Kurt Wilhelm Erdmann Gustav von der Chevallerie wurde
am 23.12.1891 in Berlin geboren und trat am 24.02.1910 als Fahnenjunker des
Garde-Grenadier-Regiment 5, wie auch sein Bruder
Hellmut von der
Chevallerie, bei. Zunächst besuchte er vom 24.10.1010 bis Juni 1911 die
Kriegsschule in Neiße und nimmt mit seinem Regiment an den ersten
Kampfhandlungen an der Ostfront teil. Von dort kehrt er am 10.10.1914
aufgrund einer Erkrankung in die Heimat zurück und wird dort gesundheitlich
wieder hergestellt.
Am 15.11.1914 kehrt er daraufhin als Kompanieführer im
Garde-Feld-Infanterie-Bataillon 5 in den Dienst zurück und übernimmt am
25.11.1914 die Führung der 7. Kompanie im Reserve-Infanterie-Regiment 262,
mit der er am 01.02.1915 ins Feld zieht. Dort am 21.07.1915 am linken
Oberarm verwundet, kehrt er nach seiner Genesung am 14.09.1915 als Führer
der 7. Kompanie zum Regiment zurück.
Am 26.07.1916 wechselt er als Ordonnanz-Offizier zum Stab der Armeegruppe
Litzmann, dem XXXX. Reserve-Korps und wird am 16.09.1916 zum Deutschen
Verbindungs-Offizier bei der königlich-ungarischen 70. Honved
Infanterie-Truppen-Division bei der Armeegruppe Marwitz ernannt.
Am 20.10.1916 wechselt er als Adjutant der Offiziers-Ausbildungs-Kurse
bei der 108. Infanterie-Division, zum Infanterie-Regiment 97 und wird am
05.12.1916 zum Adjutanten der 34. Landwehr-Infanterie-Brigade ernannt. Zur
Dienstleistung wird er vom 12.11. bis zum 24.12.1917 zum
Reserve-Feld-Artillerie-Regiment 57 kommandiert und kehrt schließlich am
15.12.1918 in das Garde-Grenadier-Regiment 5 zurück, wo er ab dem 21.01.1919
als Kompanieführer im Freiwilligen-Garde-Grenadier-Bataillon eine neue
Verwendung findet.
Mit Wirkung vom 01.05.1920 wird er zum Kompanieführer im
Reichswehr-Infanterie-Regiment 102 ernannt und übernimmt dann mit Wirkung
vom 01.10.1920 den Posten des Chefs der 6. Kompanie im Infanterie-Regiment
4. Ab dem 01.10.1921 stellvertretender Chef der 6. (Minenwerfer) Kompanie
des Regiments, wird er ab dem 01.04.1922 zum Chef dieser Kompanie ernannt.
Als solcher nimmt er vom 29.09. bis zum 11.10.1924 an einer
Wehrkreis-Übungsreise der 2. Division und vom 30.04. bis zum 12.05.1925 an
einer Übungsreise "Ostpreußen" teil.
Mit Wirkung vom 01.10.1925 in das Reichswehr-Ministerium versetzt, nimmt er
vom 23.04. bis zum 05.05.1926 an der Taktischen Übungsreise "Schlesien"
teil und wird mit Wirkung vom 21.06.1926 zur P4-Abteilung des Ministeriums
kommandiert. Dorthin wird er dann mit Wirkung vom 01.10.1926 versetzt, bis
er mit Wirkung vom 01.10.1928 als Rittmeister der 1. Eskadron des dem 3.
Reiter-Regiments, unter gleichzeitiger Kommandierung an die Kommandantur
Berlin, versetzt wird.
Mit Wirkung vom 01.10.1929 zur 3. Kraftfahr-Abteilung versetzt, erhält er
vom 01.04. bis zum 30.06.1931 eine Kommandierung zur 6. Kraftfahr-Abteilung,
wird mit Wirkung vom 01.01.1932 in den Stab der 6. Division kommandiert,
bzw. mit Wirkung vom 01.04.1932 auch dorthin versetzt.
Mit Wirkung vom 01.09.1934 zum Kommandeur des II. Bataillons im
Infanterie-Regiment 17 ernannt, übernimmt er am 01.10.1934 das Kommando über
das Infanterie-Regiment Göttingen, dem späteren Infanterie-Regiment 38. Von
dort wechselt er laut der Stellenbesetzung vom 06.10.1936 als Kommandeur zum
Infanterie-Regiment 87 und wird schließlich mit Wirkung vom 12.11.1936 in
den Generalstab des Heeres, Manöverstab, versetzt.
Ab dem 12.10.1937 Chef der 10.Abteilung im Generalstab des Heeres, wird er
vom 21.04. bis zum 26.04.1938 nach Ungarn kommandiert und nach seiner
Rückkehr am 15.08.1938 zum Abteilungschef GZ im Generalstab des Heeres
ernannt. Mit Wirkung vom 15.09.1938 wechselt er dann als Chef der
Zentral-Abteilung in die 1. Staffel des Generalstabs des Heeres.
Mit Wirkung vom 01.12.1939 übernimmt er das Kommando über die
83.
