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Ritterkreuzträger Ulrich Freiherr von Canstein
Oberst, Grenadiere

Ulrich Maria Freiherr von Canstein wurde am 16.06.1906 in Dortmund geboren und trat am 01.04.1925 als Fahnenjunker dem Reiter-Regiment 15 bei, bestand vom 05.07. bis zum 08.07.1926 seine Fahnenjunker-Prüfung, besuchte vom 18.11.1926 bis zum 01.09.1927 den 1. Lehrgang an der Infanterieschule, sowie vom 17.10.1927 bis zum 16.08.1928 den II. Lehrgang an der Kavallerieschule.
Am 01.10.1929 wechselt er als Zugführer in die 6. Eskadron des Reiter-Regiments 15 und nimmt vom 11.10. bis zum15.10.1929 an einem Schieß- und Kampfschule-Lehrgang in Ohrdruf teil.
Am 07.08.1931 wird er beim Handgranatenwerfen durch einen Splitter am linken Auge verletzt, wodurch er das Auge verlor, und wird dann mit Wirkung vom 01.10.1931 bis zum 30.09.1932 als Bereit-Offizier an die Kavallerieschule versetzt. Mit Wirkung vom 01.10.1932 wird diese Stellung um ein weiteres Jahr verlängert.
Ab dem 01.10.1933 als Ordonnanzoffizier im Stab des Reiter-Regiments 15 tätig übernimmt er ab dem 01.10.1934 den Posten des Adjutanten im nunmehrigen Reiter-Regiment Paderborn. Diesen Posten bekleidet er auch im Zuge der Umrennung in Reiter-Regiment 15 ab dem 15.10.1935, bzw. in Kavallerie-Regiment 15 ab dem 06.10.1936. Am 15.10.1936 nimmt von Canstein an der Austragung des 1. Preises in der großen Vielseitigkeitsprüfung in Döberitz teil und wird mit 9 Pluspunkten Vorsprung zum Sieger und damit besten Vielseitigkeitsreiter des Heeres gekürt.
Laut Stellenbesetzung vom 12.10.1937 ist von Canstein Chef der 3. Schwadron im Kavallerie-Regiment 13 und wird mit Wirkung vom 01.02.1939 Als Adjutant an die Heeres-Reit- und Fahrschule Hannover versetzt.
Mit der allgemeinen Mobilmachung des deutsches Heeres am 26.08.1939, wechselt von Canstein als Adjutant in den Stab der 96. Infanterie-Division, um mit Wirkung vom 15.12.1939 als Hauptmann und Adjutant beim Oberbefehlshaber des Heeres ins OKH versetzt zu werden. Damit nimmt er am West- und Balkan-Feldzug teil und wird ab dem 02.07.1941 auch in Russland eingesetzt.
Mit Wirkung vom 01.09. bis zum 30.09.1941 wird er zur 1. Kavallerie-Division kommandiert um dort als Abteilungsführer eine zeitweilige Verwendung zu finden. Dabei übernimmt er bis zum 26.10.1941 die Führung der I. Abteilung des Reiter-Regiments 22.
Mit dem 12.02.1942 wird er dann mit der Führung der Aufklärungs-Abteilung 22 beauftragt, nachdem deren bisheriger Kommandeur  und 58. Eichenlaubträger Oberstleutnant Oskar von Boddien am 06.01.1942 gefallen war. Kurz darauf übernimmt er am 17.02.1942, mit Wirkung vom 20.01.1942 auch das Kommando der Abteilung.
Am 29.12.1942 wird von Canstein mit Wirkung vom 20.11.1942 zum Adjutanten und IIa im Stab des LV. Armee-Korps ernannt, wobei der Dienstantritt am 16.12.1942 erfolgt. Seine Versetzung in die Führer-Reserve des OKH erfolgte am 24.08.1943 mit Wirkung vom 15.06.1943.
Am 08.01.1944 übernimmt er mit Wirkung vom 20.10.1943 das Kommando über das Grenadier-Regiment 220. Mit seinem Regiment gelingt es ihm kurze Zeit später die Angriffe dreier sowjetischer Garde-Schützen-Division nordwestlich Newel abzuschlagen. Nachdem es jedoch zwei gegnerischen Bataillonen gelang über das Eis des Sswiblo-Sees bis zum Regimentsgefechtsstand durchzubrechen, raffte von Canstein sämtliche Melder, Schreiber und Fernsprecher zusammen und warf den Gegner zurück. Von Canstein erhielt dafür am 12.,02.1944 als Oberstleutnant und Kommandeur des Grenadier-Regiments 220 das Ritterkreuz.
Am 06.03.1944 wird er bei Narwa am Kopf verletzt und im Lazarett behandelt. Außerdem wird er während der Genesung in die Führer-Reserve versetzt und wirtschaftlich der Kavallerie-Ersatz-Abteilung 100 zugeteilt.
Mit Wirkung vom 12.06.1944 wird er als Oberst beim Stab an die Aufklärungs- und Kavallerie-Schule kommandiert. Zuvor besuchte er vom 06.06. bis zum 07.06.1944 die Schule für Bataillons- und Abteilungs-Führer in Antwerpen, vom 09.06. bis zum 10.06.1944 die Infanterieschule, um dann ab dem 11.06.1944 in den Stab des Generals der Infanterie kommandiert zu werden.
Ab dem 01.08.1944 Kommandeur der Aufklärungs- und Kavallerie-Schule Bromberg, wird er aufgrund eines politischen Zwischenfalls am 17.12.1944 erneut in die Führer-Reserve versetzt, verhaftet und auf der Festung Küstrin festgehalten. Möglicherweise hängt die Verhaftung eng mit der Tätigkeit Werner von Cansteins beim Bund Deutscher Offiziere zusammen. Diesem trat dieser nach seiner Gefangennahme bei Stalingrad bei. Am 16.12.1944 wurde Oberst Frhr. v. Canstein unter Vortäuschung einer dienstlichen Besprechung in der Standortkommandantur Bromberg im Zuge der Sippenhaftung festgenommen.
Das hinderte den Oberst beim Stabe (Krossa) aber keineswegs, pünktlich um 12.00 Uhr mittags dem inhaftierten Kommandeur die Tagesmeldung der Schule zu machen. Einer der Aufsichtsoffiziere der Reiter-Inspektion führte sogar, von der Gefechtsausbildung einrückend, seine Fahnenjunkeraufsicht zu Pferde am Gefängnis der Gestapo vorbei und „übte“ angesichts des Zellenfensters Ehrenbezeigungen mit allen dazugehörigen Kommandos und Blickwendungen.
Oberst Frhr. Ulrich v. Canstein wurde erst im Frühjahr 1945 durch den persönlichen Einsatz des früheren Wehrmacht-Adjutanten Hitlers, Generalleutnant Engel, aus der Haft befreit, um als Regiments-Kommandeur zur Kavallerie-Division zu gehen.

