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Ritterkreuzträger Dr. jur. Kurt von Burgsdorf
Oberstleutnant der Reserve, Grenadiere


Kurt, oft auch als Curt geschrieben, Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff wurde am 16.12.1886 in Chemnitz in Sachsen geboren. Sein Großvater Carl Ludwig Gottlob von Burgsdorff, sowie der Vater Wirklicher Geheimrat Dr. jur. Curt Ludwig Franz von Burgsdorff waren ihrer Zeit Regierungspräsidenten in Leipzig. Zunächst besuchte er die Volksschule und ab dem 11. Lebensjahr das Gymnasium in Dresden und studierte anschließend in Grenoble, Freiburg und Leipzig die Rechtswissenschaften. Im Jahre 1911 promovierte mit dem Thema der Rechtspflege in den Kolonien zum Dr. jur. Mit dem Eintritt als Einjährig Freiwilliger am 01.10.1905 in das Kgl. Sächs. Garde-Reiter-Regiment  unterbrach er sein Studium und promovierte als Leutnant zwischen beiden Staatsexamen.
Im Jahre 1914 wird er zum Assessor des evangelisch-lutherischen Landeskonsistoriums in Dresden ernannt und rückt am 03.08.1914 mit Kriegsbeginn ins Feld ein. Bis zum 31.07.1916 bliebt er bei seinem Regiment und wird dann in den Stab der 23. Kavallerie-Division versetzt, wo er bis zum 16.04.1918 eingesetzt wird. Anschließend kommt er als Oberleutnant zur Freiwilligen-Eskadron des Garde-Reiter-Regiments. Während seiner Militärzeit erhält er Spezialausbildungen im reiten und im Gaskampf.
Bei Ende des 1. Weltkrieges schied er am 30.04.1918 als Hauptmann der Reserve a.D. der Kavallerie aus dem Dienst aus. Fortan im Staatsdienst avanciert er als Regierungsrat bei der Hauptamtsmannschaft Großenhain, wird 1921 Direktor des Staatsbades Bad Elster, ist ab Anfang 1928 Amtshauptmann in Löbau und wird 1933 zum Ministerialdirektor sowie zum Leiter der 1. Abteilung  im sächs. Innenministeriums, ernannt, bzw. nach dem Anschluss Österreichs dem Reichsstatthalter Seyß-Inquart unterstellt. Von Burgsdorff war am 01.04.1933 der SA und am 01.05.1933 mit der Mitgliedsnummer 2.992.592 der NSDAP in Dresden beigetreten und wurde im März 1933 zum kommissarischen Kreishauptmann von Leipzig ernannt. Politisch gehörte er von 1919, dem Gründungsjahr der Partei, bis 1933 der Deutschnationalen Volkspartei unter Alfred Hugenberg an.
Zwischen 1936 und 1938 nahm er an insgesamt fünf Reserve-Übungen beim Panzer-Regiment3 teil und wurde am 01.04.1937 in die Wehrmacht im Dienstrange eines Hauptmannes d.R. übernommen.
Im Jahre 1941 stieg er zum SA-Brigadeführer, womit er zum Stab der Obersten SA-Führung gehörte auf und wurde zum Unterstaatssekretär in Prag ernannt. In der Eigenschaft dieser Position engagierte er sich stets für die Beseitigung der berüchtigten NS-Kommissare in der Verwaltung. Ebenso plädierte er für die Wiederherstellung einer "ordnungsgemäßen" Verwaltungsstruktur und setzte sich für die Festigung des Berufsbeamtentums ein. Als solcher wurde er im Jahre 1936, nach Unstimmigkeiten mit dem Gauleiter Martin Mutschmann, als Kreishauptmann nach Leipzig versetzt. Dort ist er weiterhin zugleich Leiter der Fachgruppe, Reichswahrer der Verwaltung im Gau Sachsen, Leiter der Verwaltungsakademie Dresden und Mitglied zahlreicher Ausschüsse der Akademie für Deutsches Recht.
Während des Einmarsches in die Resttschechei übernahm er den Posten des stellvertretenden Chefs der Zivilverwaltung in Mähren, bis er im März 1939 zum Ministerialdirektor beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren ernannt wurde und damit dem Staatssekretär Karl Hermann Frank bis 1942 unterstellt war. Ebenfalls wird er ab dem 30.01.1939 zur ehrenamtlichen Dienstleitung der SA-Gruppe Sudeten zugeteilt, der er bis zum 31.01.1943 angehört und dann in den Stab der Obersten SA-Führung wechselt. Während seiner Tätigkeit im Protektorat setzte er sich bspw. besonders für den ehemaligen österreichischen Beamten Lobenstein gegenüber des SS-Gruppenführers Frank ein. Obwohl dieser einen jüdischen Großvater hatte und streng klerikal und monarchistisch-legitimistisch eingestellt war, bezeichnet ihn von Burgsdorff als beförderungswürdig und besonders tüchtig. Lobenstein war u.a. am 25.07.1934 anlässlich einer Gedenkfeier für NS-Gefallenen in Wien von der Staatspolizei in Haft genommen worden.
Am 01.04.1942 trat er auf Veranlassung des SS-Obergruppenführers Heydrich der Wehrmacht bei und wurde laut einer Meldung von April 1942 dem Stab der Panzerjäger-Abteilung 16 zugeteilt. Deren Kommando übernahm er dann am 18.08.1942.
