Hans Karl Bunzel wurde am 29.04.1915 in Haynau im Regierungsbezirk Liegnitz
geboren, besuchte von Ostern 1921 bis Ostern 1931 die Volksschule in Schwarzbach
und erlernte anschließend den Beruf eines Schlossers.
Am 01.04.1933 trat er der 1. Kompanie der Kraftfahr-Abteilung 4 in Dresden bei
und wurde am 26.06.1934 in die 8. Kompanie des Kraftfahr-Lehr-Kommandos nach
Ohrdruf in Thüringen versetzt. Damit gehörte er zu den ersten Soldaten der neuen
deutschen Panzerwaffe.
Im Zuge der Aufstellung des Panzer-Regiments 1, im Rahmen der
1. Panzer-Division, in Erfurt, wird Bunzel am 07.10.1935 in die 7. Kompanie
versetzt, mit der er später am Sudeten-Einsatz teilnimmt.
Mit Beginn des Feldzuges gegen Polen, übernimmt Bunzel den Posten des
Instandsetzungs-Staffelführers der leichten Panzerkompanie und wird mit Beginn
des Feldzuges im Westen in die 6. Kompanie des Regiments versetzt.
Am 11.05.1941 wird er zum Panzerkommandanten und Gruppenführer im 2. Zug der 6.
Kompanie ernannt und nimmt so am Feldzug gegen die Sowjetunion teil.
Am 13.09.1941 wird er bei Mal. Kabosi durch einen Paksplitter am Hals verwundet
und am 15.09.1941 in den Presse-Ergänzungen des Wehrmachtsberichtes genannt.
Wieder genesen, wird er am 06.03.1942 in die 8. Kompanie des Regiments versetzt
und am 20.04.1942 abermals verwundet, als er durch ein Infanteriegeschoß einen
Halsdurchschuß erleidet.
Im Zuge der Abgabe der I. Abteilung des Panzer-Regiments 1 an die 16.
Infanterie-Division (mot.), wird Bunzel am 03.06.1942 als Zugführer in die 3.
Kompanie der Panzer-Abteilung 116 versetzt. Als Angehöriger der 8. Kompanie des
Panzer-Regiments gehörte er zwar nicht zur I. Abteilung, aber mglw. wird er als
besonders erfahrener Panzerkommandant dennoch versetzt.
Am 10.08.1942 wird er erneut durch den Steckschuss eines ein
Infanteriegeschosses am Gesäß verwundet, kehrt aber schon bald wieder zu seiner
3. Kompanie zurück, um am 22.11.1942 zum vierten Mal durch die Splitter eines
Artilleriegeschosses im linken Oberschenkel abermals verwundet zu werden.
Spätestens mit Meldung vom 14.01.1943 befindet er sich jedoch wieder als
Zugführer bei der 3. Kompanie. An diesem Tag hatte die Division den
Auftrag erhalten aus dem Brückenkopf Proletarskaja in westlicher Richtung
auszubrechen, durch die gegnerischen Einheiten hindurch zu marschieren und den
Manytschdamm bei Spornyi zu nehmen. Dort sollte der Übergang vollzogen und auf
der anderen Seite ein Brückenkopf gebildet werden. Nach kurzem, heftigem Kampf
gelang es die Flankensicherung der 5. sowjetischen Mot.-Brigade bei Bolotoff zu
überwältigen und zu vernichten. Die Division sicherte den Raum um Limanskij und
igelte sich dort für die Nacht ein, um am Morgen des 15.01.1943 weiter auf
Spornyi vorzustoßen. Diese Vorstoß musste unbedingt gelingen, da die ersten
Vorhuten des Gegners das östliche Ende der Division bereits bedrängten und die
Division damit in Gefahr stand, eingekesselt zu werden. Am Morgen übernimmt
Bunzel die Panzerspitze und durchquert mehrere feindfreie Dörfer, um letztlich
