Hans-Jürgen Gustav Burmester wurde am 16.06.1916 in Lamstedt im Landkreis
Neuhaus an der Oste als Sohn eines Postmeisters geboren, besuchte von Ostern
1921 bis Juni 1924 die Volksschule, trat dann bis Ostern 1935 an das
Reform-Realgymnasium, welches er mit dem Abitur abschloss. im April 1935 meldet
er sich dann bis September zum freiwilligen Arbeitsdienst, wo er u.a. in den
RAD-Lagern in Hamburg-Wandsbek und Langenhorn eingesetzt wurde, erwarb
anschließend in einer Motorsportschule der NSKK den Führerschein Kl. II,
und trat schließlich am 28.10.1935, mit Wirkung vom 01.11.1935, als Freiwilliger
der Panzerabwehr-Abteilung 12 in Schwerin bei. Daran schloss sich ein
Fahnenjunkerlehrgang in Kolberg bei der Panzerabwehr-Abteilung 32 an.
Am 01.10.1936 wird er gemäß OKH Nr. 4742/36 PA 1(A) vom 30.09.1936 als
Abiturient aus der Truppe zum Ausbildungslehrgang des 20.
Offizier-Ergänzungs-Lehrgang eingereiht, wird dann vom 04.01. bis zu 17.09.1937
an die Kriegsschule Dresden kommandiert, bzw. vom 04.10.1937 bis zum 30.01.1938
zu einem Waffenlehrgang an die Panzertruppen-Schule in Wünsdorf.
Am 16.12.1937 wird er der Panzerabwehr-Abteilung 31 in Braunschweig zugewiesen,
wo er ab dem 01.01.1938 den Posten eines Zugführers übernimmt. Ab dem 01.01.1939
wird er dort zum Nachrichtenoffizier und Führer des Nachrichtenzuges ernannt,
nachdem ich zuvor auf der Nachrichtenschule Halle eine entsprechende
Spezialausbildung genossen hatte, und nimmt im Rahmen der
31. Infanterie-Division am Polen-Feldzug teil. im gleichen Jahr heiratete
er.
Mit Beginn des Westfeldzuges im Einsatz wird er dort am 22.05.1940 verwundet und
, nach anschließender Genesung, am 18.11.1940 als Nachrichtenoffizier zum
Panzer-Regiment 7 versetzt. Ein knappes Jahr später, wird Burmester dann zum
Panzer-Regiment 201 nach Paris versetzt und dort ab dem 19.01.1941 als
Regiments-Nachrichtenoffizier und Kompanieführer in der I. Abteilung verwendet.
Mit seiner Abteilung nimmt er am Russland-Feldzug teil und wird dort am
02.12.1941 zum Chef der 10. Kompanie auf Panzer III ernannt, bis er in die
Panzer-Ersatz-Abteilung 500 nach Paderborn versetzt wird und dort ab dem
09.02.1943 mit dem Posten eines Kompaniechefs betraut wird, den er ab dem
15.02.1943 antritt. Burmester hatte sich zuvor freiwillig zur Umschulung auf den
Tiger-Panzer gemeldet.
Am 03.05.1943 kommt er als Kompaniechef in die 1. Kompanie der Panzer-Abteilung
503 und übernimmt am 22.07.1943 die Führung der schweren Panzer-Abteilung 503.
Ab dem 24.10.1943 wieder Chef der 1. Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 503
übernimmt er vom 03.12.1943 bis zum 08.01.1944 erneut die Führung der Abteilung
und nimmt dann ab dem 07.02.1944 bis zum 04.03.1944 an einem
Abteilungsführer-Lehrgang an der Abteilungsführerschule der Panzertruppen in
Paris teil. Direkt anschließend wird er in die Führer-Reserve unter
gleichzeitiger Kommandierung zur Panzer-Ersatz-Abteilung 500 versetzt und am
15.03.1944 zum Kommandeur der Panzer-Abteilung 509 ernannt.
Während der Kämpfe am Bug zeichnete sich die Abteilung Burmesters im besonderen
Maße aus, als es ihr im Kampfraum Dobroczyn in nur 48 Stunden gelang 69
gegnerische Panzer, zahlreiche Lastkraftwagen und eine Flak-Batterie zu
vernichten. Dem Gegner war es gelungen an einen deutschen Brückenkopf
vorbeizustossen und über einer Furt über den Bug selbst einen starken
Brückenkopf zu bilden. Diesen Brückenkopf sollte Burmester mit seiner Abteilung
eindrücken. Mit nur zwei Kompanien zum Angriff antretend erfüllte er seinen
Auftrag. Burmester sicherte die Furt mit einer Kompanie und unterstütze mit der
anderen den Angriff der Infanterie auf einen wichtigen Ort am Bug. Der Vorstoß
gelang und die gegnerische Feindgruppe wurde vernichtet. Dabei konnte auch hier
der Übergang für den Gegner gesperrt werden. Bie diesen Kämpfen wurde Burmester
zum 5. Mal verwundet. Seine beiden Kompanien schossen dabei jedoch 37 Panzer,
zwei Sturmgeschütze, zwei Geschütze und zwei Pak ab. Dafür wird er zum
Ritterkreuz eingereicht, wobei der Vorschlag dazu am 21.08.1944 im
Heerespersonalamt einging. Am 02.09.1944 erfolgte dann die Verleihung des
Ritterkreuzes an Burmester als Hauptmann und Kommandeur der schweren
Panzer-Abteilung 509. Am 18.01.1945 wird er verwundet und in ein Lazarett
verlegt. Seine Vertretung übernahm zunächst Dr. König, da Hauptmann Tischendorf
ebenfalls verwundet war. König fungierte als Abteilungsführer bis zum 21.01.1945
bis die 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf" den SS-Hauptsturmführer Leibel
als neue Vertretung einsetzt, der die Abteilung zunächst, aufgrund der
vorangegangenen Kämpfe, wieder ordnete. Allerdings erhielt er einen
Angriffsauftrag im Raum Baraska, der leider erfolglos blieb, und zu ernsten
Verlusten innerhalb der Abteilung führte. Burmester entließ sich daraufhin
selbst aus dem Lazarett und übernahm wieder das Kommando seiner Abteilung.
