Botho Hermann Ludwig von La Chevallerie wurde am
01.08.1898 in Hannover geboren und trat am 17.07.1016 dem Ulanen-Regiment 20
in Ludwigsburg bei. Eine andere Quelle nennt dafür den 17.07.1917. Über
seinen militärischen Werdegang im 1. Weltkrieg ist kaum etwas bekannt.
Bereits am 06.09.1918 gerät er in Kriegsgefangenschaft, aus der er am
01.11.1919 entlassen wird. Drei Wochen später scheidet er aus dem
Heeresdienst aus. Nunmehr widmet er sich dem Zivilleben, bis er am
15.10.1934 wieder dem Heer beitrat und in der Garnison Gumbinnen den Posten
eines Kompaniechefs im Infanterie-Regiment 22, der 1. Infanterie-Division
übernimmt.
Laut der Stellenbesetzung des Deutschen Heeres vom 03.01.1939 ist er Chef
der 11. Kompanie des Regiments und nimmt mit dieser am Polen-Feldzug teil.
Dort wird er mit Meldung vom 09.09.1939 durch einen Lungenschuss schwer
verwundet und in das Lazarett nach Ortelsburg verlegt.
Von La Chevallerie nimmt am Westfeldzug teil und gehörte mit Meldung vom
03.09.1940 dem III. Bataillon im Infanterie-Regiment 43 an. Nach eigener
Angabe bekleidete er bereits im Westfeldzug den Posten des
Bataillonskommandeurs. Im Zuge der Umbenennung des Bataillons in III.
Bataillon/Infanterie-Regiment 408, der 121. Infanterie-Division, bekleidete
er dort auch weiterhin den Posten des Kommandeurs und nimmt mit diesem am
Ostfeldzug teil. Dort wird er mit Meldung vom 28.06.1941 bei Jonawa, 30
Kilometer nordöstlich Kowno durch einen Kopf- und zwei Armschüsse erneut
schwer verwundet. Von La Chevallerie hatte bei den am 27.06.1941
stattfindenden Kämpfen die Verbindung zur eigenen Artillerie verloren,
entschloss sich aber dennoch das im rechten Nachbarstreifen gelegene stark
befestigte Waldlager Rukla anzugreifen, auf das planmäßig eine ganze
Division angesetzt worden war. Durch geschickten Einsatz seiner Männer
gelang es La Chevallerie den Verteidiger die wahre Stärke der Angreifer zu
verbergen und in das Lager einzudringen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit
gelingt es dem Bataillon den wichtigen Platz einzunehmen und dabei
unermessliche Beute an Vorräten, Waffen und Munition einzubringen. Damit
trug er entscheidend dazu bei den weiteren Kampfverlauf im Raum Kowno zu
sichern. Dafür erhielt er am 23.07.1941 als Major und Kommandeur des I.
Bataillons im Infanterie-Regiment 408 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Nach seiner Genesung ist die weitere Verwendung zunächst unklar. Erst ab dem
12.08.1942 wird der Posten des Kommandeurs des Infanterie-Ersatz-Bataillons
22 in Gumbinnen genannt. Von dort wird er mit Wirkung vom 01.10.1942 an die
Schule V für Offiziers-Anwärter der Infanterie in Döberitz und anschließend
als Kommandeur der Lehrgruppe II nach Posen in die Kuhndorf-Kaserne
versetzt.
Laut Meldung vom 14.01.1943 befindet er sich dann in der Führer-Reserve und
übernimmt im November 1943 das Kommando über das Grenadier-Regiment 585, der
320. Infanterie-Division. Dabei wird er am 14.11.1943 erneut schwer
verwundet und verstarb am 15.11.1943 bei Klotschkowo/Krementschug. Posthum
wird er zum Obersten befördert.