Hellmut Gustav Hans Erdmann von der Chevallerie wurde
am 09.11.1896 in Berlin geboren, besuchte von 190ß2 bis 1906 die Vorschule
in Berlin-Friedenau, wechselte dann ab Ostern 1907 bis Ostern 1913 an das
Kadettenhaus in Potsdam, bzw. von 1913 bis 1914 an das Realgymnasium
Berlin-Friedenau.
Als Kriegsfreiwilliger trat er am 04.08.1914 dem I. Rekruten-Depot des
Ersatz-Bataillons des Grade-Grenadier-Regiments 5 bei und wird am 06.09.1914
zum Garde-Grenadier-Regiment 5 ins Feld überwiesen. Bereits am 30.09.1914
wird er nach Auszeichnung vor dem Feinde in die Reihen der Fahnenjunker
übernommen.
Am 15.10.1914 mglw. erkrankt zu einer Krankensammelstelle verlegt, wird er
zunächst dem Feld-Lazarett der 3. Garde-Division und anschließend dem
Reserve-Lazarett in Pleß/Oberschlesien überstellt. Wieder genesen am
06.11.1914 dem Ersatz-Bataillon des Garde-Grenadier-Regiments 5 zugeteilt,
wird von der Chevallerie vom 14.12.1914 bis zum 30.01.195 zu einem
Fahnenjunker- und MG-Kursus nach Döberitz kommandiert und anschließend am
02.02.1915 zum Regiment ins Feld überwiesen. Dort wird er am 13.07.1915 bei
Stegna nordöstlich Przasnycz bei Jednorozec durch ein Gewehrgeschoss am
rechten Oberschenkel und durch einem Durchschuss am linken Unterarm
verwundet. Zunächst kommt er am 16.07.1915in das Reserve-Lazarett II-
Seemannsheim- nach Stettin, dann am 04.08.1915 in das Vereinslazarett
Martin-Lutherstraße 91 nach Berlin und schließlich vom 14.08. bis zum
30.09.1915 auf die Nervenstation des Reservelazaretts III in der
Gemeinde-Schule in Berlin-Friedenau.
Am 30.09.1915 erneut dem Ersatz-Bataillon des Garde-Grenadier-Regiments 5
zugeteilt, wird er am 05.11.1915 zum Regiment ins Feld überwiesen. Dort wird
er am 09.12.1915 zum Adjutant und Gerichtsoffizier des III. Bataillons
ernannt. Als solcher erkrankt er und wird vom 20.09. bis zum 25.08.1916 in
das Kriegslazarett I nach Cambrai, sowie vom 13.01. bis zum 22.02.1917
erneut nach Cambrai und anschließend in die Offiziersklinik Solom
eingewiesen.
Am 18.03.1917 übernimmt er die stellvertretende Führung der 5. Kompanie
seines Regiments und erkrankt erneut, woraufhin er vom 23.03. bis zum
17.04.1917 in die Kriegslazarette Tournai und Brüssel verlegt. Ab dem
19.04.1917 stellvertretender Führer und ab dem 01.05.1917 Führer der 7.
Kompanie, wird er vom 03.07. bis zum 08.09.1917 zum Kompanieführerkursus
nach Hammerstein kommandiert. Wieder beim Regiment wird er am 14.09.1917 mit
der Führung der 2. MG-Kompanie betraut. Als solcher wird er in Flandern bei
Zonnebecke verschüttet und gerät in britische Kriegsgefangenschaft. Am
10.10.1919, zu dieser Zeit noch nicht auf der Gefangenschaft entlassen, wird
er in das Garde-Grenadier-Bataillon, dem späteren IV. Bataillon des
Reichswehr-Infanterie-Regiments 103 eingegliedert, bis er schließlich am
09.11.1919 in die Heimat entlassen wird, wo von der Chevallerie dem
Freiwilligen-Garde-Grenadier-Bataillon im Freikorps Hindenburg in Kolberg
beitrat. Dort kommt er am 01.04.1920 in die MG-Kompanie und wird am
01.05.1920 zum Verpflegungsoffizier im Reichswehr-Jäger-Regiment "Fürst
Bismarck", dem II. Bataillon im Reichswehr-Infanterie-Regiments 102,
ernannt. Einen Monat später ist er Gerichtsoffizier des Regiments und wird
am 01.10.1920 in gleicher Position in das Infanterie-Regiment 4 versetzt.
Am 01.12.1922 erfolgte die Versetzung zum Reiter-Regiment 5 und vom 20.09.
bis zum 17.10.1924 eine Kommandierung zum MG-Lehrgang auf den
Truppenübungsplatz Döberitz. Bereits am 13.10.1924 wurde er zum Führer des
MG-Halbzuges des Reiter-Regiments 5 in Belgard ernannt, nimmt vom 12.10. bis
zum 07.11.1925 ein einem MG-Lehrgang in Königsbrück, vom 01.10. bis zum
03.10.1926 an einer Übungsreise des 4. Infanterie-Regiments teil und erhält
vom 21.02. bis zum 25.02.1927 eine Wehrkreisprüfung in Stettin.
