Wilhelm Emanuel Burgdorf wurde am 15.02.1895 in Fürstenwalde im Kreis Lebus
an der Oder geboren und trat am 03.08.1914 als Fahnenjunker dem I.
Ersatz-Bataillon des 2. Brandenburgischen Grenadier-Regiments "Prinz Carl von
Preußen" Nr. 12 bei.
Nach der militärischen Grundausbildung wird er zum Regiment ins Feld verwiesen,
wo er am 25.09.1914 eintrifft und somit an den Kämpfen an der Aisne teilnimmt.
Im Januar 1915 folgt dann die Schlacht bei Soissons, sowie im Sommer bei La
Basse und Arras. Während dieser Zeit übernimmt er zunächst den Posten eines
Gruppen- und später den eines Zugführers.
Inmitten der Herbstschlacht in der Champagne, die am 22.09.1915 begann, wird
Burgdorf am 24.10.1915 zum Adjutanten des Füsilier-Bataillons im
Grenadier-Regiment 12 ernannt. Als solcher nimmt er an den folgenden
Stellungskämpfen teil und ist ab dem 21.02.1916 in der Schlacht im Raum Verdun
im Einsatz. Kurz vor Ende seines Einsatzes vor Verdun übernimmt er vom 08.05.
bis zum 11.05.1916 den Posten des stellvertretenden Adjutanten des
Grenadier-Regiments 12 und nimmt anschließend, wieder in seiner alten
Dienststellung, ab dem 09.07.1916 an den Kämpfen an der Somme teil, denen im
Herbst 1916 erneute Stellungskämpfe in der Champagne folgten.
Im Winter 1916 wieder im Raum Verdun eingesetzt, wird Burgdorf mit seinem
Regiment vom 14.02. bis zum 13.04.1917 als Grenzschutz an der Schweizer Grenze
eingesetzt. Danach folgte vom 17.04. bis zum 04.05.1917 die Doppelschlacht
Aisne-Champagne.
Das Regiment verlegt dann an die Ostfront, wobei Burgdorf am 23.06.1917 zum
Adjutant seines Regiments ernannt wird und als solcher ab dem 19.07.1917 an der
Durchbruchsschlacht in Ost-Galizien teilnimmt. Ab dem 29.07.1917 marschiert das
Regiment dann hinter der Isonzo-Front auf und nimmt dann im Oktober 1917 an den
Kämpfen am Isonzo teil mit anschließendem Durchbruch durch die Julischen Alpen.
Es folgt dann die Schlacht bei Undine und vom 12.11. bis zum 18.12.1917 die
Gebirgskämpfe in den Venezianischen Alpen.
Das Regiment kehrt dann wieder an die Westfront zurück und kommt gegen Ende März
1918 bei der großen Schlacht in Frankreich zum Einsatz. Außerdem folgen Einsätze
bei Soissons und Reims, bei den Schlachten zwischen Marne und Vesle, sowie gegen
Ende des Sommers 1918 Abwehrkämpfe an der Aisne und Stellungskämpfe vor der
Siegfriedstellung. Anfang Winter 1918 folgen dann die schweren Rückzugsgefechte
zwischen Aisne und Maas.
Mit Ende des 1. Weltkrieges übernimmt Burgdorf mit dem 12.02.1919 den Posten des
Regiments-Adjutanten im Freiwilligen-Grenadier-Regiment 12 und wird mit diesem
bis zum 12.05.1919 in Grenzschutzkämpfe an der polnisch-schlesischen Grenze
verwickelt.
Am 15.05.1919 wird das Regiment in Reichswehr-Grenadier-Regiment 5 umformiert
und Burgdorf auch hier mit dem Posten des Adjutanten betraut. Anschließend ab
dem 08.02.1920 ist er Adjutant des Reichswehr-Grenadier-Regiments 10, dem
späteren Reichswehr-Infanterie-Regiment 10.
Ab dem 01.06.1920 ist er Zugführer in der 2. MG-Kompanie des Regiments und wird
am 27.09.1920 mit Wirkung vom 01.10.1920 in das Infanterie-Regiment 8 versetzt.
Ab dem 01.10.1921 befindet er sich dort als Zugführer in der 4. (MG) Kompanie
und wird vom 28.02.1921 bis zum 28.02.1922 zur Küstenwehr-Abteilung IV der
Reichsmarine kommandiert.
Ab dem 03.05.1922 übernimmt Burgdorf die Führung des Lehr-MG-Zuges der
Kommission für Aufstellung der sMG-Schieß-Vorschrift. Vom 25.08. bis zum
25.09.1922 ist er weiterhin Führer des Lehr-MG-Kampfzuges beim
MG-Ausbildungskursus des Reichswehr-Ministeriums in Jüterbog.
Ab dem 01.01.1923 übernimmt er den Posten des Adjutanten im Stab des I.
