Ritterkreuzträger
Friedrich-Wilhelm Buschhausen
Major, Panzergrenadiere






Friedrich-Wilhelm Buschhausen wurde am
11.12.1908 in Düsseldorf-Benrath geboren und trat am 01.04.1929 der 1.
Eskadron des 15. (Preuß.) Reiter-Regiments bei. Er besuchte dabei vom
29.11.1929 bis zum 26.01.1930 einen Unteroffizier-Anwärter-Lehrgang und wird
am 27.01.1930 in die 2. Eskadron seines Regiments versetzt. Vom 11.04. bis
zum 18.07.1930 folgt ein weiterer Unteroffizier-Anwärter-Lehrgang, sowie ab
dem 02.10.1930 bis zum 08.08.1931 der Besuch des 1. Lehrgangs an der
Infanterieschule. Anschließend folgt vom 02.10.1931 bis zum 06.08.1932 der
Besuch der Kavallerie-Schule.
Mit Meldung vom 01.10.1934 gehörte er dem Reiter-Regiment Insterburg an und
wird am 17.12.1934 mit Wirkung vom 01.01.1935 in die Kraftfahr-Abteilung
Allenstein versetzt, die ab dem 15.10.1935 die Bezeichnung
Panzerabwehr-Abteilung 11 in Allenstein erhält. Vom 04.01. bis zum
30.03.1935 besucht er einen Sonder-Lehrgang für Fähnriche der
Kraftfahrtruppen in Zossen und wird dann laut der Stellenbesetzung vom
15.10.1935 als Nachrichten-Offizier der Panzerabwehr-Abteilung 1 in Goldap
zugewiesen. Vom 28.10. bis zum 21.12.1935 besucht er einen
Nachrichten-Lehrgang für Offiziere der Kraftfahrtruppen an der
Heeres-Nachrichten-Schule in Halle/Saale, um schließlich am 16.03.1936 mit
Wirkung vom 01.05.1936 als Nachrichten-Offizier dem I. Bataillon des
Schützen-Regiments 3 in Eberswalde zugeteilt zu werden. Ab dem Jahre 1937
wird er dort als Regiments-Nachrichten-Offizier eingesetzt. Vom 08.11. bis
zum 13.11.1936 nimmt er an einem Lehrgang für Kommandeure an der
Nachrichten-Schule in Halle/Saale teil und besucht vom 20.10. bis zum
29.10.1937 einen weiteren Lehrgang für Nachrichten-Offiziere in Weimar.
Ab dem 10.11.1938 ist er Chef der 6. Schwadron im
Kavallerie-Schützen-Regiment 6, dem späteren Schützen-Regiment 6, in St.
Pölten, mit dem er am Polen-Feldzug teilnimmt. Im Westfeldzug, ab dem
10.05.1940, ist er u.a. Ordonnanz-Offizier im Stab der
9. Panzer-Division. Während des Balkan-Feldzuges mit seiner Kompanie
erneut im Einsatz wird er am 17.04.1941 im Wehrmachtsbericht genannt:
"Bei der Einnahme von Skoplje (Üsküb) am
07.04.1941 hat sich Hauptmann Buschhausen, Kompaniechef in einem
Schützen-Regiment, durch persönlichen Einsatz gegenüber einen vielfach
überlegenen Feind besonders ausgezeichnet."
Während des Russland-Feldzuges wird er am 23.09.1941
bei Kiev verwundet und während seiner Genesung wirtschaftlich dem
Schützen-Ersatz-Regiment 82 zugeteilt. Wiederhergestellt übernimmt er am
26.02.1942, mit Wirkung vom 12.02.1942, das Kommando über das II. Bataillon
des Schützen-Regiments 62. Ein anderes Dokument nennen ihn ab 21.02.1942 als
Kommandeur des Feld-Ersatz-Bataillons 10/1 (Panzer). Eine Meldung vom
08.05.1942 erwähnt die Versetzung vom Marsch-Bataillon des
Schützen-Regiments 69 in den Stab des I. Bataillons des Regiments.
