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274. Eichenlaubträger Ernst Busch
Generalfeldmarschall

Ernst Bernhard Wilhelm Busch wurde am 06.07.1885 in Steele im Kreis Essen als Sohn des königlichen Waisenhausdirektors der Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung Essen-Steele, Wilhelm Ernst Busch, geboren, besuchte von 1897 bis 1901 die Kadettenanstalt in Bensberg und anschließend, bis 1904 die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde bei Berlin. Mit seinem dortigen Abschluss wird er am 10.03.1904 als Fähnrich in das 1. Westfälische Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13 nach Münster versetzt, wo er am 10.04.1904 das Zeugnis der Reife zum Offizier erhält.
Am 17.11.1906 erfolgte seine Versetzung in das 8. Westfälische Infanterie-Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57 in Wesel und vom 01.10.1909 - 31.08.1910 und vom 01.10.1910 - 31.08.1911 eine Kommandierung an die Militär-Turnanstalt.
Ab dem 01.05.1912 wird er bis zum Schluss der Herbstübungen zum Cleveschen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 43 nach Wesel und ab dem 13.09.1912 als Instruktions-Offizier zur Kriegsschule Kassel kommandiert. Mit Beginn des 1. Weltkriegs wird dieses Kommando aufgehoben und Busch am 03.08.1914 als Führer der 11. Kompanie zum 7. Westfälischen Infanterie-Regiment "Vogel von Falckenstein" versetzt. Mit seiner Kompanie nimmt er bis zum 16.08.1914 an der Eroberung Lüttichs teil und wird vom 23.08. bis zum 24.08.1914 bei der Schlacht bei Namur eingesetzt. Es folgt die Schlacht bei St. Quentin, bei Petit-Morin, bei Reims, im Raum Arras, bei Lille, sowie Stellungskämpfe in Flandern und Artois bis zum Ende des Jahres 1914. Im Frühjahr folgen Kämpfe bei la Bassee und Arras, sowie bei Neuve-Chapelle.
Am 21.05.1915 wird er durch ein Artilleriegeschoß am rechten Knie verwundet und für drei Wochen in das Lazarett Pont-a-Maas verlegt. Wieder genesen kehrt er zu seiner Kompanie zurück. Mit dieser erlebt er die Herbstschlachten bei La Bassee und Arras, im Herbst 1915 die Stellungskämpfe in Flandern und Artois.
Am 18.06.1915 übernimmt er das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 56, mit dem er an den Kämpfen im Raum Verdun teilnimmt. Dabei wird er am 10.03.1917 durch ein Infanteriegeschoß am rechten Arm verwundet und für zwei Wochen in das Feld-Lazarett Liny verlegt. Wieder bei seinem Bataillon folgen nun die Teilnahme an der Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne und Stellungskämpfe am Chemin des Dames, wo er am 23.10.1917 erneut verwundet wird, aber bei der Truppe verbleiben kann. Es folgen dann Nachhutkämpfe an und südlich der Ailette sowie Stellungskämpfe an Maas und Mosel, bis er vom 17.01. bis zum 18.01.1918 an die Minenwerfer-Schule nach Valenciennes kommandiert wird. Anschließend kommt er vom 31.01. bis zum 06.02.1918 an die Nachrichten-Schule 21 in Saarburg und nimmt dann an den Kämpfen an der Siegfriedlinie, während der Vorbereitungszeit für die Große Schlacht in Frankreich teil. Dabei wird er vom 07.03. bis zum 11.03.1918 zu einem Führer-Lehrgang nach Wörth kommandiert. Wieder bei seinem Bataillon folgen nu die letzten Kämpfe des 1. Weltkrieges an der Somme, bei Soissons an der Marne in der Champagne und bei der Hermannstellung.
Am 07.09.1918 wird er zur Übernahme einer Kompanie zum Regiment zbV. von Möller kommandiert mit dem er in die Heimat zurückmarschiert.
Vom 11.12. bis zum 19.12.1918 übernimmt er die Führung des Infanterie-Regiments 56 und übernimmt dann am 10.01.1919 die Führung der MG-Kompanie des Regiments. Es folgt dann am 25.04.1919 eine Kommandierung zum Offiziers-Ausbildungs-Kurs nach Münster und am 13.08.1919 die Versetzung als MG-Offizier beim Stabe zur Reichswehr-Brigade 7.
