Martin Buhr wurde am 03.04.1913 in Marienhafe bei Norden in Friesland
geboren und trat am 04.04.1934 als Fahnenjunker dem Artillerie-Regiment 5 bei,
später wechselte er in das Artillerie-Regiment 25. bzw. mit Meldung vom
03.01.1939 in die Beobachtungs-Abteilung 35, wo er dem Stab zugeteilt wurde.
Buhr nahm dabei u.a. am Feldszug im Westen teil und meldete sich Anfang 1941
zur Sturmartillerie. Die Umschulung auf Sturmgeschütze erfolgte ab dem
25.02.1941 in Jüterbog.
Mit Ende der Ausbildung wird er am 28.07.1941 zum Chef der 1. Batterie der
Sturmgeschütz-Abteilung 202 ernannt. Im Verlauf der Kämpfe im Osten, wird Buhr
am 31.12.1941, nachdem der bisherige Kommandeur Major Dr. Hans Marder gefallen
war, zum Führer der Abteilung ernannt.
Ab dem 10.02.1941 ist Buhr dann Chef der 1. Batterie in der
Sturmgeschütz-Abteilung 428 und zugleich in Vertretung Führer der Abteilung in
Dorf Zinna. Dabei kommt es zu keiner Frontverwendung.
Am 01.04.1942 kehrt er zur Sturmgeschütz-Abteilung 202 zurück und übernimmt
dort den Posten eines Batterie-Offiziers, bis er am 18.03.1943 zum Kommandeur
der Abteilung ernannt wird. Damit gerät auch Buhr, zusammen mit seiner
Abteilung, Ende 1943 in den Strudel der Abwehrkämpfe im Raum Kiev. Zunächst
ist sie dabei ostwärts des Dnjepr der
68. Infanterie-Division unterstellt.
Der entscheidende Stoß des Gegners erfolgte durch sechs Schützen-Division
und zwei Panzer-Korps gegen den südlichen Abschnitt der Division. Buhr selbst
übernahm nach Ausfall der Chefs der 1. und 3. Batterie persönlich deren
Führung und stellte den Gegner zum Kampf. Immer mehr konzentrierten sich die
Kämpfe im Raum Nisch-Serowatka, insbesondere am dortigen Bahndamm. Am
17.08.1943 gelang es dem Gegner am frühen Nachmittag in den Ort selbst und dem
Bahnhof einzudringen. Buhr ohne Begleitinfanterie entschloss sich dennoch zum
sofortigen Gegenangriff. Die Abteilung stieß0 dabei auf eine gegnerische
Panzerbereitstellung, die zerschlagen wurde. Damit bleib dann auch der
gegnerische Angriff auf die Ortschaft liegen. Weiter südlich jedoch waren
sowjetische Einheiten in den Südbahnhof eingedrungen, woraufhin Buhr seine
Sturmgeschütze abdrehen und den Gegner in der Flanke angreifen ließ. Auch hier
konnte der Gegner zurückgeschlagen werden. Währenddessen erholte sich der
weiter nördlich zunächst abgeschlagene Gegner und drang erneut in den Bahnhof
ein. Damit stand die gesamte deutsche Bahndammstellung in begriff durchbrochen
zu werden. Mit nur drei Sturmgeschützen ging Buhr erneut zum Angriff über,
schoss vier Panzer, bei einem Verlust, ab musste schließlich sein eigenes
Geschütz wegen Kupplungsschaden verlassen und in das letzte verbliebene
umsteigen. Allein deckte er damit den Rückzug aus der Bahndammstellung.
An diesem Tag, dem 17.08.1943, wurden im Raum der 68. Infanterie-Division, 101
gegnerische Panzer abgeschossen, dabei allein 48 durch die
Sturmgeschütz-Abteilung 202. Buhr selbst hatte 14 Panzer vernichtet und damit
sein Abschusskonto auf insgesamt 29 erhöht. Für die erfolgreichen Abwehrkämpfe
und seiner hohen Abschusszahl wird Buhr zum Ritterkreuz eingereicht, welches
ihm schließlich am 11.09.1943 als Major, Geschützführer und Kommandeur der
Sturmgeschütz-Abteilung 202 verliehen wird.
Kurz darauf wechselt er am 25.10.1943 als Kommandeur zur Sturmgeschütz-Ersatz-
und Ausbildungs-Abteilung 500 nach Burg bei Magdeburg, die später nach Posen
verlegt wurde.
Am 10.12.10944 erfolgte dann die Versetzung zur Führer-Reserve, unter
gleichzeitiger Kommandierung zu einem Regiments-Führer-Lehrgang. Mit Ende des
Lehrgang übernimmt er ab dem 06.03.1945 das Kommando über das
Panzer-Artillerie-Regiment "Müncheberg" im Abwehrkampf im Vorfeld
Berlins.
Buhr trat nach dem Krieg ab dem 01.09.1955 der Bundeswehr bei und wird dort
zunächst als Referent für Ausbildung im Bundesministerium der Verteidigung
ernannt. Anschließend ist er stellvertretender Kommandeur der Panzer-Brigade
35 und letztlich Lehrgruppen-Kommandeur an der Panzertruppenschule Munster, wo
er am 30.09.1971 in den Ruhestand entlassen wird.
Martin Buhr verstarb am 23.08.1988 in Karlstadt.