Alfred Erich Wilhelm Burgemeister wurde am 22.07.1906 in Perleberg in der
Westprignitz geboren, besuchte zunächst die Volksschule in Perleberg,
absolvierte eine kaufmännische Lehre, nahm dann eine Tätigkeit als Lagerist in
einer landwirtschaftlichen Genossenschaft an und trat am 15.04.1926 mit
zwölfjähriger Dienstverpflichtung der 10. Kompanie des 9. (Preuß.)
Infanterie-Regiments der Reichswehr bei. Nach der militärischen Grundausbildung findet er ab
dem 01.12.1926 eine Verwendung als Hilfsschreiber auf der Kompanie-Schriebstube
der 10. Kompanie, besteht am 11.04.1929 die Unteroffizier-Anwärter-Prüfung und
wird schließlich am 15.04.1929 zum Kompanie-Schreiber seiner Kompanie ernannt.
Ab dem 01.01.1930 Rechnungsführer in der 10. Kompanie, wird er am 11.08.1930 in
die Abteilung IVa des III. Bataillons des 9. (Preuß.) Infanterie-Regiments
versetzt und am 22.10.1930 zum Truppen-Zahlmeister des III. Bataillons ernannt.
Als solcher besteht er am 16.03.1931 die Rechnungsführer-Anwärter-Prüfung und
wechselt am 01.12.1931 als Bataillons-Kammer-Unteroffizier und
Bataillons-Fourier in den Stab des III. Bataillons.
Ab dem 15.02.1932 ist er Regiments-Schreiber und wird am 01.04.1932 in den Stab
des Regiments versetzt. Er besteht am 07.04.1932 die
Oberfeldwebel-Anwärter-Prüfung und kommt ab dem 01.05.1932 in die 1. Kompanie
seines Regiments.
Ab dem 01.11.1933 wieder im Stab, übernimmt er vom 15.02. bis zum 30.06.1934
wieder das Amt des Regiments-Schreibers beim Stab, um mit Wirkung vom 01.07.1934
in das A-Bataillon des Regiments in Lübben versetzt zu werden.
Laut Stellenbesetzung vom 01.10.1934 befindet er sich in dann in der 10.
Kompanie des III. Bataillons im Infanterie-Regiment Halberstadt und ab dem
12.11.1934 in der dortigen 12. (MG) Kompanie. Laut Stellenbesetzung vom
15.10.1935 ist er Führer der 10. Kompanie des Infanterie-Regiments 12, bis er am
01.05.1935 zu deren Chef ernannt wird.
Vom 22.03. bis zum 24.03.1938 besteht er seine Kriegsakademie-Prüfung und wird
am 18.05.1938 mit Wirkung vom 03.11.1938 als Lehrgangsteilnehmer an die
Kriegsakademie versetzt.
Ab dem 26.08.1939 in der Führer-Reserve des OKH, wird er mit Wirkung vom 08.09.
bis zum 12.10.1939 in den Stab der Armee-Abteilung A, als 1. Ordonnanz-Offizier
der Ia-Abteilung, versetzt. Direkt anschließend erfolgt die Versetzung vom
13.10.1939 bis zum 14.05.1940 in den Stab des Grenzabschnittes Süd, dem
Militärbefehlshaber Krakau, wo er ebenfalls als 1. Ordonnanz-Offizier in der
Ia-Abteilung tätig wird.
Mit Wirkung vom 14.05. bis zum 14.06.1940 wird er der Führer-Reserve des OKH
zugeteilt und zugleich als Hilfs-Offizier des Verbindungs-Offiziers beim
Generalstab des Heeres, der Operations-Abteilung beim AOK 9 zugeteilt.
Am 10.06.1940 erfolgte dann die Versetzung in die Führer-Reserve des OKH und
zugleich die Kommandierung zur Dienstleistung im Generalstab.
Mit Wirkung vom 15.06.1940 bis zum 01.04.1941 wird Burgemeister zunächst als Ic
und ab dem 20.07.1940 als Ib in den Stab der
56. Infanterie-Division versetzt. Anschließend erfolgte mit Wirkung vom
01.04.1941 bis zum 28.02.1942 seine Versetzung als Ic in den Stab des XVII.
Armee-Korps unter Beibehaltung seiner Kommandierung zum Generalstab.
