Otto Peter Bukatschek wurde am 14.01.1915 in Morgentau im Sudetenland
geboren und gehörte zunächst der tschechischen Armee an. Bald jedoch trat er
dem sudetendeutschen Freikorps bei und nach Anschluss an das Deutsche Reich
laut Meldung vom 09.01.1939 der 12. (MG) Kompanie des Infanterie-Regiments 52,
der
4. Infanterie-Division.
Mit seiner Kompanie nimmt er am Polen- und West-Feldzug teil, wo er verwundet
und in ein Lazarett verlegt wird. Laut Meldung vom 06.07.1940 wird Bukatschek
vom Lazarett in Oevendrupp in die Genesenden-Kompanie des
Infanterie-Ersatz-Bataillons 52 versetzt, bis er schließlich mit Meldung vom
17.08.1940 wieder in die 12. Kompanie des Infanterie-Regiments 52 zurückkehrt.
Im Zuge der Umgliederung der 4. Infanterie-Division, in die
14. Panzer-Division, wird das Infanterie-Regiment 52 in Schützen-Regiment
52 umbenannt und zur Aufstellung der
18. Panzer-Division verwandt. Dort wird Bukatschek mit Meldung vom
10.11.1940 in die 11. bzw. mit Meldung vom 20.11.1940 in die 10. (schwere)
Kompanie des Schützen-Regiments 52 versetzt. Mit Meldung vom 27.01.1941 wird
er in die 2. Kompanie des Schützen-Ersatz-Bataillons 101 versetzt, kehrt aber
mit Meldung vom 22.03.1941 wieder in die 10. (schwere) Kompanie zurück, wo er
die Führung des I. Zuges übernimmt.
Mit seiner Kompanie nimmt er dann am Ostfeldzug teil, wird aber am 01.07.1941
an der Beresina-Brücke durch einen Lungensteckschuß, 12 mm links vom Herzen,
schwer verwundet. Eine Verwundung die ihn sein gesamtes Leben begleiten wird.
Bei den Kämpfen an der Brücke hatte Bukatschek entscheidenden Anteil an der
Übernahme der Brücken. In selbstständigem Entschluss stürmte er mit den ersten
Schützen die Brücke und riss selbst die schon brennende Zündschnur zur
Sprengung der Straßenbrücke auseinander, löschte mit einem Spaten das Feuer
und zerschnitt die Zündschnur zur weiteren Sprengladung. Damit erreichte er
die Sicherstellung des weiteren Vormarsches der gesamten Division. Beim
Vorgehen auf die zweite Brücke wird er dann schwer verwundet. Für diesen
Einsatz allerdings erhält er als Unteroffizier und Gruppenführer in der 10.
(schweren) Kompanie des Schützen-Regiments 52 am 24.07.1941 das Ritterkreuz.
Für ein Waldgefecht bei Ozgmowicze erhielt er später das Eiserne Kreuz I.
Klasse, die Voraussetzung zur Verleihung des Ritterkreuzes.
Währenddessen befand er sich in einem Lazarett in Königsberg und anschließend
in Bad Ems. Dabei wird er laut Meldung vom 01.08.1941 wirtschaftlich der
Pionier-Ersatz-Kompanie (mot.) 4 in Leipzig unterstellt. Weiterhin wird seinem
bereits früher gestellten Antrag auf Namensänderung in Wünsche entsprochen.
Seine Mutter war bei seiner Geburt verstorben und der Vater fiel im 1.
Weltkrieg. Er kam dann in die Familie der Schwester seiner Mutter mit dem
Namen Wünsche und diesen Namen nahm er dann an.
Mit Meldung vom 13.02.1942 wird er in die 1. Genesenden-Kompanie des
Schützen-Ersatz-Bataillons 101 versetzt, kommt aber mit Meldung vom 26.03.1942
in die Ersatz-Kompanie für Pionier-Züge (mot.) 5 zurück nach Leisnig in
Sachsen. Dort wird er der Ausbildungs-Kompanie zugewiesen, aber mit Meldung
vom 30.11.1942 in die Verfügungs-Kompanie des
Panzergrenadier-Ersatz-Bataillons 101 in Leisnig versetzt. Dort kommt er dann
mit Meldung vom 11.12.1943 in die Stamm-Kompanie des Bataillons, bsi er mit
Meldung vom 17.03.1943 der Heeres-Entlassungsstelle 1/IV in Bautzen überstellt
wird. Dort erfolgte dann wohl auch aufgrund seiner schweren Verwundung die
Entlassung aus dem Wehrdienst.
Im Mai 1945 wird Wünsche durch tschechische Partisanen und sowjetischen
Soldaten aus seinem Haus verschleppt und zunächst als Kriegsverbrecher, wegen
seinem Ritterkreuz, in das berüchtigte Lager Bautzen gebracht. Von dort
erfolgte dann der Abtransport ins Altai-Gebirge. Auf der Fahrt muss er den Tod
zahlreicher Kameraden erleben, die einfach aus dem Zug geschmissen werden.
Nach 40 Tagen Fahrt erreichte er den Ort, an dem er weitere fünf Jahre
verbringen sollte.
Währenddessen wurde seine Frau mit den beiden Söhnen aus dem Sudetenland
vertrieben und erreichte das zerbombte Dresden. Dort traf dann die Familie
wieder aufeinander, nachdem Wünsche im Dezember 1949 aus der Gefangenschaft
entlassen wurde. Nach vier Jahren "Kriegsverbrecher" in der Ostzone,
gelang der Familie die Flucht in den Westen. In Leonberg fand die Familie eine
Bleibe und Wünsche eine Arbeit in der Verwaltung des Landratsamtes. Im
Dezember 1968 zieht Familie Wünsche dann in die eigenen vier Wände.
Otto Wünsche verstarb am 24.03.2003 in Renningen-Malsheim.