Otto Carius wurde am 27.05.1922 in Zweibrücken
geboren, besuchte ab 1932 bis März 1940 das Humanistische Gymnasium in
Zweibrücken und legte dort die Abiturprüfung ab.
Am 01.04.1940 trat er der Wehrmacht bei und kommt mit Meldung vom 21.05.1940
in die 1. Kompanie des Infanterie-Ersatz-Bataillons 104 nach Posen. Kurze
Zeit später erfolgte seine freiwillige Meldung zur Panzertruppe, woraufhin
am 04.08.1940 seine Versetzung zur Panzer-Ersatz-Abteilung 25 nach Erlangen
und anschließend am 27.09.1940 eine Versetzung zur Panzer-Ersatz-Abteilung 7
nach Darmstadt erfolgte. Die Ausbildung zum Panzermann erfolgte dann in
Stuttgart-Vaihingen und Putlos. Mit Ende der Ausbildung erfolgte am
01.10.1940 seine Versetzung in die 1. Kompanie des Panzer-Regiments 21 der
20. Panzer-Division.
Am 08.07.1941 verwundet wird er wirtschaftlich der 1. Kompanie der
Panzer-Ersatz-Abteilung 25 zugeteilt und erhält ab dem 05.08.1941 eine
Kommandierung zum 8. Offiziersanwärter-Lehrgang in Wünsdorf. Ab dem
29.08.1941 gehörte er dann der 6. Kompanie der Panzer-Ersatz-Abteilung 25
an.
Mit Meldung vom 14.03.1942 gehörte er als Zugführer zur 10. Kompanie des
Panzer-Regiments 21 und wechselt kurze Zeit später als Pionierzugführer in
die Stabskompanie des Regiments. Als solcher wird er durch einen
Handstreifschuß leicht verwundet.
Im Oktober 1942 wechselt Carius in die 1. Kompanie des Regiments und ab dem
21.10.1942 in die Stabskompanie der III. Abteilung.
Am 05.01.1943 erfolgte seine Versetzung in die Panzer-Ersatz-Abteilung 500
nach Putlos. Von dort aus erhält er eine Kommandierung nach Paderborn zur
Ausbildung am Kampfpanzer "Tiger".
Nach Ende der Ausbildung wechselt er mit Meldung vom 10.05.1943 als
Zugführer in die 2. Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 502, wo er am
02.12.1943 verwundet wird. Wie schwer die Verwundung war ist unklar.
Im März 1944 gelang es ihm im Kampfraum westlich Narwa mit drei Tigern
innerhalb von drei Tagen, während der Einsätze bei Lembitu, vom 17.03. bis
zum 22.03.1944 28 gegnerische Panzer, vier Sturmgeschütze und 17 Geschütze
zu vernichten. Weiterhin wurde die 2. Kompanie der schweren Panzer-Abteilung
502 im Wehrmachtsbericht genannt. Bereits am 04.11.1943 hatte Carius bei
Tschernowo 10 gegnerische Panzer abgeschossen. Für diesen Erfolg und für den
bei Narwa wird ihm als Leutnant der Reserve und Führer des I. Zuges in der
2. Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 502 am 04.05.1944 das Ritterkreuz
verliehen. Einreichende Truppe des Verleihungsvorschlages war die
61. Infanterie-Division. Zuvor wurde er jedoch mit Meldung vom
31.03.1944 in den Stab der Abteilung versetzt und erhält nach der Verleihung
des Ritterkreuzes fünf Tage Sonderurlaub.
Im Juni 1944 übernimmt er die Führung der 2. Kompanie. Mit zwei Panzern
seiner Kompanie stand Carius am 21.07.1944 nordöstlich Dünaburg im Einsatz,
als 17 gegnerische Panzer, einer frisch aus dem Raum Moskau eingetroffenen
Garde-Panzer-Brigade, durch die vordersten Linien einbrachen und Richtung
Süden durchstießen um Dünaburg anzugreifen. Carius und sein zweiter Panzer
besetzen daraufhin die Rollbahn Dünaburg-Rositten und sicherten diese gegen
Vorstöße sowjetischer Truppen. Zwar war es gelungen die Masse der
Panzer-Brigade durch Artilleriefeuer zu zersprengen, doch gelang es der
Panzerspitze durch die schnell errichtete Abwehrfront einzubrechen. Zur
Orientierung hielten die Panzer auf engstem Raum im Dorf Krivani. Carius,
über eine Höhe kommend, erkannte sofort die Situation und griff zahlenmäßig
weit unterlegen an. Während des 20minütigen kampfes schoss allein carius
Panzer 10 gtegner ab, vier weitere fielen dem 2. Tiger-Panzer zum Opfer. Die
drei anderen wurden von nachstoßenden deutschen Sturmgeschützen
abgeschossen. Carius zog dann seine sechs weiteren Panzer nach und
vernichtete weitere 28 Panzer und zahlreiche Lkw der Garde-Panzer-Brigade.
Durch seinen Einsatz gelang es der
290. Infanterie-Division am 22.07.1944 sich zurückzuziehen und ostwärts
der Rollbahn Dünaburg-Viski eine neue Abwehrfront aufzubauen. Während dieser
Kämpfe wurden durch die 2. Kompanie insgesamt 17 Stalin-Panzer und fünf T-34
abgeschossen. Ganze 38 gegnerische Panzer fielen der 2. Kompanie zum Opfer,
bis Carius am 24.07.1944 schwer verwundet wurde. Für seinen Einsatz bei
Dünaburg wird ihm am 27.07.1944 als Leutnant der Reserve und Führer der 2.
Kompanie der schweren Panzer-Abteilung 502 das 535. Eichenlaub zum
Ritterkreuz verliehen. Die Verleihung erfolgte direkt.
Aufgrund seiner Verletzung kommt er ab dem 06.08.1944 in das
Reserve-Lazarett Lingen/Ems und wird nach seiner Genesung ab dem 02.01.1945
als Kompanieführer und Taktiklehrer in die Panzer-Ersatz- und
Ausbildungs-Abteilung 500 versetzt. Am 02.01.1945 erfolgte die Aushändigung
des Eichenlaubes durch Heinrich Himmler.
Mit dem 11.02.1945 ist Carius dann Führer der 1. Kompanie in der
Jagd-Tiger-Abteilung 512, wobei er am 07.05.1945 bei iserlohn in
amerikanische Gefangenschaft gerät aus der er am 21.05.1945 entlassen wird.