Otto Karl Gerd Lorenz Adolf Büsing wurde am 22.08.1896 in Kiel geboren und
trat am 08.08.1914 dem "Regiment Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1" bei. Am
09.08.1905 hatte sich der damalige Kaiser Wilhelm II. zum Kommandeur des
Regiments ernannt. Aus diesem Grunde waren auf den Achselklappen und den
Kartuschen der königliche Namenszug mit Krone angebracht.
Zunächst kommt Büsing im Rahmen des Regiments bei Grenzsicherungsaufgaben im
Osten zum Einsatz, bis es Mitte August 1914 an die Westfront verlegte und dort
den Rückraum der 23. Reserve-Division sicherte. Im herbst 1916, Büsing war
mittlerweile zum Fähnrich ernannt worden, wurde der Regimentsverband aufgelöst
und die einzelnen Eskadronen als Divisions-Kavallerie verwendet worden.
Büsing erhielt dann vom 16.04. bis zum 19.05.1917 eine Kommandierung zu einem
MG-Lehrgang nach Döberitz und übernahm direkt anschließend die Führung der
MG-Kompanie im Infanterie-Regiment 423, bzw. ab dem 03.10.1917 im
Infanterie-Regiment 334. Von dort kehrte er schließlich am 24.11.1917 in die
2. Eskadron des "Regiment Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1" zurück, um ab
dem 30.06.1918 als Ordonnanzoffizier im Stab der 9. Infanterie-Division eine
neue Verwendung zu finden. Am 01.09.1918 zum 1. Ordonnanzoffizier in diesem
Stab ernannt, wird Büsing am 23.08.1919 als Oberleutnant und Angehöriger der
Grenadier-Brigade 19 aus dem Militärdienst verabschiedet.
Erst am 01.06.1934 wird er reaktiviert und am 01.07.1934, mit Eintritt in die
Reichswehr, dem Reiter-Regiment 10 zugeteilt und gehörte auch mit Meldung vom
01.10.1934, im Zuge der Umbenennung des Regiments in Reiter-Regiment Torgau,
diesem Regiment an.
Am 01.06.1935 übernimmt er den Posten des Chefs der 3. Schwadron und behält
diese Dienststellung auch im Zuge der Umbenennung des Regiments in
Kavallerie-Regiment 10.
Ab dem 10.01. bis zum 29.10.1938 besucht er einen Lehrgang für Kompaniechefs
bei MG-Einheiten in Döberitz und wird dann zum Aufstellungsstab der 5.
leichten Division versetzt. Die Aufstellung dieser Division wurde mglw. jedoch
abgebrochen, denn die
5. leichte Division wird erst am 18.02.1941 aus Einheiten der 3.
Panzer-Division und zwei Heeres-MG-Bataillonen in Afrika gebildet.
Stattdessen erfolgte am 24.11.1938 die Versetzung zur 5. Panzer-Division, wo
er als Adjutant eingesetzt wird.
Mit dieser Division nimmt Büsing am Polen-Feldzug teil und wird nach dessen
für die deutsche Seite erfolgreichen Ende am 15.12.1939 zum Kommandeur der
Panzer-Aufklärungs-Abteilung 8 ernannt. Es folgt dann der Einsatz im Rahmen
der 8. Panzer-Division im Westen und nach Ende der Kampfhandlungen am
01.10.1940 die Versetzung als Adjutant in die
Panzergruppe Guderian.
Ab dem 22.06.1941 gegen die Sowjetunion im Einsatz behält Büsing seinen Posten
auch nach der Umbenennung der Panzergruppe in 2. Panzer-Armee am 05.10.1941.
Mitten in den schweren Abwehrkämpfen des Winters 1941/42 wird Büsing am
23.01.1942 zum Kommandeur des Panzer-Regiments 39 der
17. Panzer-Division ernannt.
Bei den Kämpfen der Division Mitte August 1942 im Raum nördlich Orel errang
Büsing kampfentscheidende Erfolge. Büsing hatte den Auftrag erhalten einen
Waldrand jenseits der Shisdra zu erreichen. Er durchfurtete daraufhin den
Fluss und drang trotz tief versumpften Wegen weiter vor. Mitten in der
gegenwärtigen Orientierung erhielt er die Nachricht von starkem verkehr auf
einer voraus liegenden Straße. Sofort, nicht auf den Rest seiner Kampfwagen
wartend, stieß Büsing vor, um den verkehr auf der Straße zu unterbinden.
Zunächst konnten viergetarnte gegnerische Panzer vernichtet werden, als
schlagartig schwerstes Artilleriefeuer einsetzte. Die aufgesessenen
Kradschützen mussten darum zu ihrer Sicherheit abgesetzt werden. Büsing selbst
verließ trotz großer Gefahr seinen Befehlswagen, machte die sowjetischen
Batterien ausfindig und setzte den Angriff seiner Panzer fort. Dies sollte
schließlich zur Eroberung einer stark befestigten und wichtigen Höhe führen.
Büsing Kampfwagen voran, drangen die Panzer in die Stellung der vier feuernden
Batterien ein und zerschlugen diese. Noch während dieses Kampfes gingen 35
gegnerische Panzerwagen zum Angriff auf die Höhe über, um den Vorstoß des
Regiments Büsing abzufangen. Büsing erkannte sofort die Gefahr und versuchte
nun die Höhe vor den angreifenden Panzern in Besitz nehmen. Im Zuge des
Panzernahgefechts wurden 16 gegnerische Panzer abgeschossen und die Höhe
erobert. Büsings Regiment hatte damit eine stark befestigte Verteidigungslinie
des Gegners durchbrochen und die Grundlage geschaffen für den weiteren Vorstoß
des gesamten XXXXI. Panzer-Korps geschaffen. Dafür erhielt Otto Büsing als
Oberstleutnant und Kommandeur des Panzer-Regiments 39 am 21.11.1942 das
Ritterkreuz.
Für seinen erfolgreichen Angriff am 07.07.1942 bei Bolchow wurde er bereits am
16.10.1942 im Ehrenblatt des Heeres genannt.
Am 07.01.1943 in die Reserve versetzt, übernimmt Büsing am 01.05.1943 das
Kommando über das Panzer-Regiment 26 der
26. Panzer-Division und am 10.10.1943 über das Panzer-Regiment "Großdeutschland".
Als Kommandeur des Panzer-Regiments übernimmt Büsing vom 27.01. bis zum
01.02.1944 die Führung der Panzergrenadier-Division "Großdeutschland",
um anschließend wieder sein Panzer-Regiment zu übernehmen.
Am 08.03.1944 wird Otto Büsing bei Losowatka, 25km südwestlich von Kirowograd
tödlich verwundet. Seine Beisetzung erfolgte zwei Tage später gegen 10.00 Uhr
auf dem Heldenfriedhof in Rownoje vor einer Schule, 50 km südwestlich
Kirowograds.
Nachträglich wird er zum Generalmajor befördert.