Ab dem 15.09.1919 ist er Führer der Kompanie "Habermann" im Regiment Libau, bis er am 15.05.1920 mit dieser Kompanie als 3. Kompanie dem Reichswehr-Schützen-Regiment 13 zugeteilt wird.
Am 01.10.1920 ist er Kompaniechef im Infanterie-Regiment 18 und wird für eine Übernahme in das 100.000-Mann-Heer bestätigt. Am 30.07.1921 erfolgt damit die Versetzung in den Generalstab der 6. Division, bis er ab dem 08.08.1921 in den Stab der Division kommandiert wird.
Vom 30.06. bis zum 12.07.1924 nimmt er an einer Übungsreise im Wehrkreis VI teil, um am 30.08.1924 mit Wirkung vom 01.10.1924 in den Generalstab des Gruppen-Kommandos I versetzt zu werden. Vom 17.04. bis zum 26.04.1925 nimmt er an einer Übungsreise des Reichswehr-Ministeriums teil, wohin er am 05.09.1925 mit Wirkung vom 01.10.1925 versetzt wird. Er wird dort der Inspektion der Verkehrstruppen zugeteilt.
Am 10.09.1928 erfolgte mit Wirkung vom 01.10.1928 seine Versetzung als Ia-Offizier in den Stab der 2. Division, sowie vom 17.10. bis zum 27.10.1928 eine weitere Übungsreise im Wehrkreis.
Am 15.02.1930 wird er mit Wirkung vom 01.03.1930 zum Kommandeur des III. Bataillons im 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt und vom 24.02. bis zum 01.03.1930 auf den Gasschutz-Lehrgang E nach Berlin kommandiert.
Am 27.11.1931 wird er mit Wirkung vom 01.01.1932 zum Kommandeur des 9. (Preuß.) Infanterie-Regiments ernannt, welches am 01.10.1934 zeitweise in Infanterie-Regiment Potsdam umbenannt wird.
Ab dem 15.10.1935 Kommandeur der 23. Infanterie-Division, übernimmt er vom 29.11. bis zum 11.12.1937 zugleich die Leitung des Stabs-Offizier-Lehrgangs seiner Division.
Am 04.02.1938 wird er zum Kommandierenden General des VIII. Armee-Korps und Befehlshaber im Wehrkreis VIII ernannt und nimmt mit diesem am Polen-Feldzug teil. Nach Ende der Kämpfe wird er am 26.10.1939 mit Wirkung vom 23.10.1939 zum Oberbefehlshaber der 16. Armee ernannt, wobei er die Übernahme bereits am 22.10.1939 vollführt. Mit seiner Armee nimmt er ab dem 10.05.1940 im Westen an den Kampfhandlungen teil. Dabei leitet er die nötigen Führungsmaßnahmen besonders gut und trägt maßgeblich dafür Sorge, daß die Angriffe des VII. Armee-Korps im Raum bei und südlich Carrigan erfolgreich verliefen. Dafür wird ihm am 26.05.1940, als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der 16. Armee, das Ritterkreuz verliehen. Die Urkunde zum Ritterkreuz wird ihm am 11.02.1941 an die Heimatanschrift zugesendet.
Ab Sommer 1941 im Osten im Einsatz wird Busch nun mehrfach im Wehrmachtsbericht genannt. So bspw. am 06.08.1941 anlässlich des Durchbruches der gegnerischen Stellungen am Peipus-See. Mglw. für diesen Einsatz wird er zum Eichenlaub eingereicht, was jedoch bereits am 09.08.1941 abgelehnt wird. Kurze Zeit später erfolgte am 16.09.1941 eine erneute Nennung im Wehrmachtsbericht, als man die Zerschlagung von mindestens drei sowjetischen Armee durch die Armee Busch bekannt gab. Am 21.10.1941 folgte die 3. Nennung für die schweren, aber bisher erfolgreichen Kämpfe im Vorfeld Leningrads.
