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Ritterkreuzträger Rudolf Buhse
Oberst, Infanterie

05.10.193901.10.1939

Rudolf Gustav Buhse wurde am 10.04.1905 in Graudenz geboren und trat am 01.04.1924 der 14. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons des 3. (Preuß.) Infanterie-Regiments bei. Nach der militärischen Grundausbildung wird er am 01.10.1924 in die 2. Kompanie und am 04.10.1924 in die 6. Kompanie versetzt, wo er auf die Fahnenjunker-Prüfung vorbereitet wird. Diese erfolgte dann vom 01.07. bis zum 04.07.1925 in Allenstein. Buhse besteht sie dann auch.
Ab dem 01.03.1926 gehörte er dem I. Lehrgang und ab dem 18.11.1926 dem II. Lehrgang an der Infanterieschule an, wobei er den letzteren am 03.09.1927 beendet.
Am 01.09.1928 wird er zum Rekrutenoffizier in Marienwerder ernannt und am 01.04.1929 als Zugführer der 2. Kompanie, bzw. ab dem 01.04.1931 der 3. Kompanie des 3. (Preuß.) Infanterie-Regiments zugeführt. Weiterhin besucht er vom 16.04. bis zum 22.06.1931 einen Lehrgang für Leibesübungen in Wünsdorf bei Berlin und kommt am 01.10.1931 als Zugführer in die 1. Kompanie, bzw. am 01.04.1933 in die 4. Kompanie des 3. (Preuß.) Infanterie-Regiments nach Marienburg.
Vom 06.10. bis zum 28.10.1933 erhält Buhse eine Kommandierung zu einem Fahr- und Geräte-Lehrgang nach Hannover, bzw. vom 14.11. bis zum 22.12.1933 zu einem MG-Lehrgang nach Döberitz.
Vom 19.03. bis zum 20.03.1934 erfolgte seine Wehrkreis-Prüfung und am 01.10.1934 die Versetzung in das I. Bataillon des Infanterie-Regiments Marienburg, wo er laut Stellenbesetzung bis zum 01.10.1935 Führer der 4. (MG) Kompanie war. Im Jahr 1935 legte er weiterhin die Wehrkreis-Prüfung 34 in der Gruppe 2 ab und wird am 24.08.1935 mit Wirkung vom 01.10.1935 an die Kriegsakademie versetzt.
Mit Wirkung vom 29.09.1937 erhält er ein Versetzungskommando zum Infanterie-Regiment 47, der 22. Infanterie-Division, wo er ab dem 12.10.1937 als Chef der 9. Kompanie eingesetzt wird. Am 10.11.1938 erfolgte dann mit Wirkung vom 21.10.1938 die Ernennung zum Regiments-Adjutanten. Als solcher nimmt er dann an der Sicherung des Westwalls durch die Division, während des Polen-Feldzuges teil und wird am 09.01.1940 zum Kommandeur des III. Bataillons ernannt. Zuvor war er am 02.03.1940 als IIa in den Stab der 21. Infanterie-Division versetzt worden, wobei dieses Kommando bereits am 06.03.1940 nicht anzutreten war.
Buhse führt dieses dann durch den schweren Holland-Einsatz mit Luftlandungen an entscheidenden Stellen.
Ab Sommer 1941 befindet er sich mit seinem Bataillon an der Ostfront. Dort wird er am 28.09.1941, aufgrund der erfolgreichen Kämpfe um den Dnjepr-Übergang bei Berislaw vom 30. bis 31.08.1941, zum Ritterkreuz vorgeschlagen, wobei dieses am 18.10.1941 abgelehnt wurde. Stattdessen erhielt er am 22.10.1941 die Anerkennungsurkunde des Oberbefehlshabers des Heeres. Ausserdem erhält er aufgrund der Einreichung zum Ritterkreuz am 27.10.1941 das Deutsche Kreuz in Gold. Mit seinem Bataillon bewährte sich Buhse auch nach den Kämpfen am Dnjepr in besonderer Weise. So gelang seinem III. Bataillon am 18.10.1941 bei den Durchbruchskämpfen durch die Engen von Perekop an der Krim ein weiterer Erfolg beim Einbruch in die gegnerischen Stellungen. Dabei geriet das Bataillon in eine gefährliche Flankenbedrohung, da die Nachbar-Bataillone nicht weiter vorankamen. Buhse gelang es jedoch stets Herr der Lage zu sein. Beim Durchbruch durch die Engen von Perekop hatte das Bataillon Buhse entscheidenden Anteil. Auch beim Angriff auf die Festung Sewastopol am 17.12.1941 und in den Tagen der Abwehr gegnerischer Angriffe, erwies sich das Bataillon als besonders standfest und sicher, womit es entscheidend zu den Erfolgen der gesamten Division beitrug.