Am 01.03.1927 erfolgte seine Versetzung zum MG-Zug des Reiter-Regiments 5,
wo er ab dem 01.10.1927 den Posten des Regimentsadjutanten übernahm. Als
solcher wird er vom 06.10. bis zum 23.10.1931 zum Schießlehrgang B für
schwere Infanteriewaffen und vom 12.04. bis zum 29.04.1932 zum
Minenwerfer-Lehrgang nach Döberitz kommandiert.
Am 01.10.1932 wird er zum Chef der 2. Eskadron im Reiter-Regiment 3
(Rathenow) ernannt und wechselt am 15.03.1935 als IIb in den Stab der
Inspektion der Kavallerie. Laut Stellenbesetzung vom 15.05.1935 befindet er
sich im Generalstab des Wehrkreis-Kommandos X, dem späteren X. Armeekorps.
Am 06.10.1936 wechselt er als 1. Adjutant (IIa) zum Generalkommando des XII.
Armeekorps, bzw. am 26.08.1939 als 1. Adjutant (IIa) zum Stellvertretenden
Generalkommando des XII. Armeekorps. Von dort wechselt von der Chevallerie
am 15.01.1940 in den Stab des Schützen-Ersatz-Regiments 83, wo er am
16.01.1940 das Kommando über das Schützen-Ersatz-Bataillon 3 übernimmt.
Ab dem 15.06.1940 in der Führer-Reserve des OKH und zugleich z.b.V. zur
Verwendung als Regiments-Kommandeur zur 10. Panzer-Division kommandiert,
nimmt er am Polen-Feldzug teil und wird am 24.06.1940 zum Kommandeur
des Schützen-Regiments 86 ernannt. Mit diesem nimmt er an den
Kampfhandlungen gegen die Sowjetunion teil, wobei das Regiment den Kern der
Kampfgruppe von der Chevallerie zwischen dem 27.12.1941 und dem 19.02.1942
bildet.
Am 09.03.1942 übernimmt er das Kommando über die 10. Schützen-Brigade, der
späteren 10. Panzergrenadier-Brigade, um am 07.09.1942 in die Führer-Reserve
versetzt zu werden. Er erhält dabei eine Versetzung in den Stab der
Panzerarmee Afrika, wobei diese Versetzung nicht wirksam wird.
Am 07.09.1942 wird er mit Wirkung vom 16.09.1942 wirtschaftlich dem Stab der
Oberfeldkommandantur 365 zugeteilt und am 13.09.1942 mit Wirkung vom
08.10.1942 mit der Führung der
22. Panzer-Division beauftragt. Kurze Zeit später wird er am 01.11.1942
mit dem Kommando über die
13. Panzer-Division beauftragt. Von der Chevallerie zeichnete sich bei
den Kämpfen der Division im Rahmen des XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps aus. Vom
14. bis zum 17.04.1943 unterstütze dabei die Kampfgruppe Brux (13.
Panzer-Division, die Abwehrkämpfe der 97. Jäger-Division bei Krymskaja
im Kubanbrückenkopf. Dabei gelang es den Durchbruch von fünf Division und
zwei großen Panzerverbänden der 56. sowjetischen Armee zu zerschlagen. Von
der Chevallerie wurde dafür zum Ritterkreuz vorgeschlagen. Der Vorschlag
ging am 25.04.1943 beim Heeres-Personalamt ein und von der Chevallerie
erhielt am 30.04.1943 als Generalmajor und Kommandeur der
13. Panzer-Division das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Im August 1943 wird er zum vierten Mal verwundet. Bereist am 25.10.1943
folgte bereits die 7. Verwundung durch einen Panzerbüchsentreffer auf die
Wirbelsäule. Von der Chevallerie wird zunächst in die Führer-Reserve des OKH
versetzt und nach seiner Genesung am 15.11.1943 zum Kommandeur der 273.
Reserve-Panzer-Division ernannt. Vom 05.05. bis zum 05.06.1944 erhält er
eine Kur in Baden bei Wien und wird am 15.08.1944 mit der stellvertretenden
Führung der 233. Reserve-Panzer-Division beauftragt.
Ab dem 05.10.1944 wird er zum Truppenübungsplatz bergen kommandiert, um dort
eine Einarbeitung als Kommandant zu erhalten. So übernimmt er am 01.11.1944
zunächst die Geschäfte und ab dem 10.01.1945 den Posten des Kommandeurs des
Truppenübungsplatzes Bergen.
Am 20.02.1945 erneut in der Führer-Reserve, wird er am 01.04.1945 zum
Befehlshaber im Westsudetengau ernannt, damit war er auch Inspekteur der
Wehr-Ersatz-Inspektion Eger und zugleich Wehrmachts-Kommandant in Karlsbad.
Dort gerät er am 09.05.1945 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am
17.06.1947 entlassen wird.
Hellmut von der Chevallerie verstarb am 01.06.1965 in Wiesbaden-Sonnenberg
in Hessen.