Am 05.05.1942 wird er zum 2. Mal zum Eichenlaub eingereicht, was jedoch am 07.06.1942 erneut abgelehnt wurde. Am 28.01.1943 folgte erneut eine Nennung im Wehrmachtsbericht, als es Busch gelang die gegnerischen Angriffe südöstlich des Ilmensees abzuschlagen. Für die Abwehrkämpfe südlich des Ilmensees, insbesondere auch für die Kämpfe im Raum Demjansk erheilt Busch am 21.08.1943, als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 16. Armee, das 274. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Am 05.11.1943 wird er mit Wirkung vom 04.11.1943 in die Führer-Reserve, gleichzeitig aber mit der stellvertretenden Führung der Heeresgruppe Mitte beauftragt. Mit Befehl vom 18.01.1944, wird er mit Wirkung vom 30.10.1943 dann mit der Führung der Heeresgruppe Mitte beauftragt, nachdem Feldmarschall von Kluge bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Am 27.01.1944 wird die Urkunde zum Eichenlaub an das Stellvertretende Generalkommando des VIII. Armee-Korps abgesendet.
Am 07.05.1944 wird Busch mit Wirkung vom 06.05.1944 zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte ernannt. Doch laut dem Tätigkeitsbericht des Generals der Infanterie Schmundt, soll Busch bereits am 28.06.1944 beurlaubt werden. Weiterhin entschied Hitler am 05.08.1944 u.a. auch Busch für die Besetzung von Führungspositionen in Armeen und Heeresgruppen nicht mehr vorzusehen. Damit wird er dann am 17.08.1944, mit Wirkung vom 16.08.1944 in die Führer-Reserve versetzt und zur Verfügung des Führers gestellt.
Erst am 14.03.1945 wird man sich seiner wieder bewusst und man setzt ihn mit sofortiger Wirkung als Oberbefehlshaber des Führungsstabes Nordseeküste ein. Mit Wirkung vom 07.04.1945 ist er dann Oberbefehlshaber Nordwest, mit Wirkung vom 02.05.1945 Oberbefehlshaber Nord und gerät als solcher am 07.05.1945 in britische Gefangenschaft, dort verstirbt er am 17.07.1945 im britischen Lager Aldershot bei London an einer angina pectoris-Erkrankung.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant 10.03.1914 m. Patent v. 10.06.1940 Uu Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 20.09.1914
Oberleutnant 16.06.1913 m. Patent v. 16.06.1913 K4k Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 06.03.1915
Hauptmann 27.01.1915 m. Patent v. 27.01.1915 S49s Preuß. Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern 14.06.1917
Hauptmann 01.02.1922 erh. RDA v. 27.01.1915(22)) Verwundetenabzechen in Schwarz - 1. WK ???
Major 01.04.1925 m. Wirk. v. 01.04.1925 (RDA v. 01.04.1925(6)) Pour le merite 04.10.1918
Oberstleutnant 01.02.1930 m. Wirk. v. 01.02.1930 (RDA v. 01.02.1930(18)) Ehrenkreuz für Frontkämpfer 01.01.1935
Oberst 01.12.1932 m. Wirk. v. 01.12.1932 (RDA v. 01.12.1932(4)) Dienstauszeichnung I. Klasse 02.10.1936
Generalmajor 01.09.1935 m. Wirk. v. 01.09.1935 (RDA v. 01.09.1935(4)) Eisernes Kreuz II. Klasse 18.09.1939
Generalleutnant 30.09.1937 m. Wirk. v. 01.10.1937 (RDA v. 01.10.1937(2)) Eisernes Kreuz I. Klasse 25.09.1939
General der Infanterie 10.02.1938 m. Wirk. v. 01.02.1938 (RDA v. 01.02.1938(8) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 26.05.1940
Generaloberst 19.07.1940 m. sofortiger Wirkung (RDA v. 19.07.1940(7)) Medaille Winterschlacht im Osten 30.07.1942
Generalfeldmarschall 30.01.1943 m. Wirk. v. 01.02.1943 (RDA v. 01.02.1943(3)) 274. Eichenlaub zum Ritterkreuz 21.08.1943

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