Am 28.02.1942 erfolgte dann mit Wirkung vom 17.02.1942 die Ernennung zum Führer des Infanterie-Regiments 65, bzw. am 12.04.1942 mit Wirkung vom 18.03.1942 des Infanterie-Regiments 47. Verstärkt durch die 2. Kompanie des Pionier-Bataillons 22, einer Batterie der Sturmgeschütz-Abteilung 190, der III. Abteilung des schweren Werfer-Regiments 1, Teile der Panzer-Abteilung 300 und der 1. Batterie des Flak-Regiments 501 wurde das Regiment auf dem linken Flügel der 22. Infanterie-Division, als direkter Nachbar zur 50. Infanterie-Division eingesetzt. Die 22. ID erhielt dabei den Auftrag das Höhengelände westlich der Kamyschly-Schlucht und den Eisenbahnberg zu nehmen. Dann solle sie weiter vorstoßen zum 1. Angriffsziel dem Panzerabwehrgraben. Von dort greift sie beiderseits des Bahnhofs Merkensiewy-Gori auf das Fort "Stalin" an. Dieses galt es als 2. Angriffsziel ebenfalls zu nehmen. Das 3. Angriffsziel war dann die Erkämpfung des Nordrandes der Sswernaja-Bucht. Das verstärkte Infanterie-Regiment 47 erhielt dabei den Auftrag zwischen Südecke des Kamyschly-Steilhanges und des Dorfes Kamyschly auf den "Buhseberg" vorzustoßen. In Zusammenarbeit mit dem linken Flügel des Infanterie-Regiment 16 solle dann der Rand des Kamyschly-Steilhanges genommen und der Südteil des "B-Stellen-Berges" gesäubert werden. Weiterhin stoßen beide Regimenter auf den "Eisenbahnberg" und nach Wegnahme des Berges auf den Panzerabwehrgraben vor. Bis zum 11.06.1942 gelang es dem Infanterie-Regiment 47, trotz schwerer Verluste und ohne Anbindung an die Nachbarn tief in die gegnerischen Stellungen einzubrechen und das Tanklager zu erreichen. Ein weiteres Vorgehen wurde aufgrund der Flankenbedrohungen verhindert. Am 18.06.1942 traf dann der Gegenangriff der 138. sowjetischen Schützenbrigade das schwer angeschlagene Regiment, das zusammen nur noch aus ca. 120 Mann bestand. Die Brigade war erst drei Tage vorher neu eingetroffen und stieß nun aus dem Westeingang des Eisenbahntunnels südwestlich des Tanklagers bei Punkt 604 mit einem Angriffskeil längs der Bahn in Richtung auf Punkt 639 nach Norden vor. Ein 2. Angriffskeil stieß auf die Punkte 664 und 640 weiter nach Norden vor und erreichte dort die schwachen Teile des weit auseinandergezogenen Infanterie-Regiments 47. Dem Gegner gelang ein ca. zwei Kilometer tiefer Einbruch bis zur Straße zwischen Punkt 630 und 643. Mit der Meldung des gegnerischen Angriffes eilte Buhse zu seinen vordersten Kompanien und organisierte aus dem Regimentsstab, dem Pionier- und Reiterzug, aus Teilen von Artillerie-Abteilungs-Gefechtsständen, Soldaten der Infanterie-Geschütz-Stellungen, Nebelwerfern und 2-cm-Flak-geschützen eine provisorische Abwehrfront. Örtliche Gegenstöße vernichteten wie am Weitesten vorgestoßenen gegnerischen Einheiten. Damit wurde der Gegenangriff des Gegners wirksam gestoppt. Verstärkt durch Teile der Panzerjäger-Abteilung 22 und einer Panzer-Kompanie griff Buhse mit je einer Stoßgruppe vom Bahnhof Merkensiewy-Gori und vom "Forsthaus" die Masse des eingebrochenen Gegners an. Buhse gelang es den Gegner niederzuringen, obwohl dieser durch seine B-Stellen südlich der Sswernaja-Bucht erheblich unterstützt wurde. Unter hohen blutigen Verlusten zog sich der Gegner auf die alte Linie zurück. Damit hatte Oberstleutnant Buhse am 18.06.1942 die Spaltung der deutschen Angriffsfront verhindert. Die sofortigen Gegenmaßnahmen hatten fast die vollständige Vernichtung der 138. Schützen-Brigade zur Folge. Er wird dafür durch den Divisionskommandeur Wolff am 03.07.1942 zum Ritterkreuz vorgeschlagen. Diesen Vorschlag befürwortete auch der Kommandierende General des LIV. Armee-Korps Hansen, der Oberbefehlshaber der 11. Armee, sowie der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B Freiherr von Weichs. Damit wurde Rudolf Buhse am 17.08.1942 als Oberstleutnant und Kommandeur des Infanterie-Regiments 47 das Ritterkreuz verliehen.
