Ernst Bernhard Wilhelm Busch wurde am 06.07.1885 in Steele im Kreis Essen als
Sohn des königlichen Waisenhausdirektors der
Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung Essen-Steele, Wilhelm Ernst Busch, geboren,
besuchte von 1897 bis 1901 die Kadettenanstalt in Bensberg und anschließend, bis
1904 die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde bei Berlin. Mit seinem dortigen
Abschluss wird er am 10.03.1904 als Fähnrich in das 1. Westfälische
Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13 nach Münster versetzt, wo
er am 10.04.1904 das Zeugnis der Reife zum Offizier erhält.
Am 17.11.1906 erfolgte seine Versetzung in das 8. Westfälische
Infanterie-Regiment "Herzog Ferdinand von Braunschweig" Nr. 57 in Wesel
und vom 01.10.1909 - 31.08.1910 und vom 01.10.1910 - 31.08.1911 eine
Kommandierung an die Militär-Turnanstalt.
Ab dem 01.05.1912 wird er bis zum Schluss der Herbstübungen zum Cleveschen
Feld-Artillerie-Regiment Nr. 43 nach Wesel und ab dem 13.09.1912 als
Instruktions-Offizier zur Kriegsschule Kassel kommandiert. Mit Beginn des 1.
Weltkriegs wird dieses Kommando aufgehoben und Busch am 03.08.1914 als Führer
der 11. Kompanie zum 7. Westfälischen Infanterie-Regiment "Vogel von
Falckenstein" versetzt. Mit seiner Kompanie nimmt er bis zum 16.08.1914 an
der Eroberung Lüttichs teil und wird vom 23.08. bis zum 24.08.1914 bei der
Schlacht bei Namur eingesetzt. Es folgt die Schlacht bei St. Quentin, bei
Petit-Morin, bei Reims, im Raum Arras, bei Lille, sowie Stellungskämpfe in
Flandern und Artois bis zum Ende des Jahres 1914. Im Frühjahr folgen Kämpfe bei
la Bassee und Arras, sowie bei Neuve-Chapelle.
Am 21.05.1915 wird er durch ein Artilleriegeschoß am rechten Knie verwundet und
für drei Wochen in das Lazarett Pont-a-Maas verlegt. Wieder genesen kehrt er zu
seiner Kompanie zurück. Mit dieser erlebt er die Herbstschlachten bei La Bassee
und Arras, im Herbst 1915 die Stellungskämpfe in Flandern und Artois.
Am 18.06.1915 übernimmt er das Kommando über das II. Bataillon des
Infanterie-Regiments 56, mit dem er an den Kämpfen im Raum Verdun teilnimmt.
Dabei wird er am 10.03.1917 durch ein Infanteriegeschoß am rechten Arm verwundet
und für zwei Wochen in das Feld-Lazarett Liny verlegt. Wieder bei seinem
Bataillon folgen nun die Teilnahme an der Doppelschlacht an der Aisne und in der
Champagne und Stellungskämpfe am Chemin des Dames, wo er am 23.10.1917 erneut
verwundet wird, aber bei der Truppe verbleiben kann. Es folgen dann
Nachhutkämpfe an und südlich der Ailette sowie Stellungskämpfe an Maas und
Mosel, bis er vom 17.01. bis zum 18.01.1918 an die Minenwerfer-Schule nach
Valenciennes kommandiert wird. Anschließend kommt er vom 31.01. bis zum
06.02.1918 an die Nachrichten-Schule 21 in Saarburg und nimmt dann an den
Kämpfen an der Siegfriedlinie, während der Vorbereitungszeit für die Große
Schlacht in Frankreich teil. Dabei wird er vom 07.03. bis zum 11.03.1918 zu
einem Führer-Lehrgang nach Wörth kommandiert. Wieder bei seinem Bataillon folgen
nu die letzten Kämpfe des 1. Weltkrieges an der Somme, bei Soissons an der Marne
in der Champagne und bei der Hermannstellung.
Am 07.09.1918 wird er zur Übernahme einer Kompanie zum Regiment zbV. von Möller
kommandiert mit dem er in die Heimat zurückmarschiert.
Vom 11.12. bis zum 19.12.1918 übernimmt er die Führung des Infanterie-Regiments
56 und übernimmt dann am 10.01.1919 die Führung der MG-Kompanie des Regiments.
Es folgt dann am 25.04.1919 eine Kommandierung zum Offiziers-Ausbildungs-Kurs
nach Münster und am 13.08.1919 die Versetzung als MG-Offizier beim Stabe zur
Reichswehr-Brigade 7.
Ab dem 15.09.1919 ist er Führer der Kompanie "Habermann" im Regiment
Libau, bis er am 15.05.1920 mit dieser Kompanie als 3. Kompanie dem
Reichswehr-Schützen-Regiment 13 zugeteilt wird.
Am 01.10.1920 ist er Kompaniechef im Infanterie-Regiment 18 und wird für eine
Übernahme in das 100.000-Mann-Heer bestätigt. Am 30.07.1921 erfolgt damit die
Versetzung in den Generalstab der 6. Division, bis er ab dem 08.08.1921 in den
Stab der Division kommandiert wird.
Vom 30.06. bis zum 12.07.1924 nimmt er an einer Übungsreise im Wehrkreis VI
teil, um am 30.08.1924 mit Wirkung vom 01.10.1924 in den Generalstab des
Gruppen-Kommandos I versetzt zu werden. Vom 17.04. bis zum 26.04.1925 nimmt er
an einer Übungsreise des Reichswehr-Ministeriums teil, wohin er am 05.09.1925
mit Wirkung vom 01.10.1925 versetzt wird. Er wird dort der Inspektion der
Verkehrstruppen zugeteilt.
