Karl Heinrich Bulmahn wurde am 08.06.1908 in Obernkirchen/Stadthagen
geboren und trat am 01.11.1927 seinen Dienst an. Wo dies erfolgte ist bisher
unklar. Ab dem 01.04.1931 gehörte er dann der 3. Kompanie im
Infanterie-Regiment 17 in Braunschweig bzw. der 17. Kompanie im
Infanterie-Regiment Münster in Iserlohn an, wo er als Gruppen- bzw. Zugführer
eine Verwendung fand.
Im Jahre 1935 meldet er sich als Hauptfeldwebel (T) zur
Flieger-Aufklärungs-Gruppe 114, wo er vom 01.09. bis zum 01.12.1938 seine III.
Übung ablegt. Zwischenzeitlich besuchte er von 1937 bis 1939 die
Luftwaffenfachschule für Verwaltung und Wirtschaft in Münster, die er mit der
Abschlussprüfung II/Oberstufe beendete.
Ob er am Polen-Feldzug teilnahm ist unklar, zumindest ist er ab dem 01.12.1939
Führer des Vorkommandos der Bodenstaffel der Aufklärungs-Gruppe 3.(H)/12. Dies
Posten behält er bis zum 22.05.1940. Eine andere Quelle nennt ihn ab dem
08.05.1940 als Führer der Fliegerhorst-Kompanie bei der
Fliegerhorst-Kommandantur Münster/Loddenheide.
Am 23.05.1940 wird er zum Kommandanten des Stabs-Quartiers beim Kommandeur der
Luftwaffe bei der Gruppe Kleist, bzw. ab dem 07.07.1940 bei der
16. Armee ernannt. Ein weiteres Dokument weist ihn ab dem 02.07.1940 als
Kommandant des Stabs-Quartiers bei der Koluft Gruppe zbV. aus.
Ab dem 09.09.1940 bzw. nach anderen Quellen bereits ab dem 27.08.1940 ist
Bulmahn Chef der Technischen Kompanie an der Flugzeugführerschule A/B 119 in
Jüterbog-Damm und wird dann am 01.06.1940 zum Kompaniechef an der
Unteroffizier-Schule der Luftwaffe 2 bestimmt. Ab dieser Dienststellung
weichen die weiteren Stationen nach verschiedenen Quellen stark voneinander
ab. So soll er die Stellung an der Unteroffizier-Schule der Luftwaffe 2 bis
zum 12.02.1943 inne gehabt haben. Doch bereits 1942 soll er auf den
Truppenübungsplatz Groß-Born kommandiert und ab dem 01.05.1942 überplanmäßig
dem Kommando des Fliegerhorst-Bereichs 2/VII zugeteilt worden sein. Nach
dieser Quelle kehrt er dann aber ab dem 01.06.1942 als Kompaniechef an die
Unteroffizier-Schule der Luftwaffe 2 nach Stetten zurück und wird am
13.02.1943 in das Feld-Bataillon der Luftwaffe zbV. 2 versetzt. Eine andere
Quelle nennt für den 02.02.1943 zunächst die Versetzung als Kompanieführer in
die Luftwaffen-Feld-Division 21 und dann ab dem 13.02.1943 die Ernennung zum
Führer der 2. Kompanie im Feld-Bataillon der Luftwaffe zbV. 2. Dort wird er am
24.05.1943 schwer verwundet und in ein Lazarett verlegt.
Wieder genesen, wird er ab dem 06.01.1944 zum Kompaniechef beim
Fahnenjunker-Zugführer-Lehrgang in Angouleme ernannt. Ein anderes Dokument
nennt für den 01.01.1944 die Versetzung Bulmahns in den Dienstbereich der 1.
Flieger-Ausbildungs-Division, nachdem er zuvor dem Feld-Ersatz-Bataillon 3
angehört haben soll. Ab dem 11.05.1944 ist er dann Lehrgangsleiter der
Offizier-Auswahl-Lehrgänge beim Flieger-Regiment 32 in Angouleme. Eine vierte
Quelle nennt dann für den 15.06.1944 die Versetzung mit Wirkung vom 10.05.1944
als Führer in die 10. Kompanie des II. Bataillons beim Flieger-Regiment 32.
Von dort soll er dann am 12.10.1944 zum Chef der 8. Kompanie beim
Grenadier-Regiment 128 bzw. später zum Führer des II. Bataillons im
Grenadier-Regiment 126 ernannt worden sein.
Am 17.11.1944 zum Kommandeur des II. Bataillons im Grenadier-Regiment 1126 der
559. Volks-Grenadier-Division ernannt, kommt er im Dezember 1944 im Raum
Saarlautern zum Einsatz. Dabei wehrte die Division am 02.12.1944 einen Angriff
der 95. US-Infanterie-Division auf Lisdorf, südlich Saarlautern, ab, bis die
Ortschaft, bis auf einige wenige Stützpunkte, am 03.12.1944 dann doch
verlorenging. Ein Übersetzversuch des Gegners von Lisdorf nach Ensdorf konnte
dann aber verhindert werden. Am 05.12.1944 überquerte der Gegner ostwärts
Lisdorf mit zwei Bataillonen und Artillerieunterstützung die Saar und stieß,
unter Einschließen mehrerer Bunker des Westwalls, bis zum Nordostrand von
Ensdorf vor. Dort gelang es dann durch einen Gegenangriff den Gegner zum Teil
zurückzudrängen. Für die Kämpfe im Raum Lisdorf und insbesondere für das
Offenhalten der Übergänge über die Saar bei Lisdorf, erhielt Bulmahn als
Kommandeur des II. Bataillons im Grenadier-Regiment 1126 am 31.01.1945 das
Ritterkreuz.
Am 06.04.1945 verwundet und in ein Lazarett verlegt, gerät Bulmahn am
07.04.1945 in amerikanische Gefangenschaft die ihn über die Lager
Marsberg/Westfalen, Namur, Voves und Carentan führte, wo er am 07.09.1945
entlassen wurde.
Nach dem krieg trat Bulmahn am 02.01.1957 der Bundeswehr bei und übernahm dort
das stellvertretende Kommando über das I. Bataillon des
Luftwaffen-Ausbildungs-Regiments in Stade. Im Januar 1958 wechselte er nach
eigenen Angaben als Kommandeur des II. Bataillons zum
Luftwaffen-Ausbildungs-Regiment 4 nach List/Sylt, wobei das Bataillon am
17.01.1958 nach Wunstorf verlegt wurde. Im Oktober 1958 ist er dort dann
Kommandeur des I. Bataillons, auch nach dessen Verlegung nach Landsberg am
Lech. Ende 1958 erfolgte die Verlegung des Bataillons auf den Fliegerhorst
Penzing. Diese Dienststellung bekleidete er wohl nur bis zum 15.01.1960. Eine
weitere Verwendung ist bisher nicht bekannt. Seine Pensionierung erfolgte
jedoch erst am 30.09.1963.
Karl Bulmahn verstarb am 14.10.1997 in seiner Geburtsstadt Obernkirchen.