Am 22.12.1942 wird seine Abteilung der Kampfgruppe des Generalleutnants Pfeiffer unterstellt, wo von Burgsdorff eine nahm ihm benannte Kampfgruppe übernimmt. Weiterhin ist er nach eigenen Angaben Führer des Regiments "von Burgsdorff" und ab Januar 1943 Führer des Grenadier-Regiments 580. Mit seinem Regiment gelingt es ihm im Bystraja-Abschnitt, im Raum nördlich Morosowskaja, außerhalb des Kessels von Stalingrad, die Stellungen zu halten und einen operativen Durchbruch des Gegners zu verhindern. Dafür wird er zum Ritterkreuz eingereicht.
Bereits im Februar 1943 wird er in die Führer-Reserve des OKH versetzt und als SA-Gruppenführer verwendet. Er übernimmt den Posten eines Oberbannführers der HJ und erneut den Posten eines Unterstaatssekretärs. Außerdem wird ihm am 02.04.1943 als Major der Reserve und Führer des Grenadier-Regiments 580 der 306. Infanterie-Division, das Ritterkreuz verleihen.
Ab 01.12.1943 wird er zum Gouverneur des Distrikts Krakau unter dem Generalgouverneur Hans Frank ernannt. Von Burgsdorff wurde anlässlich einer Besprechung zwischen Frank und Kaltenbrunner vorgeschlagen. Zwar würde dieser Posten unterhalb der Stellung eines Unterstaatssekretärs eingestuft, doch als Kriegseinsatz käme dieser dennoch in betracht. Zuvor war von Burgsdorff als  Hoher Kommissar beim bevollmächtigten General der Wehrmacht in Italien vorgesehen.  Eine neuerliche Verwendung im Protektorat kam nicht mehr in betracht, da er dort durch seine politisch-reaktionär-kirchliche Haltung aufgefallen war. Ebenfalls lehnte der Gauleiter von Sachsen Mutschmann eine Verwendung von Burgsdorff ab. Ebenso wurde eine Einsetzung als Oberbürgermeister von Berlin durch Goebbels abgelehnt. Gegen Ende August 1943 hatte sich von Burgsdorff in Riga aufgehalten, da er dort seitens des Ostministeriums als alleiniger Vertreter des Reichskommissars für das Ostland vorgesehen war. Der neue Reichsprotektor Frick liebäugelte hingegen wieder mit einer Verwendung von Burgsdorff. Doch würde seine dortige Anstellung zu weiteren und neuen Schwierigkeiten zwischen dem Reichsprotektor und dem Staatsminister von Böhmen und Mähren führen. Da sich von Burgsdorff mglw. selbst für eine Verwendung in Riga interessierte, schien eine dortige Verwendung bspw. auch dem Reichssicherheitshauptamt zu entsprechen. Über seine weiteren persönlichen Antriebe finden sich in den Akten verschiedene Angaben. Zum einen bemühte er sich um eine weitere eher zivile Verwendung, zum anderen soll er angeblich eine Wiederverwendung in der Wehrmacht angestrebt haben.
Von Burgsdorff bemühte sich darüber hinaus wieder nach Prag zu kommen, was allerdings auf Schwierigkeiten stieß. Heydrich entließ ihn seiner Zeit in den Wehrdienst, da er die aufgeblähte Verwaltung unter von Neurath, dessen Politik auch von Burgsdorff vertrat, verkleinern wollte. Eine neuerliche Verwendung im Protektorat hätte dieser neuen Entwicklung entgegengerichtet gewirkt. Durch Heydrichs Verwaltungsreform wurden mehrere Verwaltungstätigkeiten auf die autonomen Ressort verteilt. Damit gäbe es auch keine Verwendung für einen neuen Unterstaatssekretär mehr.
Am 15.12.1943 soll er weiterhin ein Anerkennungsschreiben erhalten haben. Dies geht zumindest aus seiner Personalakte hervor. Was und vor allem wer anerkennt, ist unbekannt.
Mit Kriegsende wird er durch die Amerikaner im Internierungslager Moosburg interniert und als Zeuge der Angeklagten Hans Frank und  Konstantin von Neurath beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher befragt. Dies sollte vor allem dazu dienen den Befehlsnotstand zu unterstreichen und alle Schuld auf Hitler und Himmler abzuwälzen. Von Burgsdorff solle nach eigenen Angaben erst nach dem Krieg von der Existenz von Konzentrationslagern erfahren haben. Ebenso sah er seinen SA-Generalsrang, als Ehrenrang an und sah sich selbst als kirchlicher Christ an. Er galt als hervorragender Verwaltungsbeamter mit diplomatischen Fähigkeiten. Das Reichssicherheitshauptamt charakterisierte ihn nicht als Gegner der Bewegung dennoch hindern ihn Herkunft, Erziehung und Überzeugung daran, ein inneres Verhältnis zum Nationalsozialismus zu finden.
Dennoch wurde er im Mai 1946 an Polen ausgeliefert und dort am 06.12.1948 wegen Kriegsverbrechen zu drei Jahren Haft verurteilt. Seine Vorgesetzten wurden fast alle mit der Todesstrafe belegt. Lediglich von Neurath erhielt neun Jahre Haft. Verfahren zu Kriegsverbrechen in der Tschechei ist nichts bekannt.
Im Nachkriegsdeutschland findet er Aufnahme in der Evangelischen Kirchenverwaltung in Bayern unter Landesbischof Hans Meiser und arbeitete als Verwalter bei der Evangelischen Akademie in Tutzing.
Im Juli 1947 entlassen verstarb Dr. Curt von Burgsdorff am 26.02.1962 in Starnberg. Verheiratet war er mit einer Geborenen von Erdmannsdorff. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