Infanterie-Division und nimmt mit dieser am West-Feldzug teil. Kurz vor Ende
des Jahres 1940 übernimmt er dann das Kommando über die 99. leichte
Infanterie-Division, die ab dem 22.10.1941 in
7. Gebirgs-Division umbenannt wurde. Im Rahmen des XXIX. Armeekorps
nimmt die Division an den Kämpfen um Kiev teil. Bis zum 17.09.1941 drang die
Division am Tiefsten in die gegnerische Abwehr ein und erreichte am
Nachmittag die Seenkette westlich Myschelowka. Von der Chevallerie selbst
erkundete in vorderster Linie die Möglichkeiten der Fortführung des
Angriffes. Damit schuf er die entscheidenden Grundlagen, dass die Division
am 19.09.1941 morgens das gesetzte Angriffsziel erreichte. Er erhielt dafür
am 23.10.1941 als Generalleutnant und Kommandeur der 99. leichten
Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Am 01.12.1941 wechselt er in die Führer-Reserve zur Wiederherstellung der
Gesundheit und erhält am 01.01.1942 seine Ernennung zum Befehlshaber des
Höheren Kommandos z. b. V. LIX, welches ab dem 15.01.1942 in LIX. Armeekorps
umbenannt wurde und von der Chevallerie den Posten des Kommandierenden
Generals übernahm. Kurze Zeit später mglw. erkrankt wird er in das
Reserve-Lazarett Königsberg eingeliefert und von dort am 25.01.1942 in das
Lazarett Rottow im Kreis Belgard in Pommern verlegt. weiterhin erhält er bis
zum 25.02.1942 Genesungsurlaub. Wieder bei seinem Korps erhält er vom
02.07.1942 bis zum 22.07.1942 erneut eine Freistellung zur Auffrischung der
Gesundheit nach Rottow in Pommern. Ein weiterer Genesungsurlaub folgt dann
vom 25.01. bis zum 23.02.1943. Erst am 15.03.1943 wird er dann wieder mit
dem Posten des Kommandierenden Generals des LIX. Armeekorps beauftragt.
Außerdem übernimmt er vom 03.11. bis zum 30.11.1943 vertretungsweise für
Generaloberst Hermann Hoth die Führung der 4. Panzer-Armee.
Im September 1943 hatte er sich im Kampfraum von Neschin besonders
ausgezeichnet und im November führte ihn der krieg erneut in den Raum
nördlich Kiev. Dort sollte er den weit überlegenen Gegner durch hinhaltenden
Widerstand fesseln und am Durchbrechen der deutschen front hindern, damit
Zeit gewonnen wurde für den Aufbau einer neuen Abwehrfront. Diesen Auftrag
erfüllt er hervorragend und bewies dabei Kaltblütigkeit und
Überzeugungskraft, wodurch es ihm gelang örtliche Krisen zu meistern. Nach
mehreren Wochen des Abwehrkampfes nutze er die erste Gelegenheit der
Beruhigung der Front, um zur Offensive überzugehen. So stieß am 24.11.1943
der Südflügel des LIX. Armeekorps, in Gestalt der 291. Infanterie-Division,
überraschend vor und erreichte den Westrand der Ortschaft Domoletsch.
Dadurch wurden zwei sowjetische Divisionen bei Korosten eingeschlossen und
bis zum 27.11.1943 vernichtet. Von der Chevallerie war es gelungen eine
gefährliche Lücke von 40 Kilometern zwischen seinem LIX. und dem
benachbarten XIII. Armeekorps zu schließen. Er erhielt dafür als General der
Infanterie und Kommandierender General des LIX. Armeekorps am 19.12.1943 das
357. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Unter Beibehalt seiner Dienststellung als Kommandierender General des LIX,.
Armeekorps verlebt er vom 15.02. bis zum 21.04.1944 seinen Urlaub in Rottow,
wobei seine Vertretung Generalleutnant Schmalz übernimmt.
Nachdem Generaloberst Hube zur Verleihung der Brillanten ins
Führerhauptquartier befohlen wurde, übernimmt von der Chevallerie zunächst
seine Vertretung. Auch dann als Hube tödlich abstürzte. Ab dem 02.06.1944
übernimmt er dann die stellvertretende Führung der 1. Armee, bis Hitler die
Ablösung von der Chevallerie durch General der Panzertruppe von Knobelsdorff
befiehlt. Dieser übersendet von der Chevallerie ein Dankesschreiben Hitlers,
sowie ein Führerbrief und ein Führerbild. Von der Chevallerie wird zunächst
ab dem 06.09.1944 in die Führer-Reserve versetzt und wirtschaftlich dem
Wehrkreis III, bzw. dem Wehrkreis II zugeteilt.
Mit Meldung vom 29.10.1944 befindet er sich im Standortlazarett Belgard in
Pommern, wo weniger Tage vorher seine volle Verwendungsfähigkeit
festgestellt wird.
Dennoch wird er am 15.01.1945 mit Wirkung vom 31.01.1945 nach dem
Wehrgesetzt §23(3) aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Bis zum Eintreffen
der Roten Armee hält er sich im Raum Rottow auf und begibt sich dann mit
einem Treck in Richtung Kolberg. Auf dem Weg dorthin verläuft sich seine
Spur. Mglw. ist er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verstorben.