Burmster schrieb daraufhin einen bösen Brief an den Inspekteur der Panzertruppe
Guderian, wo er Gründe angab für das Scheitern des Angriffes. So wurde der
Angriffstermin zu spät mitgeteilt, die Abteilung nicht genügend von Pionieren
verstärkt und ein ungünstiges Terrain ausgewählt. Weiterhin mangelte er an der
Führungskompetenz des SS-Hauptsturmführers und benannte Schwierigkeiten mit der
Unterstellung unter ein SS-Panzer-Regiment.
Am 27.01.1945 schießt Burmester zwei gegnerische Panzer ab, wird selbst durch
eine Panzerfaust getroffen, erleidet aber keine Schäden.
Am 15.02.1945 wird er anerkennend für die Abwehrkämpfe zwischen Plattensee und
Donau im Wehrmachtsbericht genannt. Die Abteilung, seit Ende 1944 auf den Tiger
II "Königstiger" umgestellt, war dabei der 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf"
unterstellt. Der Abteilung gelang es zwischen dem 18.01. und dem 08.02.1945 bei
nur 10 eigenen Ausfällen insgesamt 208 gegnerische Panzer, Sturmgeschütze 145
Geschütze und fünf Flugzeuge abzuschießen.
Am 26.02.1945 erhält er möglicherweise eine neue Verwendung. Seine Nachfolge
übernimmt Hauptmann Dr. König.
Ende April 1945 befindet er sich im Urlaub und wird aufgrund des Einmarsches der
amerikanischen Truppen von seiner Abteilung getrennt. Burmester meldete sich
beim Stadtkommandanten und wird dann, da die Stadt als offen erklärt wurde, von
der ansässigen Artillerie-Ersatz-Abteilung entlassen. Nur wenige Tage in
amerikanischem Gewahrsam erhält er in einem Lager bei Landshut einen
Entlassungsschein. Später wird er noch zweimal von amerikanischen Truppen
festgehalten, kann aber immer wieder, nach kurzer Zeit, in die Freiheit
kommen.
Im Jahre 1956 trat Burmester der Bundeswehr bei und wird zunächst der
Heeres-Offizier-Schule I in Hannover zugewiesen und dann zum Kommandeur des
Panzer-Lehr-Bataillons in Munster ernannt. Außerdem übernimmt er den Posten
eines Lehrers an der Kampftruppenschule Munster und wird dann zum
stellvertretenden Kommandeur einer Panzer-Brigade in Sigmaringen ernannt. Es
folgt dann die Ernennung zum Kommandeur des Verteidigungs-Bezirks-Kommandos 52
in Karlsruhe und am 01.04.1972 die Ernennung zum Kommandeur des
Heimatschutz-Kommandos 17 in Böblingen, in der Wildermuth-Kaserne. Dort übergibt
er am 05.05.1972 seinen Psoten und geht am 30.09.1974 in den Ruhestand.
Hans-Jürgen Burmester verstarb am 22.09.1998 in Witzeeze im Herzogtum Lauenburg.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker-Gefreiter |
01.10.1936 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
15.06.1940 |
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Fahnenjunker |
01.10.1936 ernannt |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
16.06.1941 |
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Fahnenjunker-Unteroffizier |
01.12.1936 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
15.05.1942 |
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Fähnrich |
01.06.1937 |
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Panzerkampfabzeichen in Silber |
10.06.1942 |
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Oberfähnrich |
01.09.1937 |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
12.07.1942 |
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Leutnant |
10.01.1938 m. Wirk. v. 01.01.1938 (1538) |
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Deutsches Kreuz in Gold |
07.08.1943 |
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Oberleutnant |
17.05.1940 m. Wirk. v. 01.06.1940 (897) |
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Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl "25" |
??? |
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Hauptmann |
16.11.1942 m. Wirk. v. 01.12.1942 (59) |
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Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl "50" |
15.08.1944 |
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Major |
20.10.1944 -602- m. Wirk. v. 01.08.1944 (RDA v. 01.08.1944(71)) |
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Verwundetenabzeichen in Gold |
??? |
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Oberstleutnant (Bw) |
10.01.1958 |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
02.09.1944 |
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Oberst (Bw) |
16.09.1966 |
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