Ernst Bunge wurde am 29. Mai
1914 in Zerbst/Sachsen-Anhalt geboren. und trat am 01.11.1934 dem Heer als Reserveoffiziersanwärter bei. Bevor
er 1939 zur 5. Kompanie des Grenz-Infanterie-Regiments 121 in Crossen
kommandiert wurde, hatte er ein Studium absolviert und war bereits
Diplom-Ingenieur.
Am 01.09.1939 wurde er mit Kriegsbeginn zum Leutnant der Reserve
befördert und nahm so am Polen-Feldzug teil. Am 01.11.1939 übernahm er einen Zug der 13. (IG)/IR 121 und
mit Meldung vom 10.03.1940 kam er in die 12. (MG)/IR 121, mit der er auch am
Frankreichfeldzug teilnahm. Hier erhielt er am 23. Juni 1940 das EK II,
nachdem die schweren Kämpfe am Chemin des Dames bewältigt waren.
Im Juli 1941 kam er wieder als Zugführer zur 13. (IG)/IR 121 zurück und bekam
hier am 30.08.1941 das EK I verliehen.
Am 25.11.1941 wurde er mit Wirkung vom 01.11.1941 zum
Oberleutnant d. R. ernannt und erhielt am 29.08.1942 das Deutsche Kreuz
in Gold als Chef der 13. (IG)/IR 121. Laut Meldung vom 17.11.1942 ist
er zur Infanterie-Geschütz-Ersatz-Kompanie Meseritz abkommandiert, nachdem er
vorher noch Station bei der 7./Festungs-Grenadier-Regiment gemacht hatte. Ab
25.11.1942 wurde dieses Regiment das GR 851, unterstand der 343. ID und
lag bis zur Auflösung der Division im September 1944 in der Bretagne.
Von der Kommandierung zur Infanterie-Geschütz-Ersatz-Kompanie Meseritz kehrt
er jedoch bald zur 13. (IG)/GR 121 zurück und wird mit Meldung vom 26.02.1943 in den Stab des II./GR 121 abkommandiert, dessen Führung,
bzw. kurze Zeit später dessen Kommando, er kurz darauf
übernimmt. Das Kriegstagebuch der Division nennt ihn jedoch als Kommandeur des
I. Bataillons. Inwieweit dies zutrifft muss noch geklärt werden.
Am 31.05.1943 wird er mit Wirkung vom 01.04.1943 zum Hauptmann d. R.
befördert und erhält nach den Kämpfen im Kubanbrückenkopf und dem Rückzug auf
die Halbinsel Krim am 16.11.1943 als Kommandeur und Hauptmann der Reserve des
II./GR 121 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Die Division war zuvor am
31.10.1943 in den Raum Perekop befohlen worden, wo am 06.11.1943 das II.
Bataillon den rechten Abschnitt des Tatarenwalls, zwischen Zitadelle und
Schtschemnilowka, zusammen mit der Kampfgruppe Kassner, die Stellungen hielt.
Der gegner versuchte in diesen tagen unter schwerem Feuer von Artillerie-,
Granatwerfer- und Salvengeschützen , zum Teil im direkten Beschuß, aus der
Zitadelle heraus die deutsche Abwehrfront einzudrücken. Bunge erkannte die
für die gesamte HKL drohende Gefahr und raffte sämtliche Reserven zusammen,
um aus eigenem Entschluss heraus zum Gegenangriff überzugehen. Im Zuge des
deutschen Angriffes wurde der Gegner vernichtet, bzw. unter Zurücklassung
zahlreichen Materials vertrieben. Damit war die alte Lage wieder
hergestellt. Mit Ende der Kämpfe am 07.11.1943 wurden insgesamt fünf
sowjetische Offiziere und 32 Mannschaften gefangenengenommen, sowie
mindestens 400 Tote gezählt. Erbeutet wurde u.a. fünf sMG, drei
Panzerbüchsen, sechs lMG, 10 mittlere Granatwerfer und mindestens 10
Maschinenpistolen. Bis zum 09.11.1943 wogten die Kämpfe hin und her. Dabei versuchte der Gegner
die deutschen Stellungen zu umgehen und vom Rücken her aufzurollen. Bunge
gelang es trotz erdrückender Überlegenheit des Gegners in "krisenhaften
lagen durch blitzschnelle, selbstständige Entschlüsse und rücksichtslosen
persönlichen Einsatz in vorderster Linie die gefährlichen Vorstöße des Gegners
zu vereiteln." Besonders um die Ortschaft Schtschemnilowka wurde erbittert
gerungen. Mit Ende des 09.11.1943 war die Gefahr für die Ostflanke des
Tarenwalls gebannt. Dafür wurde Bunge mit der hohen Auszeichnung bedacht. Die
übergeordnete Kampfgruppe Weber hatte Bunge zunächst lediglich für die
Nennung im Wehrmachtsbericht vorgeschlagen. Mit der Tagesmeldung der
Division an das Generalkommando des IL. Gebirgs-Armee-Korps vom 07.11.1943
beantragt die
50. Infanterie-Division die Verleihung des Ritterkreuzes an Ernst Bunge.
Schon am 31.01.1944 wurde er abermals mit Wirkung vom 01.12.1943
befördert, diesmal zum Major d. R. Bei den folgenden Kämpfen um die Landenge
bei Perekop und den Endkämpfen um Sewastopol kommandiert er das I. Bataillon
des Regiments.
Am 12.05.1944 versuchte er Kameradenaussagen zufolge schwimmend mit noch
einem weiteren Offizier ein Schnellboot bei Chersones zu erreichen, das Teile
der
50. ID nach
Rumänien verschiffte, um so der russischen Kriegsgefangenschaft zu entgehen.
Hierbei versank er jedoch im Schwarzen Meer und ertrank.