Wieder rehabilitiert wird er am 15.03.1945 zum Kommandeur des Reiter-Regiments 41 ernannt. Der Dienstantritt erfolgte am 03.04.1945.
Am 10.05.1945 geriet von Canstein in Tamsweg in britische Gefangenschaft. In dieser kam er zunächst bis zum 13.05.1945 zusammen mit dem gesamten Regimentsstab in den Raum Mauterndorf, dann ab dem 21.05.1945 nach Unterweißburg, ab dem 14.06.1945 nach Radstatt, anschließend ab dem 17.06.1945 nach Gundelfingen und zuletzt bis zum 22.06.1945 um Abtsgmünd, wo er entlassen wurde.
Nach dem Krieg absolvierte er von 1960 bis 1970 verschiedene Reserveübungen in der Bundeswehr.
Ulrich Freiherr von Canstein verstarb am 10.08.1991 im Wohnstift Augustinum in München.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter 01.07.1925 Reichssportabzeichen in Bronze 27.08.1927
Unteroffizier 01.11.1925 Dienstauszeichnung IV. Klasse 02.10.1936
Fähnrich 01.09.1927 Dienstauszeichnung III. Klasse 01.04.1937
Oberfähnrich 01.08.1928 Eisernes Kreuz II. Klasse 23.10.1941
Leutnant 23.05.1929 -200- m. Wirk. v. 01.04.1929 (RDA v. 01.04.1929(32)) Eisernes Kreuz I. Klasse 14.05.1942
Oberleutnant 01.04.1933 -750- m. Wirk. v. 01.04.1933 (RDA v. 01.04.1933(56)) Medaille Winterschlacht im Osten 15.07.1942
Rittmeister 20.04.1936 -2000- m. Wirk. v. 01.04.1936 (RDA v. 01.04.1936(68)) Krimschild 10.12.1942
Major 22.02.1941 -930- m. Wirk. v. 01.01.1941 (RDA v. 01.01.1941(57a)) Militärorden Michael der Tapfere 31.03.1943
Major 18.06.1941 erh. neues RDA v. 01.07.1940(18a)) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 10.02.1944
Oberstleutnant 15.07.1942 -5130- m. Wirk. v. 01.08.1942 (RDA v. 01.08.1942(18))
Oberst 20.06.1944 -3210- m. Wirk. v. 01.05.1944 (RDA v. 01.05.1944(5a))

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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