veröffentlichte weiterhin einen Bericht, in
dem die Kämpfe des Regiments Buchenau genauer beschrieben wurden. Nachdem der
Gegner bei seinem Vorstoss gegen das Stettiner Haff südlich bad Dievenow die
Ostsee erreichte, war eine deutsche Kräftegruppe eingeschlossen. Diese
Kräftegruppe kämpfte sich jedoch bis zur Ostseeküste durch und bildete im Raum
Horst einen Brückenkopf. Dieser war nun Ziel starker gegnerischer Angriffe.
Gleichzeitig versuchte auch die deutsche Truppe nach Westen durchzubrechen.
Dabei erhielt das Regiment Buchenau den Auftrag den feindlichen
Einschließungsring zu durchbrechen. Die Fahnenjunker, ohne schwere Waffen auf
sich allein gestellt, unterliefen das gegnerische Sperrfeuer, kämpften die
gegnerische Infanterie nieder und zerbrachen einen weiteren Pak-Riegel. Ohne
sich neu zu ordnen, stießen die jungen Soldaten weiter nach Westen vor,
eroberten eine Ortschaft und nahmen eine dort stehende Batterie bestehend aus
sechs 12,2-cm-geschützen im Sturm. Am nächsten Morgen gelang ihnen die
Einnahme einer weiteren Stadt, womit ihr Auftragsziel erfüllt war. Mit
Durchstoß durch den 3. Sperr-Riegel zwischen Pustchow und Dievenow konnte
Buchenau die Verbindung zum Brückenkopf melden.
Durch den Einsatz des Regiments war es gelungen der eingeschlossenen
Kampfgruppe nebst Verwundeten und Zivilisten den Durchbruch in den Brückenkopf
Stettin zu ermöglichen. Während dieser Kämpfe wurden drei Panzer, vier
Panzerspähwagen, 400 Pak, sechs Geschütze, 15 überschwere Granatwerfer,
zahlreiche Panzerbüchsen und eine nicht gezählte Menge an Handfeuerwaffen
zerstört oder erbeutet. Dazu kommen verschiedene Lkw und Krafträder. Für
diesen Erfolg reichte ihn die Korpsgruppe von Tettau zu7m Ritterkreuz ein,
welches ihm als Major und Kommandeur des Fähnrichs- bzw.
Fahnenjunker-Regiments 4 am 28.03.1945 verliehen wurde.
Nach den schweren Kämpfen wird er am 21.04.1945 zum Kommandeur der
Führer-Nachwuchs-Schule Nr. 1 für Fahnenjunker der Artillerie in Rokitzan bei
Pilsen ermannt und übernimmt gleichzeitig die Führung einer Führer-Reserve,
bis er schließlich am 09.05.1945 in amerikanische Gefangenschaft gerät, aus
der er am 31.05.1945 wieder entlassen wird.
Am 31.03.1956 tritt Buchenau der Bundeswehr bei und versieht seinen Dienst
zunächst bei der Annahme-Kommission Köln-München. Abschließend übernimmt er ab
dem 01.07.1956 den Posten eines Hilfsreferenten im Bundesministerium der
Verteidigung, um dann ab dem 01.12.1959 mit dem Kommando über das
Feldartillerie-Bataillon 285 betraut zu werden.
Dann ist er vom 01.10.1962 bis zum 30.09.1964 stellvertretender Kommandeur der
Panzergrenadier-Brigade 11 und dann des Artillerie-Regiments 4. Ab dem
01.04.1968 Lehrguppen-Kommandeur an der Artillerieschule, wechselt er am
01.10.1969 als Kommandeur an die Artillerieschule nach Idar-Oberstein, wo er
am 01.07.1972 in den Ruhestand verabschiedet wird.
Fritz Buchenau verstarb am 08.02.1991 in Kempten im Allgäu.