Karl Casper wurde am 22.02.1893 in Rehden im Kreis
Graudenz in Westpreußen geboren und trat am 03.08.1914 als Fahnenjunker dem
I. Rekrutendepot, beim Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 129, bei.
Nach erfolgter Ausbildung wird Casper am 21.12.1914 zum Infanterie-Regiments
129 an die Westfront versetzt und kommt dort zum Einsatz, bis er am
23.03.1915 in das Infanterie-Regiment 61 versetzt wird. Dort wird er am
06.08.1915 bei Groy durch ein Artilleriegeschoss leicht am Rücken verwundet
und in ein Lazarett eingeliefert.
Ab dem 09.09.1915 wechselt er in das Ersatz-Bataillon des
Infanterie-Regiments 61 und kehrt schließlich am 06.11.1915 als Zugführer
ins Feld zurück. Dort übernimmt er vom 05.09. bis zum 27.09.1916 die
stellvertretende Führung der 2. Kompanie seines Regiments, um vom 01.10.1916
bis zum 01.02.1917 zur Sturmabteilung der 35. Infanterie-Division
kommandiert zu werden.
Vom 12.02. bis zum 24.06.1917 Adjutant im Stab des I. Bataillons des
Infanterie-Regiments 61, übernimmt Casper am nächsten Tag die Führung der
10. Kompanie und wird am 25.04.1918 zum Regimentsadjutanten ernannt.
Ab dem 16.09.1918 ist er Taktischer MG-Offizier im Stab des
Infanterie-Regiments 61 und übernimmt dann vom 02.11.1918 bis zum 12.01.1919
die Führung der 8. Kompanie. Anschließend ist er Führer der
Ausbildungs-Abteilung 8./61 und übernimmt vom 17.03. bis zum 10.06.1919 den
Posten des Sport- und Gasschutz-Offiziers im Regiment.
Am 31.03.1920 aus dem Heeresdienst verabschiedet nimmt er vom 16.05.bis zum
24.11.1920 ein Jura- und Nationalökonomie-Studium auf, um aber ab dem
19.11.1920 der Schutzpolizei Berlin beizutreten. Am 25.11.1920 wird er dort
als Polizei-Leutnant bei der Schutzpolizei Berlin eingestellt und zunächst
als Zugführer verwendet. Vom 19.05. bis zum 20.08.1921 besucht er einen
Offiziers-Lehrgang in Potsdam-Eiche, sowie vom 04.02. bis zum 11.04.1922
einen Offiziers-Sport-Lehrgang in Spandau. Zwischenzeitlich war er bereits
am 01.03.1922 als Inspektionsoffizier und Lehrabteilungsleiter an die
Polizeischule Brandenburg versetzt worden.
Vom 05.10. bis zum 18.12.1926 besucht Casper einen Offiziers-Lehrgang für
Berufs- und pädagogische Psychologie an der Polizeischule Potsdam-Eiche.
Ab dem 22.05.1929 gehörte er der Polizeiverwaltung Recklinghausen an und
besucht vom 08.03. bis zum 13.04.1933 den Führergehilfen-Lehrgang 2b in
Potsdam-Eiche. Mit dem 01.08.1933 wird er in die Landespolizei-Abteilung
essen versetzt und übernimmt dort die Führung der 3. Hundertschaft in Buer.
Er nimmt weiterhin vom 07.01. bis zum 24.02.1934 an einem Sonder-Lehrgang,
sowie vom 21.02. bis zum 06.03.1935 am 15. Taktischen Sonder-Lehrgang teil.
Am 01.08.1935 wird er von der Landespolizei in das Rechtsverhältnis des
Soldaten überführt und gleichzeitig zum Infanterie-Regiment Tübingen
kommandiert. Am 15.10.1935 erfolgte dann seiner Überführung als Major in den
Stab des Infanterie-Regiments 35.
Ab dem 06.10.1936 Kommandeur des I. Bataillons im Infanterie-Regiment 15,
besucht Casper vom 22.11. bis zum 02.12.1937 einen Stabsoffizier-Lehrgang in
Ludwigsburg und wird schließlich am 01.12.1939 zum Kommandeur des I.
Bataillons im Infanterie-Regiment 174 ernannt.
Am 05.02.1940 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 118 ernannt, nimmt er
so am Westfeldzug teil. Dabei kommt das Regiment bei Sedan und bei der
geschichtsträchtigen Höhe "Toter Mann" bei Verdun zum Einsatz. Es
folgt dann der Einsatz an der Ostfront, wo er zwischen März und Oktober 1942
im Rahmen der 9. Armee als Divisionsführer eingesetzt wird. Besonders
zeichnet er sich mit seinem Regiment am 04.07.1941 bei Liepana in Litauen
aus, wofür er mit der Nennung im Ehrenblatt des Deutsches Heeres geehrt
wird. Am 08.07.1941 bewährt sich sein Regiment bei Pskow erneut und Casper
erhält eine Anerkennungsurkunde des Oberbefehlshabers des Heeres. Am
09.09.1941 gelingt es dem Regiment den Befestigungsring um Leningrad
nordwestlich Krasnogwardeisk nach schweren Kämpfen zu durchbrechen und an
der Spitze des XXXXI. Armeekorps das weitgesteckt, wichtige Tagesziel
erreich und damit die Fortführung des Kampfes ermöglicht. Geistesgegenwärtig
setze er ein Reserve-Bataillon an einer "weichen" Stelle an und
führte sein Regiment vorwärts. Dafür wird er am 22.09.1941 las Oberst und
Kommandeur des Infanterie-Regiments 118 (mot.) mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet.
Als Kommandeur des Infanterie-Regiments 118 (mot.) geht am 29.01.1942 beim
Heeres-Personalamt der Vorschlag zum deutschen kreuz in Gold ein, welcher
jedoch am 31.01.1942 abgelehnt wird. Ein weiterer Vorschlag geht am
09.06.1942 ein, wird allerdings am 14.0ß6.1942 erneut abgelehnt.
Während des Urlaubes des Divisionskommandeurs der
36. Infanterie-Division (mot.) General Hans Gollnick, übernimmt Casper
vom 23.06. bis zum 17.07.1942 die Führung der Division. Am 15.09.1942
übernimmt er erneut die Führung der Division, wobei Oberstleutnant Conrady
die Führung des Infanterie-Regiments 118 (mot.) übernimmt.
Am 10.10.1942 erfolgte seine Versetzung in die Führer-Reserve, wobei er
wirtschaftlich der Oberfeld-Kommandantur 365 zugeteilt wird.
Am 27.10.1942 übernimmt er das Kommando über die 335. Infanterie-Division
und wird als solcher am 06.09.1943 verwundet und in ein Heimatlazarett
verlegt. Ab dem 27.11.1943 im Reserve-Lazarett 101 in Brandenburg an der
Havel, wird er am 06.12.1943 als kriegsverwendungsfähig entlassen.
Am 01.01.1944 übernimmt Casper das Kommando über die
48. Infanterie-Division. Eine Ernennung zum Kommandeur der 171.
Reserve-Division am 05.01.1944 wird allerdings nicht wirksam.
Vom 11.04. bis zum 16.04.1944 erhält er einen Urlaub nach Ludwigsburg, um
dort seine Verhältnisse nach einem Bombenangriff zu regeln.
Als Kommandeur der 48. Infanterie-Division gerät er am 09.05.1945 in
alliierte Gefangenschaft, aus der er im mai 1948 entlassen wird.
Karl Casper verstarb am 25.08.1970 in München.