Am 10.09.1928 erfolgte mit Wirkung vom 01.10.1928 seine Versetzung als
Ia-Offizier in den Stab der 2. Division, sowie vom 17.10. bis zum 27.10.1928
eine weitere Übungsreise im Wehrkreis.
Am 15.02.1930 wird er mit Wirkung vom 01.03.1930 zum Kommandeur des III.
Bataillons im 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt und vom 24.02. bis zum
01.03.1930 auf den Gasschutz-Lehrgang E nach Berlin kommandiert.
Am 27.11.1931 wird er mit Wirkung vom 01.01.1932 zum Kommandeur des 9. (Preuß.)
Infanterie-Regiments ernannt, welches am 01.10.1934 zeitweise in
Infanterie-Regiment Potsdam umbenannt wird.
Ab dem 15.10.1935 Kommandeur der
23. Infanterie-Division, übernimmt er vom 29.11. bis zum 11.12.1937 zugleich
die Leitung des Stabs-Offizier-Lehrgangs seiner Division.
Am 04.02.1938 wird er zum Kommandierenden General des VIII. Armee-Korps und
Befehlshaber im Wehrkreis VIII ernannt und nimmt mit diesem am Polen-Feldzug
teil. Nach Ende der Kämpfe wird er am 26.10.1939 mit Wirkung vom 23.10.1939 zum
Oberbefehlshaber der
16. Armee ernannt, wobei er die Übernahme bereits am 22.10.1939 vollführt.
Mit seiner Armee nimmt er ab dem 10.05.1940 im Westen an den Kampfhandlungen
teil. Dabei leitet er die nötigen Führungsmaßnahmen besonders gut und trägt
maßgeblich dafür Sorge, daß die Angriffe des VII. Armee-Korps im Raum bei und
südlich Carrigan erfolgreich verliefen. Dafür wird ihm am 26.05.1940, als
General der Infanterie und Oberbefehlshaber der
16. Armee, das Ritterkreuz verliehen. Die Urkunde zum Ritterkreuz wird ihm
am 11.02.1941 an die Heimatanschrift zugesendet.
Ab Sommer 1941 im Osten im Einsatz wird Busch nun mehrfach im Wehrmachtsbericht
genannt. So bspw. am 06.08.1941 anlässlich des Durchbruches der gegnerischen
Stellungen am Peipus-See. Mglw. für diesen Einsatz wird er zum Eichenlaub
eingereicht, was jedoch bereits am 09.08.1941 abgelehnt wird. Kurze Zeit später
erfolgte am 16.09.1941 eine erneute Nennung im Wehrmachtsbericht, als man die
Zerschlagung von mindestens drei sowjetischen Armee durch die Armee Busch
bekannt gab. Am 21.10.1941 folgte die 3. Nennung für die schweren, aber bisher
erfolgreichen Kämpfe im Vorfeld Leningrads.
Am 05.05.1942 wird er zum 2. Mal zum Eichenlaub eingereicht, was jedoch am
07.06.1942 erneut abgelehnt wurde. Am 28.01.1943 folgte erneut eine Nennung im
Wehrmachtsbericht, als es Busch gelang die gegnerischen Angriffe südöstlich des
Ilmensees abzuschlagen. Für die Abwehrkämpfe südlich des Ilmensees, insbesondere
auch für die Kämpfe im Raum Demjansk erheilt Busch am 21.08.1943, als
Generaloberst und Oberbefehlshaber der
16. Armee, das 274. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Am 05.11.1943 wird er mit Wirkung vom 04.11.1943 in die Führer-Reserve,
gleichzeitig aber mit der stellvertretenden Führung der Heeresgruppe Mitte
beauftragt. Mit Befehl vom 18.01.1944, wird er mit Wirkung vom 30.10.1943 dann
mit der Führung der Heeresgruppe Mitte beauftragt, nachdem Feldmarschall von
Kluge bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Am 27.01.1944 wird die Urkunde
zum Eichenlaub an das Stellvertretende Generalkommando des VIII. Armee-Korps
abgesendet.
Am 07.05.1944 wird Busch mit Wirkung vom 06.05.1944 zum Oberbefehlshaber der
Heeresgruppe Mitte ernannt. Doch laut dem Tätigkeitsbericht des Generals der
Infanterie Schmundt, soll Busch bereits am 28.06.1944 beurlaubt werden.
Weiterhin entschied Hitler am 05.08.1944 u.a. auch Busch für die Besetzung von
Führungspositionen in Armeen und Heeresgruppen nicht mehr vorzusehen. Damit wird
er dann am 17.08.1944, mit Wirkung vom 16.08.1944 in die Führer-Reserve versetzt
und zur Verfügung des Führers gestellt.
Erst am 14.03.1945 wird man sich seiner wieder bewusst und man setzt ihn mit
sofortiger Wirkung als Oberbefehlshaber des Führungsstabes Nordseeküste ein. Mit
Wirkung vom 07.04.1945 ist er dann Oberbefehlshaber Nordwest, mit Wirkung vom
02.05.1945 Oberbefehlshaber Nord und gerät als solcher am 07.05.1945 in
britische Gefangenschaft, dort verstirbt er am 17.07.1945 im britischen Lager
Aldershot bei London an einer angina pectoris-Erkrankung.