Bataillons des 8. (Preuß.) Infanterie-Regiments, nimmt vom 20.03. bis zum
23.03.1923 an der Wehrkreisprüfung teil und wird am 01.10.1913 in die 13.
(Minenwerfer) Kompanie versetzt, unter gleichzeitiger Kommandierung zur
Führergehilfen-Ausbildung - Lehrgang I - beim Wehrkreis-Kommando III, 3.
Division.
Im Rahmen der Ausbildung erfolgt vom 22.05. bis zum 05.06.1924 eine Übungsreise
der Führergehilfen und vom 01.07. bis zum 30.09.1924 die Kommandierung Burgdorfs
zum Artillerie-Regiment 5.
Am 27.08.1924 wird er mit Wirkung vom 01.10.1924 in das 9. (Preuß.)
Reiter-Regiment versetzt, unter gleichzeitiger Kommandierung zum II. Lehrgang
der Führergehilfen-Ausbildung beim Wehrkreis-Kommando IV. Mit Wirkung vom
01.10.1925 folgt dann die Versetzung in die 12. (MG) Kompanie des 8. (Preuß.)
Infanterie-Regiments, bzw. am 01.07.1926 die Ernennung zum Nachrichten-Offizier
im Stab des Regiments. Burgdorf besucht vom 22.10. bis zum 04.11.1928 den
Gasschutz-Lehrgang B in Berlin und wird am 01.09.1929 zum Chef der 12. (MG)
Kompanie ernannt.
Vom 20.09. bis zum 18.10.1929 nimmt er am Schieß-Lehrgang B für schwere
Infanteriewaffen in Döberitz teil und wird am 06.03.1933 als Rittmeister in die
2. Eskadron des 12. (Sächs.) Reiter-Regiments versetzt unter
gleichzeitiger Kommandierung als Hilfsoffizier der Abteilung I zum Stab der 4.
Division.
Laut der Stellenbesetzung ist er ab dem 01.05.1933 Hauptmann beim Stab der 4.
Division und wird am 11.08.1934 mit Wirkung vom 01.09.1934 an die
Infanterieschule Dresden versetzt. Ab dem 01.01.1935 ist er an der nunmehrigen
Kriegsschule Dresden Taktiklehrer und ab dem 15.10.1935 Taktiklehrer beim
Lehrgang C.
Mit Wirkung vom 01.11.1936 kommt Burgdorf als 1. Adjutant (Korpsadjutant) in den
Stab des Generalkommandos beim IX. Armee-Korps. Mit Meldung vom 05.12.1939 ist
er dort als IIa bei der Sicherung des Westwalls im Einsatz.
Mit Wirkung vom 01.05.1940 in die Führer-Reserve versetzt, bleibt er dennoch bei
seiner bisherigen Dienststelle als IIa im Einsatz und wird am 16.05.1940, mit
Wirkung vom 06.05.1940 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 529, der 299.
Infanterie-Division, ernannt. Mit dieser nimmt Burgdorf dann am West- und
Ostfeldzug teil.
Am 09.07.1941 gelingt es seinem Regiment die wichtige Höhe 234 überraschend
wegzunehmen. Sie ermöglichte es dem Gegner seine Stellung ostwärts Slucz zu
halten und bildete zudem die Voraussetzung für die erfolgreiche Bildung eines
Brückenkopfes der Division auf dem Ostufer des Slucz. Erst durch Burgdorfs
Erfolg gelang es eine Brücke zu schlagen, womit die Grundlage zum Durchbruch
durch die Stalinlinie geschaffen wurde. Hätte Burgdorf nicht aus eigenem
Entschluss gehandelt, wäre die Wegnahme der Höhe nur durch planmäßigen und
sicher verlustreichen Angriff genommen werden können. Dafür wird er am
29.09.1941 als Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments 529 mit dem
Ritterkreuz ausgezeichnet.
Mit Wirkung vom 05.04.1942 wird Burgdorf erneut in die Reserve versetzt und
meldet sich beim Chef des Heerespersonalamtes im Führerhauptquartier. Am
21.05.1942 wird er mit Wirkung vom 01.05.1942 wird er zum Chef der 2. Abteilung
im Heeres-Personalamt ernannt, bis er mit Wirkung vom 02.10.1942 zum
stellvertretenden Chef des Heerespersonalamtes ernannt wird.
Am 20.07.1944 um 13.50 Uhr übernimmt er dann die Geschäfte des Chefs des
Heerespersonalamtes, um mit Wirkung vom 12.10.1944 mit der Wahrnehmung der
Geschäfte des Chef-Adjutanten der Wehrmacht beim Führer beauftragt zu werden.
Im Zuge der Endkämpfe in Berlin wählt Burgdorf am 02.05.1945 im Führerbunker den
Weg des Freitodes.