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Ritterkreuzträger Werner Canders
Major, Grenadiere

        
Johann Hugo Werner Canders wurde am 25.03.1914 in
Berlin-Pankow geboren und trat am 01.04.1931 der 14. Kompanie im
Ausbildungs-Bataillon des 1. (Preuß.) Infanterie-Regiments in Königsberg
bei. Dort wurde er ein Jahr später in die 2. Kompanie des nunmehrigen
Infanterie-Regiments 1 versetzt und anschließend am 01.10.1933 der 16. (Unteroffizier-Lehr)
Kompanie des Regiments zugeteilt.
Ab dem 01.02.1934 als Gruppenführer wieder in der 2. Kompanie, wird Canders
ab dem 26.08.1934 als Gruppenführer zur 1. Kompanie des Wach-Regiments
Berlin kommandiert und kehrt am 01.10.1934 in die 6. Kompanie zum
Infanterie-Regiment Königsberg zurück. Ab dem 29.04.1935 Gruppenführer in
der Kompanie, besteht er im April 1936 seine Prüfung zum Oberfeldwebel (T)
und wird als solcher am 01.10.1936 in die 10. Kompanie versetzt, wo er
zunächst den Posten des Hauptfeldwebels bekleidet und ab dem 01.09.1936 als
Zugführer eingesetzt wird. Mit seiner Kompanie nimmt er am Polen-Feldzug
teil und wird kurze Zeit später, am 01.02.1940 in die 5. Kompanie des
Infanterie-Regiments 43 versetzt, wo er ab dem 01.03.1940 als Zugführer eine
Verwendung findet. besucht er einen Kompanie-Führer-Lehrgang bei der
1. Infanterie-Division, wobei er am 02.04.1940 durch die Offiziere des
II. Bataillons im Infanterie-Regiment 43 zum Offizier gewählt wird.
Ab dem 10.05.1940 im Westen im Einsatz erfolgte am 23.05.1940 die Versetzung
in die 9. Kompanie. Andere Quellen weisen ihn allerdings vom 23.05. bis zum
30.09.1940 als Kompanie-Führer der 10. Kompanie aus. Dabei wird er am
26.05.1940 durch einen Oberschenkel-Durchschuß verwundet und in einem
Lazarett behandelt. Ab dem 18.06.1940 wird er dann als Führer der 10.
Kompanie geführt.
Ab dem 01.10.1940 übernimmt er die Führung der 2. Kompanie im
Infanterie-Regiment 408, wobei er am 01.12.1940 auch zum Chef dieser
Kompanie ernannt wird. Mit dieser nimmt er am Ostfeldzug teil und wird dort
am 11.08.1941 verwundet. Vom 11.08. bis zum 24.10.1941 im Lazarett, kehrt er
zu seiner Kompanie an die Front zurück und wird dort am 27.09.1942 erneut
verwundet und bis zum 21.12.1942 in einem Lazarett behandelt, wobei er
wirtschaftlich dem Infanterie-Ersatz-Bataillon 494 zugeteilt wurde.
Wieder genesen kehrt er am 22.12.1942 als Führer des III. Bataillons im
Grenadier-Regiment 408 an die Front zurück. Mglw. wird er erneut verwundet,
da er vom 23.03. bis zum 08.06.1943 im Grenadier-Ersatz- und
Ausbildungs-Bataillon 494 geführt wurde. Ab dem 09.06.1943 ist er dann
wieder Führer des III. Bataillons im Grenadier-Regiment 408, dessen Kommando
er ab dem 24.06.1943 übernimmt. Als Bataillonsführer führte er sein
Bataillon während der 1. Schlacht südlich des Ladoga-Sees bei Gaitolowo
unter schwierigsten Verhältnissen. Im Zuge eines Angriffes am 21.09.1942
gelang es dem Bataillon einen schmalen Streifen in die gegnerische
Verteidigung zu schlagen. Vier Tage lang hielt das Bataillon sämtlichen
Angriffes des Gegners stand. Infolge schwerer Ausfälle übernahm Canders
selbst MG oder Granatwerfer und nahm so aktiv am Abwehrkampf teil, wodurch
der den Durchhaltewillen seiner Männer stärkte. Am 23.09.1942 wurde Canders
im Nahkampf verwundet, blieb aber bei seinem Bataillon, bis ihn nach einem
tage die Kräfte verließen. Wieder bei seinem Bataillon führte er es am
21.02.1943 zum Gegenangriff auf die gegnerische Einbruchsstelle bei
Wergowtschina in der Schlacht nördlich Smerdynia. Als der Angriff stecken
blieb, organisierte Canders zunächst die eigene Abwehr, konnte jedoch das
Halten einer feindlichen Bunkerlinie im Vorfeld der HKL nicht verhindern.
Diese Bunker führten zu schweren Verlusten innerhalb des Bataillons. Dadurch
entschloss sich Canders am 24.02.1943 den Gegner überraschend anzugreifen.