Im Oktober 1942 verlegt das Regiment als Kampfgruppe Buhse nach Afrika und wird am 26.02.1943 als Panzergrenadier-Regiment 47 als zweites Regiment in die 21. Panzer-Division überführt. Bei der Kapitulation der Achsen-Streitkräfte in Afrika im Mai 1943 hörte auch das Panzergrenadier-Regiment 47 auf, zu bestehen. Oberstleutnant Buhse gerät dabei am 09.05.1943 in Tunesien in britische und anschließend in amerikanische Gefangenschaft, bis er 1946 entlassen wird.
Wieder in der Heimat trat Buhse am 01.01.1956 der Bundeswehr bei, besteht seine Eignungsübung und übernimmt die Leitung einer Prüfgruppe bei der Annahmeorganisation in Hannover. Im Jahre 1958 wird er zum Referatsleiter für Personalangelegenheiten der Offiziere der Infanterie, Gebirgsjäger und Luftlandetruppe im Bundesministerium der Verteidigung ernannt und am 01.05.1959 zum Kommandeur der Panzergrenadier-Brigade 2 in Braunschweig bestimmt. Am 16.11.1960 ist er Kommandeur der Infanterieschule und spätere Kampftruppenschule I Hammelburg, bis er schließlich am 30.09.1962 in den Ruhestand versetzt wird.
Rudolf Buhse verstarb am 26.11.1997 in Tutzing im Kreis Starnberg.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter m. Wirk. v. 01.08.1925 Eisernes Kreuz II. Klasse 20.05.1940
Fahnenjunker 21.08.1925 Eisernes Kreuz I. Klasse 20.05.1940
Unteroffizier 01.11.1925 Krone Rumäniens mit Schwertern am Band IV. Klasse 04.08.1941
Fähnrich 01.09.1926 Infanterie-Sturmabzeichen 17.08.1941
Oberfähnrich 01.08.1927 Anerkennungsurkunde 22.10.1941
Leutnant 01.09.1928 -10- m. Wirk. v. 01.09.1928 (RDA v. 01.09.1928(5)) Deutsches Kreuz in Gold 27.10.1941
Oberleutnant 01.10.1932 -1800- m. Wirk. v. 01.10.1932 (RDA v. 01.10.1932(2)) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 17.08.1942
Hauptmann 01.12.1935 -6300- m. Wirk. v. 01.12.1935 (RDA v. 01.12.1935(38)) Krimschild 10.12.1942
Major 17.01.1941 -160- m. Wirk. v. 01.02.1941 (RDA v. 01.02.1941(33)) Großes Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens 13.09.1962
Major 17.12.1941 -6340- erh. neues RDA v. 01.04.1940(120a))
Oberstleutnant 08.04.1942 -2350- m. Wirk. v. 01.04.1942 (RDA v. 01.04.1942(752))
Oberst 20.04.1943 -2410- m. Wirk. v. 01.02.1943 (RDA v. 01.02.1943(85))
Brigadegeneral (Bw) 05.12.1960

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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