Mit dem 20.01.1942, wird er mit Wirkung vom 10.01.1942 zur Verwendung als
Bataillons-Kommandeur zur
45. Infanterie-Division versetzt und dort am 01.03.1942 zunächst zum Führer
und kurz darauf zum Kommandeur des II. Bataillons im Infanterie-Regiment 130
ernannt. Weiterhin wird er am 26.07.1942 mit Wirkung vom 01.07.1942 mit der
Führung des Infanterie-Regiments 130 beauftragt, wobei er diese Dienststellung
bereits am 27.06.1942 antrat. Die Ernennung zum Kommandeur erfolgte am
31.10.1942, mit Wirkung vom 01.10.1942. Anschließend wird er am 26.10.1943 mit
Wirkung vom 15.07.1943 bis zum 09.08.1943 in die Führer-Reserve des OKH, bzw. am
15.11.1943 mit Wirkung vom 10.08.1943 bis zum 22.10.1943 der Heeresgruppe A
versetzt, unter gleichzeitiger Ernennung zum Kampfkommandanten von Annapa im
Kuban-Brückenkopf.
Mit Meldung vom 18.01.1944 befindet er sich mit Wirkung vom 23.10. bis zum
19.11.1943 erneut in der Führer-Reserve und wird am 04.02.1944, mit Wirkung vom
20.11.1943 bis zum 23.01.1944 in die Führer-Reserve der Heeresgruppe E versetzt
und dort als Kommandant der Führer-Reserve verwendet.
Am 10.03.1944 wird Burgemeister mit Wirkung vom 23.01.1944 zum Kommandeur des
Grenadier-Regiments 524, der 297. Infanterie-Division ernannt. Im Rahmen dieser
Division wurde es als Besatzungstruppe in Tirana/Albanien eingesetzt. Im Zuge
der Räumung Griechenlands durch die Heeresgruppe E wird das Regiment direkt der
Heeresgruppe unterstellt und an verschiedenen Brennpunkten eingesetzt. U.a.
kämpfte das Regiment der 104. Jäger-Division den Weg durch Montenegro frei und
war maßgeblich am Ausbruch bei Sarajevo beteiligt. Weiterhin deckte es den
Rückzug des XXI. Gebirgs-Korps nach Kroatien. Für die erfolgreichen Abwehrkämpfe
wurde Burgemeister zum Ritterkreuz eingereicht, welches ihm am 02.05.1945 als
Oberst und Kommandeur des Grenadier-Regiments 524 verliehen wurde. Die
Verleihung des Ritterkreuzes ist jedoch nach heutigen wissenschaftlichen
Auswertungen aufgrund der bisherigen Aktenlage rechtsunwirksam. So fand im Jahre
1956 ein Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums in den
Personalunterlagen Burgemeisters eine maschinengeschriebene Verleihungsurkunde
zum Ritterkreuz, ausgestallt auf den 02.05.1945 durch den General der
Gebirgstruppen Konrad, im Auftrag des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Süd.
Der Mitarbeiter sandte diese Urkunde an die Abteilung "III C5" mit der
Bemerkung diese als Anlage zur Verleihungskartei zum Ritterkreuz zu nehmen, da
in dieser die Verleihung des Ritterkreuzes an Burgemeister nicht nachgewiesen
ist. Die Verleihung zum 02.05.1945 erfolgte also ggf. zum einen aufgrund des
Dönitz-Erlasses und zum anderen "im Auftrag". Da weitere Archivunterlagen
einer etwaigen Verleihung bisher fehlen, muss davon ausgegangen werden, das es
sich bei der Verleihung des Ritterkreuzes an Burgemeister um eine
rechtsunwirksame Verleihung handelt.
Mit Kriegsende am 08.05.1945 in englischer Internierung, wird er im Juli 1945
entlassen.
Anschließend nimmt er eine Tätigkeit als Landarbeiter an der Zonengrenze auf und
ist am Aufbau der Flüchtlingsdurchgangslager Helmstedt und Marienthal
maßgeblich, zuletzt als Leiter, tätig. Im Jahre 1946 übernimmt er pachtweise ein
Einzelhandelsgeschäft in Schöningen, womit er ehrenamtlich dem Bezirksverband
des Braunschweiger Einzelhandels beitrat. Außerdem ist er im
Einzelhandelsausschuß der Industrie- und Handelskammer Braunschweig aktiv.
Ebenso ist er Vorsitzender des Verbandes Deutscher Soldaten, Kreisverband
Helmstedt und ab 1948 Stadtverordneter in Schöningen. Ab November 1952 Mitglied
des Kreistages in Helmstedt, kommt er am 06.09.1953 als Abgeordneter des
Wahlkreises 51 -Braunschweig-Land-Helmstedt/Niedersachsen in den Bundestag, dem
er bis zum 23.04.1970 angehörte. Während seines politischen Lebens ist er von
1957 bis 1963 Vorsitzender des Diskussionskreises "Mittelstand", von 1959
bis 1962 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, von 1963 bis 1969 Vorsitzender
des Arbeitskreises "Wirtschaft-Ernährung" und stellvertretendes Mitglied
des Arbeitsausschusses für Verteidigung (u.a. 1965). Weiterhin ist er u.a. als
Schriftführer Vorstandsmitglied der Partei.
Alfred Burgemeister verstarb am 23.04.1970 in München.