SA-Rottenführer 09.11.1934 Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK ???
SA-Scharführer 20.04.1935 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK ???
SA-Oberscharführer 09.11.1935 Ehrenkreuz für Frontkämpfer ???
SA-Truppführer 20.04.1936 Medaille zur Erinnerung an den 13.03.1938 ???
SA-Obertruppführer 09.11.1936 Medaille zur Erinnerung an den 01.10.1938 mit Spange Prager Burg ???
Hauptmann der Reserve 09.03.1937 -1810- m . Wirk. v. 01.04.1937 (RDA v. 01.12.1926(16)) Eisernes Kreuz II. Klasse 12.08.1942
SA-Sturmführer 01.05.1937 Eisernes Kreuz I. Klasse 04.01.1943
SA-Obersturmführer ??? Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwerter ???
SA-Sturmhauptführer ??? Kriegsverdienstkreuz I. Klasse mit Schwerter ???
SA-Sturmbannführer 09.11.1937 Allgemeines Sturmabzeichen ???
SA-Obersturmbannführer 30.01.1938 Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Major der Reserve 17.12.1938 -9800- m. Wirk. v. 01.08.1938 (RDA v. 01.08.1938(25)) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 02.04.1943
SA-Standartenführer 30.01.1939
SA-Oberführer 30.01.1940
SA-Brigadeführer 30.01.1941
Oberstleutnant der Reserve 24.03.1943 -720- m. Wirk. v. 01.04.1943 (RDA v. 01.04.1943(23))
SA-Gruppenführer 02.03.1943

Buchhinweise:

                   

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