Als Kommandeur des I. Bataillons übernimmt er am 22.12.1942 zu Begin
der Weihnachtsschlacht um den Djebel el Ahmera, westlich von Tunis, in
Afrika, mit unerfahrenen Kräften, die Kampfführung der Südgruppe. Unter
hohen Munitionseinsatz, war es den angreifenden amerikanischen Einheiten,
mit Panzerunterstützung, gelungen einen Einbruch an der Enge ostwärts des
Djebel el Ahmera zu erzielen. Immer weitere Verteidigungsstellungen fielen
dem Gegner in die Hände, bis er auch die Höhe 290 erreichte. An der Spitze
seiner wenigen Kompanie gelang es Buschhausen am 23.12.1942 das verloren
gegangene Gebiet zurückzuerobern, 300 Gefangene einzubringen und dabei zwei
schwerste Panzer zu vernichten. Die gegnerischen Verluste waren derart hoch,
dass die Einheiten noch am nächsten Tag durch ein britisches Elite-Regiment
abgelöst werden mussten. Am 24.12.1942 griff der Gegner erneut an und nahm
frontal vorstoßend eine Höhe nach der anderen, durchbrach die schwache
rechte Flanke des Bataillons Buschhausen und stand schließlich im Rücken des
deutschen Bataillons, nachdem die beherrschende Höhe 290 erneut verloren
gegangen war. Ruhig sammelte Buschhausen seine Reserven und ging am
25.12.1942 erneut zum Gegenangriff, in die Flanke des Gegners, über. Noch
bevor alle seine Kompanien eingetroffen haben, fasste er kurz entschlossen
den Angriffsbefehl und griff den Gegner dort an, wo er es am wenigsten
erahnte. Buschhausen schlug den Gegner in beeindruckender Weise und unter
schwersten Verlusten zurück, nahm ihm das am Tag zuvor eroberte Gebiet
wieder ab und verdrängte ihn sogar aus dem gesamten Bergmassiv. Diese Kämpfe
waren entscheidend für das Halten des gesamten Brückenkopfes Tunesien.
Am 26.02.1943 nahm das Bataillon, mittlerweile der Kampfgruppe des Generals
Schmidt unterstellt, an einem großen eigenen Angriff in Nordtunesien teil.
Auch hierbei stieß das Bataillon Buschhausen tief in die gegnerischen
Stellungen ein. Als ein benachbartes Bataillon allerdings zerschlagen wurde,
konnte es nicht verhindert werden, dass das Bataillon Buschhausen
abgeschnürt wurde. Der Gegner forderte das Bataillon mehrfach zur Übergabe
auf, was jedoch abgelehnt wurde. Erst der Befehl zum Rückzug, ließ
Buschhausen seine Stellungen verlassen. Einen plötzlichen Wolkenbruch
ausnutzend gelang es ihm unter Rettung des wichtigen Materials und aller
Waffen, die eigenen Linien zu erreichen. Trotz hoher Verluste wurde das
Bataillon nur wenige Tage später als Angriffsbataillon der Division
Manteuffel eingesetzt und griff auch hier entscheidend in die Kämpfe ein.
Als es dem Gegner gelang mit der 1. englischen Panzer-Division und einer
weiteren Infanterie-Division westlich Mezzouna in Mitteltunesien auf beiden
Seiten der dortigen Paßstrassen durchzubrechen, um die 1. Armee
abzuschneiden., eilte Buschhausen mit seinem Bataillon von Norden kommend in
den betreffenden Raum und erreichte diesen am 23.03.1943 in schwerster Lage.
Buschhausen warf sich frontal auf den Gegner und schlug ihn zurück. Fortan
versuchte der Gegner, zum Teil mit der Unterstützung schwerster Panzer, den
Durchbruch zu erzwingen, was Buschhausen jedoch stets verhinderte.
Buschhausen gelang es immer wieder seine Stellung zu behaupten, obwohl das
Bataillon seit Dezember über 700 Mann Verluste hatte. Auch hier gelang es
ihm das Schicksal einer ganzen Armee zunächst abzuwenden. Dafür erhielt er
am 09.05.1943 als Major und Kommandeur des I. Bataillons des
Panzergrenadier-Regiments 69 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Bereits
im April 1943 hatte er zeitweise die Führung des Panzergrenadier-Regiments
69 übernommen und geriet am 09.05.1943, also einen Tag vor der
Ritterkreuzverleihung, in Tunesien in amerikanische Gefangenschaft, die er
ab November 1943 in den USA verbrachte. Im Jahre 1947 wird er schließlich in
die Heimat entlassen.
Friedrich-Wilhelm Buschhausen verstarb am 01.10.2004 in Köln.