Friedrich-Wilhelm von Chappuis wurde am 13.09.1886 in
Schubin im Bezirk Bromberg geboren, besuchte die Hauptkadettenanstalt
Groß-Lichterfelde bei Berlin und trat am 06.03.1906 als Fähnrich dem
Grade-Grenadier-Regiment 5 in Spandau bei.
Ab dem 01.10.1912 ist er Adjutant des II. Bataillons und übernimmt am
20.12.1914 im Osten die Führung einer MG-Kompanie.
Im Jahre 1917 wechselt er in den Generalstab der 206. Infanterie-Division
und kehrt am 18.12.1918 als Bataillonsführer zum Garde-Grenadier-Regiment
zurück, um kurze Zeit später die Führung eines Freikorps zu übernehmen.
Dieses Freikorps erhielt die Bezeichnung "Freiwilligen Jäger-Korps von
Chappuis" und wurde am 01.03.1919 aus dem
Freiwilligen-Reserve-Jäger-Bataillon 11, welches am 01.01.1919 nach
Königshütte/Oberschlesien verlegt worden war. Mit dem Freikorps nimmt er
u.a. an der Befreiung Spandaus teil. Am 12.08.1919 kehrte ein Grossteil des
Freikorps in die Garnison Marburg zurück, wohingegen der Rest zusammen mit
dem Grenzschutz-Regiment Cramer das II. Bataillon im Reichwehr-Regiment 63
aufstellte.
Am 01.10.1919 übernimmt con Chappuis den Posten eines Kompaniechefs im
Reichswehr-Schützen-Regiment 4, dem späteren Infanterie-Regiment 4 und
wechselt am 01.10.1921 in den Stab des Gruppenkommandos 1. Von dort ab dem
01.04.1922 ins Reichswehr-Ministerium versetzt, übernimmt er zwischen dem
13.06. und dem 14.07.1924 die Führung der 7. Kompanie im Infanterie-Regiment
9, während des Urlaubs des Kompaniechefs Hauptmann Flottmann.
Ab dem 01.10.1924 gehört er dem Stab der 5. Division in Stuttgart an und
wechselt dann am 01.12.1925 in das Infanterie-Regiment 13. Am 01.01.1926
wird er zum Chef der 8. (MG) Kompanie im Infanterie-Regiment 15 in Eisenach
ernannt und kommt von dort ab dem 01.02.1929 in den Stab der Kommandantur
Glatz.
Ab dem 01.02.1930 ist er im Stab der 1. Division in Königsberg, als
Sachbearbeiter Eisenbahn- und Transportangelegenheiten, tätig und findet
dort ab 1932 eine Verwendung als Ia. Von dort wechselt er am 01.10.1934 als
Kommandeur zum Infanterie-Regiment Stettin, dem späteren Infanterie-Regiment
5 und wird am 01.03.1938 z.V. des Oberkommandos des Heeres gestellt, um ab
dem 01.04.1938 den Posten des Chefs des Stabes beim XIV. Armeekorps zu
übernehmen. Mit diesem Armeekorps nimmt von Chappuis am Polen-Feldzug teil
und wird am 04.10.1939 zum Kommandeur der
15. Infanterie-Division ernannt.
Mit dieser Division erringt er vor allem im Westfeldzug beachtliche erfolge.
So ist er eingesetzt beim Angriff über die Aisne und den Aisnekanal am
09.06.1940. von Chappuis bereitete diesen Angriff hervorragend vor. Es
gelang der Division als erste der gesamten
2. Armee eine Acht-Tonnen-Brücke zu bauen, die sogar von Teilen der
Nachbardivisionen mitgenutzt wurde. Durch dieses Flussübergang wurden die
Operationen der gesamten Armee erheblich beschleunigt und der
15. Infanterie-Division gelang es bereits am 13.06.1940 um 19.00 Uhr die
Aube zu überschreiten und mit den ersten Teilen der Division bereits 12
Kilometer südlich Arvis zu stehen. Er erhielt dafür als Generalleutnant und
Kommandeur der
15. Infanterie-Division, am 15.08.1940 das Ritterkreuz.
Kurz darauf wird er am 24.08.1940 zum Kommandeur der 16. Infanterie-Division
(mot.), bzw. am 15.03.1941 zum Kommandierenden General des XXXVIII.
Armeekorps ernannt, mit dem er auch am Ostfeldzug teilnimmt.
Am 01.01.1942 geht ein Vorschlag zur Verleihung des Deutschen kreuzes in
Gold beim Heeres-Personalamt ein. Dieser Vorschlag wird jedoch am 15.04.1942
abgelehnt.
Am 24.04.1942 gibt von Chappuis das Kommando des Armeekorps aufgrund einer
Erkrankung ab und wird zunächst in die Führer-Reserve versetzt.
Am 27.08.1942 gegen 09.40 Uhr begeht von Chappuis in seiner Wohnung in
Magdeburg mit einer Pistole Selbstmord. Sofort nach Bekannt werden begibt
sich der Stadtkommandant der Stadt Generalmajor von Kalm, zusammen mit dem
Standortarzt, Oberstabsarzt Dr. Gehrig und Major Holstein vom XIV.
Generalkommando in die Wohnung des Generals, der zu diesem Zeitpunkt noch
schwache Lebenszeichen von sich gab. Von Chappuis wurde sofort in das
Reserve-Lazarett III gebracht und dort behandelt. Nach zwei Stunden jedoch
verschied der General, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Der
herbeigeholte Kriegsgerichtsrat Dr. Weber stellte dann einwandfrei fest,
dass sich um einen Selbstmord handelte. Laut Totenschein verstarb von
Chappuis am 27.08.1942 gegen 10.30 Uhr im Reserve-Lazarett III Magdeburg,
Leipziger Strasse 44.
Seine Beisetzung erfolgte am 01.09.1942 um 16.00 Uhr auf dem Friedhof der
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin, wo sich sein Grab noch heute
befindet.