Prosper Grad zu Castell-Castell wurde am 04.09.1922 in
Bad Köstritz im Kreis Gera geboren und absolvierte nach seiner
Schulausbildung ab dem 01.04l.1940 zunächst den Arbeitsdienst zunächst im
Lager Brunneck bei Tarnowitz und später im Lager Oppeln. Auf seiner
Karteikarte zu den Offizieren der Schnellen Truppe wird als sein
Geburtsdatum allerdings der 28.08.1922 angegeben
Am 01.10.1940 meldete er sich zur 2. Batterie der leichten
Artillerie-Ersatz-Abteilung 116 in Oppeln und kommt mit Meldung vom
20.12.1940 zum Nachrichtenzug der II. Abteilung des Artillerie-Regiments
116. Nach einer anderen Meldung befand er sich allerdings am gleichen Tag in
der 2. Batterie dieser Abteilung.
Mit Meldung vom 10.02.1941 wechselt Castell-Castell in die 5. Batterie des
nunmehrigen Artillerie-Regiments (mot.) 116 und nimmt am Feldzug auf dem
Balkan teil.
Nach beginn der Kämpfe gegen die Sowjetunion wird er am 22.10.1941 verwundet
und kommt nach seiner Genesung zunächst in die 2. Batterie der leichten
Artillerie-Ersatz-Abteilung (mot.) 116 nach Oppeln
Vom 01.02. bis zum 31.05.1942 befindet er sich an der Schule für Schnelle
Truppen, der späteren Panzertruppenschule, Wünsdorf und kommt dann mit
Meldung vom 27.06.1942 als Rekruten-Ausbilder zum Stab des
Schützen-Ersatz-Bataillons (mot.) 13 nach Neiße. Nach eigener Angabe
erfolgte dann am 11.09.1942 die Versetzung zur
5. Panzer-Division, wo er der 2. Kompanie des Kradschützen-Bataillons 55
als Zugführer zugewiesen wird. Ab dem 26.10.1942 gehörte er zunächst als
Zugführer der 9. schwere Infanterie-Geschütz-Kompanie des
Panzergrenadier-Regiments 14 an, wo er in der Folge häufig auch als
Kompanieführer eingesetzt wird. Dabei wird er am 01.12.1942 verwundet, wird
kurzzeitig der Ersatztruppe des Regiments zugeteilt, kehrt dann aber wieder
als Führer der 9. Kompanie zum Regiment zurück. Dort wird er am 06.08.1943
und 03.10.1943 erneut verwundet.
Als Führer der 9. Kompanie ist er an den Kämpfen des
Panzergrenadier-Regiment 14 am 08.01.1944 beteiligt, als der Gegner mit drei
Division die Linien des II. Bataillons überraschend angriff. Dabei gelang es
ihm in kurzer Zeit die Front des Regiments aufzureißen und weiter nach
westen vorzustoßen. Es bestand dabei die ernste Gefahr, dass der Flügel der
5. Panzer-Division, sowie des XX. Armeekorps umfasst wurden und damit
der Durchbruch bis nach Kalinkowitschi gelang. Castell-Castell erkannte die
drohende Gefahr, fuhr auf eigenem Entschluss in offene Feuerstellung und
nahm den Gegner direkt unter Feuer. Dabei baute er eine neue Abwehrfront auf
und verhinderte so den gegnerischen Durchbruch. Bei diesen Kämpfen wurde
Castell-Castell am 13.01.1944 schwer verwundet und zunächst im
Kriegs-Lazarett Pinsk und Warschau behandelt. Für seine Tat am 13.01.1944
wird er durch die Division zum Ritterkreuzeingereicht, welches ihm
schließlich am 23.02.1944 als Leutnant der Reserve und Führer der 9.
Kompanie im Panzergrenadier-Regiment 14 verliehen wird.
Nach seiner schweren Verwundung und dem Aufenthalt in Pinsk und Warschau,
befindet er sich seit Anfang März im Reserve-Lazarett IV in Breslau, wo er
ab dem 16.01.1945 wirtschaftlich dem Panzergrenadier-Ersatz- und
Ausbildungs-Bataillon 13 zugeteilt wird.
Nach dem 21.01.1945 kommt er für drei Wochen in ein Reserve-Lazarett nach
Berlin und anschließend in ein Reserve-Lazarett in seine Heimatstadt Bad
Köstritz, wo er Mitte Juni 1945 aus der amerikanischen Gefangenschaft
entlassen wird.
Am 04.08.1961 heiratet er Elisabeth Ilka Friederike
Prinzessin zur Lippe-Weissenfeld. Aus dieser Ehe gehen zwei Kinder hervor.
Nach dem Krieg beschäftigte sich Graf Castell-Castell u.a. auch mit der
Familiengeschichte und publizierte darüber wissenschaftliche Beiträge.
Prosper Graf zu Castell-Castell verstarb am 03.01.1989 in Castell/Unterfranken.