langsam gegen Spornyi vorzufühlen. Doch dieses Dorf wurde hart verteidigt und
sofort schlug den Deutschen schweres Abwehrfeuer entgegen. Bunzel dreht
daraufhin geistesgegenwärtig von der Ortschaft ab und fährt in schwerem
Flankenfeuer direkt auf den Damm zu. Bunzel gelingt es die Brückenstelle zu
nehmen und damit das 1. Angriffsziel in seine Hand zu bringen. Von dort aus
dringt er dann direkt in die Ortschaft ein, vernichtete einen gegnerischen
Panzer, vertreibt einen weiteren und erbeutet einen dritten. Weiterhin überrollt
er eine 7,62-cm-Batterie und bahnt der eigenen Infanterie einen Weg durch die
gegnerische Abwehr. Nach dem Kampf werden 140 Tote gezählt. Außerdem konnten 12
Panzerbüchsen und zahlreiche MG erbeutet werden. Bunzels Erfolg sicherte den
weiteren Vormarsch der gesamten Division. Dies war sein erster Einsatz, direkt
nach seiner 4. Verwundung und der Rückkehr zur Kompanie. Bunzel wird dafür zum
Ritterkreuz vorgeschlagen, wobei dieser Vorschlag am 06.02.1943 beim
Heeres-Personalamt eingeht. Am 10.02.1943 wird Hans Bunzel, als Oberfeldwebel
und Zugführer in der 3. Kompanie der Panzer-Abteilung 116, mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet.
in den Stab der Panzer-Abteilung 116. Am 27.03.1943 wechselt Bunzel als
Ordonnanz-Offizier. Ein anderes Dokument weist dafür den 15.03.1943 aus. Vom
25.06. bis zum 06.07.1943 erhält er Sonderurlaub nach Bad Schwarzberg und
Leipzig und wird nach seiner Rückkehr zur Abteilung am 30.06.1943 wieder als
Zugführer in seine alte 3. Kompanie versetzt. Einen weiteren Sonderurlaub erhält
er vom 20.12.1943 bis zum 10.01.1944 aufgrund von Bombenschädigung nach
Reuschendorf in Oberschlesien und nach Leipzig. Diesem folgt vom 06.04. bis zum
29.04.1944 ein weiterer.
Am 27.05.1944 erfolgt seine Versetzung in die I. (Panther)-Abteilung des neuen
Panzer-Regiments 16, in welches auch die Panzer-Abteilung 116 aufgegangen war.
Bunzek erhält vom 11.08. bis zum 27.08.1944 einen Einsatzurlaub und übernimmt am
16.09.1944 die stellvertretende Führung der 3. (Panther)-Kompanie im Regiment.
Am 17.12.1944 wird er zum 7. Mal verwundet. Ein Artilleriesplitter traf seinen
Kopf, woraufhin er sein linkes Auge verlor. Zuvor hatte Bunzel in diesem Einsatz
seinen 55. Feindpanzer abgeschossen, wobei er zu diesem Zeitpunkt ebenfalls an
weit über 100 Kampfeinsätzen teilgenommen hatte. Ab dem 18.12.1944 befindet er
sich im Kriegs-Lazarett 1/677 und ab dem 20.01.1945 im Reserve-Lazarett
Frankenberg/Sachsen. Von dort wird er am 23.01.1945 zur Panzer-Ersatz- und
Ausbildungs-Abteilung 11 nach Bielefeld versetzt und erhält vom 23.01. bis zum
08.02.1945 Genesungsurlaub nach Leipzig. Mit dem 16.02.1945 kehrt er dann wieder
zum Panzer-Regiment 16 zurück und nimmt an den letzten Einsätzen teil. Nach
eigenen Aussagen schoss Bunzel bis Kriegsende insgesamt 95 gegnerische Panzer
ab. Also in den letzten drei Kriegsmonaten noch 40.
Hans Bunzel nahm sich am 12.11.1995 in Markt Neukirchen bei Heiligenblut in
Bayern selbst das Leben.