Hermann Bühlbecker wurde am 06.04.1913 in Eiberg-Königsteele im Kreis
Hattingen geboren und trat am 09.04.1931 der 6. Kompanie des 19. (Bayerischen)
Infanterie-Regiments bei.
Nach dem Wechsel in die 16. Ausbildungs-Kompanie am 20.04.1931, wird Bühlbecker
am 05.09.1931 der 9. Kompanie des Regiments zugeteilt. Dieser gehört er auch an,
nachdem das Regimentzeitweilig in das Infanterie-Regiment München umbenannt
wurde. Das der 9. Kompanie übergeordnete II. Ausbildungs-Bataillon lag dabei in
Lindau am Bodensee. Mit seiner Kompanie nimmt er dann auch am Einsatz in
Österreich vom 12.03. bis zum 23.05.1938 teil.
Am 15.10.1935 wechselt er in die 3. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 100 nach
Traunstein in Oberbayern, bzw. am 11.11.1938 in die 1. Kompanie nach Brannenburg
am Inn. Ab dem 01.01.1939 zugehörig zur 2. Ausbildungs-Kompanie des Regiments,
wird er am 26.08.1939 als Zugführer in die 11. Kompanie des Infanterie-Regiments
468 versetzt. Am 24.01.1940 wird er durch Oberst Krieger, dem Kommandeur des
Infanterie-Regiments 468, zum Offizier gewählt und so ab dem 10.05.1940 im
Westfeldzug eingesetzt.
Vom 20.05. bis zum 11.10.1940 Gepäcktrossführer, Ordonnanz-Offizier und Adjutant
beim Stab des Regiments, findet er anschließend eine Verwendung als Offizier zbV.
beim Infanterie-Regiment 438 bis zum 16.10.1940.
Ab dem 17.10.1940 Chef der 2. Kompanie, nimmt er ab Juni 1941 am Feldzug gegen
die Sowjetunion teil. Dabei wird er am 09.07.1941 durch einen
Infanteriegeschoss-Streifschuß leicht verwundet. Am 24.12.1941 stecken die Reste
eines Artilleriegeschosses in seinem Rücken und am 14.05.1942 wird er durch ein
Artilleriegeschoss an der linken Hand verwundet und in ein Lazarett verlegt.
Wieder genesen wird er am 02.07.1942 zum Kompanie-Chef und zbV. im
Infanterie-Ersatz-Bataillon 438 ernannt. Vom 04.01. bis zum 23.01.1943 nimmt er
am Bataillons-Führer-Lehrgang der 5. Infanterie-Lehr-Abteilung an der
Bataillons- und Abteilungs-Führer-Schule teil und übernimmt dann ab dem
08.02.1943 die Führung des Grenadier-Ersatz-Bataillons 437, wobei er ab dem
01.03.1943 zum Kommandeur des Bataillons ernannt wird.
Am 15.02.1944 wird er an die Front versetzt und übernimmt dort am 04.03.1944 die
Führung des II. Bataillons des Grenadier-Regiments 436. Kurz darauf übernimmt er
dann auch das Kommando des Bataillons. Während dieser Phase erfolgte ab dem
20.07.1944 die Absetzbewegungen der 132. Infanterie-Division in den Raum
Dünaburg. Bis zur Räumung der Stadt Dünaburg, am 27.07.1944, kam es im
Stadtgebiet zu schweren Kämpfen, bei denen sich Bühlbecker im besonderen Masse
auszeichnete. Während dieser Kämpfe kommt das Grenadier-Regiment 436 dem
Schwester-Regiment 437 zur Hilfe, das am 12.07.1944 50 Kilometer südostwärts auf
einer beherrschenden Höhe festlag. Der Kommandeur des Grenadier-Regiments 436
übernahm dann die Führung beider Regimenter, hebelte mit teilen die sowjetische
Front aus und drang anschließend bis in den Raum des Strussto-Sees vor. Der
Kommandeur Oberst der Reserve Josef Drexel erhielt dafür am 27.08.1944 das
Ritterkreuz. Während dieser Kämpfe zeichnete sich auch Bühlbecker aus und
erhielt bereits am 23.08.1944 als Hauptmann und Kommandeur des II. Bataillons im
Grenadier-Regiment 436 das Ritterkreuz. Zuvor war er am 26.06. und am 15.07.1944
durch Paksplitter verwundet worden. Die nächste Verwundung am 26.08.1944 machte
es notwendig ihn in ein Feld-Lazarett und anschließend in das Reserve-Lazarett
101 zu verlegen. Am 07.10.1944 wird er in das Reserve-Teil-Lazarett
Prinz-Ludwig-Heim nach Traunstein verlegt und mit Meldung vom 26.01.1945
wirtschaftlich dem Grenadier-Ersatz-Bataillon 436 zugeteilt.
Vom 05.12.1944 bis zum 23.04.1945 befand er sich im Reserve-Lazarett IV in
München.
Hermann Bühlbecker verstarb am 19.04.1991.