Unter seiner Führung drang ein Stoßtrupp in das Bunkersystem ein und zwang
die gegnerischen Soldaten zur Aufgabe dieser Stellung. Damit beruhigte sich
der Kampfdruck in Bataillonsabschnitt und auch die Nachbarn des Bataillons
konnten nun ohne gefährliches Flankenfeuer vorziehen. Bei diesem Vorstoß
wurde Canders abermals verwundet. Für seinen Einsatz wird er am 28.04.1943
mit der Ehrenblattspange ausgezeichnet.
Im weiteren Verlauf der Kämpfe nimmt Canders am 17.02.1944 an den
Abwehrkämpfen der 121. Infanterie-Division teil. Dabei gelingt es dem
Gegner mit Panzern einen Einbruch zu erzielen, wodurch die wichtige
Nachschubstrasse bedroht war. Canders passte sich sofort der neuen Lage an
und gruppierte sein Bataillon um. Dennoch gelang es dem Gegner bis an den
Bataillonsgefechtsstand heranzukommen. Canders und lediglich neune andere
Grenadiere stellten sich ihm entgegen. Dabei gelingt es ihnen den Gegner aus
der alten HKL herauszuwerfen. Kurz darauf bricht der Gegner an der
Nahtstelle zum linken Nachbarn ein und Canders übernimmt auch dort den
Kampf. Zunächst setzt er eine Flak ein, die sofort zwei gegnerische Panzer
abschießen kann und unter den Gegnern Verwirrung stiftet. Diesen Augenblick
ausnutzend geht canders mit seinen Grenadieren zum Gegenangriff über und
schlägt den Gegner zurück. Dafür wird Canders am 06.04.1944 als Major und
Kommandeur des III. Bataillons im Grenadier-Regiment 408 mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet.
Kurze Zeit später wird Canders am 08.06.1944 erneut schwer verwundet und vom
09.06. bis zum 16.12.1944 zunächst im Lazarett behandelt und dann von
Oktober 1944 an zum 19. Regiments-Führer-Lehrgang an die Infanterieschule
Döberitz kommandiert. Ab dem 05.12.1944 der Führer-Reserve des OKH
zugeteilt, wird er am 09.12.1944, mit Wirkung vom 10.12.1944 mit der Führung
des Grenadier-Regiments 270 beauftragt. Während der Endkämpfe wird er am
27.02.1945 mit der Führung einer Regimentsgruppe der
58. Infanterie-Division beauftragt und dabei am 28.02.1945 wiederum
schwer verwundet. Eine erste Behandlung erfolgte dabei auf dem
Hauptverbandsplatz Fischhausen.
Am 17.04.1945 wird er im Seetransport von Pillau nach Kopenhagen
transportiert und von dort mit einem Lazarettzug in das
Luftwaffen-Ortslazarett Plön in Holstein verlegt, wo er am 05.05.1945 in
britischen Gewahrsam geriet. Bis zum 11.01.1945 weilt er zunächst in den
Lazaretten in Plön und Preetz, wird dann ab August 1945 im Auftrag der
britischen Militärregierung in den Flüchtlingslagern Lübeck-Pöppendorf und
Hamburg als Lagerleiter eingesetzt und ist dann Zivilangestellter im
Flüchtlingslager Neumünster.
Johann Canders verstarb am 23.04.1993 in Neumünster/Holstein.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Obergrenadier |
01.04.1933 |
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Dienstauszeichnung IV. Klasse |
01.04.1935 |
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Gefreiter und Ernennung zum UA |
01.03.1934 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
02.10.1939 |
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Unteroffizier |
01.04.1934 |
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Verwundetenabzeichen in Schwarz |
01.07.1940 |
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Feldwebel |
01.09.1936 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
19.07.1940 |
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Oberfeldwebel (T) später umbenannt in Hauptfeldwebel |
01.10.1936 |
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Infanterie-Sturmabzeichen in Silber |
23.08.1941 |
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Ernennung zum OA |
01.02.1940 |
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Verwundetenabzeichen in Silber |
27.10.1941 |
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Leutnant |
07.05.1940 -2880- m. Wirk. v. 01.03.1940 (RDA v. 01.10.1937(74C)) |
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Deutsches Kreuz in Gold |
28.07.1942 |
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Oberleutnant |
14.09.1940 -80- m. Wirk. v. 01.07.1940 (RDA v. 01.01.1940(59C)) |
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Medaille Winterschlacht im Osten |
29.07.1942 |
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Hauptmann |
08.04.1942 -7810- m. Wirk. v. 01.05.1942 (RDA v. 01.05.1942(165C)) |
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Verwundetenabzeichen in Gold |
17.03.1943 |
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Hauptmann |
21.05.1942 -3720- m. Wirk. v. 01.05.1942 zu den aktiven Truppen-Offz.
des Friedensstandes (RDA v. 01.05.1942(165)) |
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Nennung im Ehrenblatt |
28.04.1943 |
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Hauptmann |
08.09.1943 -5510- erh. neues RDA v. 01.03.1942 (616a)) |
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Nahkampfspange in Bronze |
14.08.1943 |
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Major |
20.01.1944 -8510- m. Wirk. v. 01.11.1943 (RDA v. 01.11.1943(16n)) |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
06.04.1944 |
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Nahkampfspange in Silber |
09.06.1944 |
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