Rudolf von Bünau wurde am 06.05.1915 in Stuttgart geboren und besuchte das
Human- und Realgymnasium in Ludwigsburg und Dresden. Nach dem bestandenen
Abitur trat von Bünau am 01.04.1935 als Fahnenjunker der Kraftfahr-Abteilung 5
in Stuttgart-Bad Cannstatt bei.
Von Bünau bleib seiner Abteilung bis nach Kriegsanfang 1939 treu. Zuvor in
Aufklärungs-Abteilung 5 umbenannt und der 2. Panzer-Division unterstellt,
übernimmt von Bünau den Posten eines Zugführers in der Panzerspäh-Kompanie der
Abteilung, die vor Kriegsanfang von Major Kitschmann befehligt wurde. Chef der
Kompanie war damals Rittmeister Schmelzer.
Von Bünau rückte dann mit dem 01.09.1939 ins Feld gegen Polen und erwirbt sich
bereits im 1. Feldzug des 2. Weltkrieges beide Eisernen kreuze. In der Folge
zum Kompaniechef ernannt, nimmt er an West-, Balkan- und Ostfeldzug teil. Im
Laufe des Feldzuges gegen die Sowjetunion übernimmt von Bünau 1943 das
Kommando über die neu aufgestellte Panzer-Aufklärungs-Abteilung 9 , der
9. Panzer-Division.
Während der schweren Angriffskämpfe südlich Orel, im Rahmen des Unternehmens "Zitadelle"
tat sich die Abteilung unter dem Kommando von Bünaus im besonderen Masse
hervor. Der Kampfgruppe Schmahl unterstellt, griff sie vor allem am 23.07.1943
entscheidend in die Kämpfe ein. Obwohl jegliche Verbindung der Kampfgruppe
fehlte und der gegner bereits an beiden Flanken durchgebrochen war,
verteidigte von Bünau für acht Stunden die Ortschaft Osskoje gegen durch
Artillerie- und Panzerfeuer unterstütze Angriffe. Selbst mit der Waffe in der
Hand riss er seine Soldaten zum Gegenangriff auf und nahm die wichtige Höhe
226, 8, die Ortschaft Piskalinka und den Kastenwald. Damit verhinderte er
nicht nur einen gegnerischen Durchbruch, brachte verlorenes Gelände wieder
zurück und fügte dem Gegner schwerste Verluste von mindestens 800 Feindtoten
und 13 abgeschossenen schweren Panzern zu, sondern schuf auch die
Voraussetzungen zum Aufbau einer neuen Abwehrfront der Kampfgruppe. Dafür
erhielt von Bünau als Hauptmann und Kommandeur der
Panzer-Aufklärungs-Abteilung 9 am 08.08.1943 das Ritterkreuz.
Nur sieben Tage später fällt Rudolf von Bünau, am 15.08.1943, bei Latyschi,
südlich Roslwal. Am nächsten Tag begraben ihn seine Kameraden auf dem
Soldatenfriedhof von Roslawl, wo er noch heute ruht. Posthum wird er noch zum
Major befördert.
Sein Vater Rudolf von Bünau
wurde während des 2. Weltkrieges mit dem Eichenlaub ausgezeichnet und stieg
bis zum General der Infanterie auf.