Alfredo Carpaneto wurde am 04.01.1915 in Rom/Italien
geboren und trat am 18.09.1939 der Wehrmacht bei, wo er der 4. Kompanie der
Panzer-Ersatz-Abteilung 4 zugeteilt wurde. Carpaneto gehörte zu den wenigen
italienischen Freiwilligen in den Reihen des Heeres.
Mit Meldung vom 03.04.1940 gehörte Carpaneto zur 7. Kompanie des
Panzer-Regiments 4 und wechselte mit Meldung vom 22.10.1942 in die 4. Kompanie
des Regiments.
Mit Meldung vom 10.05.1943 gehörte er zur 2. Kompanie der schweren
Panzer-Abteilung 502, wo er am 04.03.1944 das Kommando über einen Panzer
übernahm.
Am 10.10.1944 wurde die 2. Kompanie auf der Strecke Kollaten-Försterei Memel
ausgeladen, nachdem der Zug auf einen vor Memel stehenden anderen Transportzug
auffuhr, wobei die Lokomotive entgleiste. Für die Entladung der "Tiger"-Panzer
standen jedoch, zur Rangierung, keine Lokomotive zur Verfügung. Durch
Improvisation gelang es, einen in der Mitte eines Waggons stehenden "Bergepanther"
zu entladen. Anschließend konnten die weiteren Panzer über Kopf auf die Gleise
abgeladen werden. Andere Räderteile wurden mittels einer durch Pioniere errichteten
Rampe entladen. Letztlich waren dennoch nur 2 Panzer einsatzbereit, der
Chefwagen und der des Obergefeiten Carpaneto. Beide Wagen erhielten den
sofortigen Befehl in den Raum ostwärts Truschellen, südlich Karlshof, zu
verlegen, um sich dort dem I. Bataillon des Grenadier-Regiments 209 zu
unterstellen. Kurz vor Erreichen des Einsatzraums wurde der Wagen des
Kompaniechefs durch einen flankierenden Feindpanzer abgeschossen. Carpaneto, auf
sich allein gestellt,
erkannte sofort die Lage. Cirka 13 Feindpanzer waren aus einem Wald, rund 800
Meter südlich Karlshof, zum Angriff auf die Flanke des Grenadier-Bataillons
angetreten.
Mit nur 6 Panzergranaten griff Carpaneto in den Kampf ein und schoss binnen zwei
Minuten vier der Angreifer ab. Die anderen 9 Panzer zogen sich daraufhin zurück. Carpaneto verhinderte so den Einbruch der noch dünn besetzten
Memelbrückenkopf-Front.
Erneut bewies Carpaneto seine Tapferkeit am 26.01.1945. Mit Stossrichtung auf
Kadgiehnen waren von Osten her feindliche Panzer gemeldet worden. Die
Tiger-Kampfgruppe unter Leutnant Rinke, in Zusammenarbeit mit der Kampfgruppe
Oberstleutnant
Friedrich-Wilhelm von Bernhardi, bezog die Stellungen in der Masse am Ortseingang
Kadgiehnen, wo hingegen Carpaneto eine Sicherungsstellung am Westausgang bezog.
Im Morgengrauen schoss er zwei auf der Strasse Königsberg-Kadgiehnen, aus Süden
kommend, T-34 ab und veränderte dann seine Feuerstellung als 18 weitere Panzer
auftauchten. Bis die Kampfgruppe Rinke in den Kampf eingreifen konnte,
vernichtete Carpaneto in fünf Minuten vier Panzer. Bei einem Stellungswechsel brach
der "Tiger" durch das Eis eines zugefrorenen Sumpfweihers ca. 1,20 ein
und konnte dennoch zwei angreifende Gegner abschießen, bis er durch einen
zweiten "Tiger" herausgezogen werden konnte. Die Tapferkeit und der Mut
Carpanetos gewinnt dadurch noch weitere Bewunderung, da er bei Beziehung der
Sicherungsstellung vom Wolhynischen Fieber befallen wurde und dennoch auf seinem
Posten als Kommandant verblieb. Von den 15 Abschusserfolgen der Kampfgruppe,
errang Carpaneto allein 8 und brachte der Kampfgruppe von Bernhardi spürbare
Entlastung.
Bei weiteren Kämpfen des Tages bei Groß Blumenau/Schönwalde, im Bereich des
Füsilier-Bataillons 58, fiel Alfredo Carpaneto durch den Abschuss seines Panzers
durch eine Panzerbüchse.
Nachdem der Vorschlag zum Ritterkreuz am 16.03.1945 beim Heerespersonalamt
eintraf, wurde Alfredo Carpaneto am 28.03.1945 posthum das Ritterkreuz
für seine insgesamt 35 Panzerabschüsse verliehen. Zu jenem Zeitpunkt war er bereits Unteroffizier.