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357. Eichenlaubträger Kurt von der Chevallerie
General der Infanterie

Kurt Wilhelm Erdmann Gustav von der Chevallerie wurde am 23.12.1891 in Berlin geboren und trat am 24.02.1910 als Fahnenjunker des Garde-Grenadier-Regiment 5, wie auch sein Bruder Hellmut von der Chevallerie, bei. Zunächst besuchte er vom 24.10.1010 bis Juni 1911 die Kriegsschule in Neiße und nimmt mit seinem Regiment an den ersten Kampfhandlungen an der Ostfront teil. Von dort kehrt er am 10.10.1914 aufgrund einer Erkrankung in die Heimat zurück und wird dort gesundheitlich wieder hergestellt.
Am 15.11.1914 kehrt er daraufhin als Kompanieführer im Garde-Feld-Infanterie-Bataillon 5 in den Dienst zurück und übernimmt am 25.11.1914 die Führung der 7. Kompanie im Reserve-Infanterie-Regiment 262, mit der er am 01.02.1915 ins Feld zieht. Dort am 21.07.1915 am linken Oberarm verwundet, kehrt er nach seiner Genesung am 14.09.1915 als Führer der 7. Kompanie zum Regiment zurück.
Am 26.07.1916 wechselt er als Ordonnanz-Offizier zum Stab der Armeegruppe Litzmann, dem XXXX. Reserve-Korps und wird am 16.09.1916 zum Deutschen Verbindungs-Offizier bei der königlich-ungarischen 70. Honved Infanterie-Truppen-Division bei der Armeegruppe Marwitz ernannt.
Am 20.10.1916  wechselt er als Adjutant der Offiziers-Ausbildungs-Kurse bei der 108. Infanterie-Division, zum Infanterie-Regiment 97 und wird am 05.12.1916 zum Adjutanten der 34. Landwehr-Infanterie-Brigade ernannt. Zur Dienstleistung wird er vom 12.11. bis zum 24.12.1917 zum Reserve-Feld-Artillerie-Regiment 57 kommandiert und kehrt schließlich am 15.12.1918 in das Garde-Grenadier-Regiment 5 zurück, wo er ab dem 21.01.1919 als Kompanieführer im Freiwilligen-Garde-Grenadier-Bataillon eine neue Verwendung findet.
Mit Wirkung vom 01.05.1920 wird er zum Kompanieführer im Reichswehr-Infanterie-Regiment 102 ernannt und übernimmt dann mit Wirkung vom 01.10.1920 den Posten des Chefs der 6. Kompanie im Infanterie-Regiment 4. Ab dem 01.10.1921 stellvertretender Chef der 6. (Minenwerfer) Kompanie des Regiments, wird er ab dem 01.04.1922 zum Chef dieser Kompanie ernannt. Als solcher nimmt er vom 29.09. bis zum 11.10.1924 an einer Wehrkreis-Übungsreise der 2. Division und vom 30.04. bis zum 12.05.1925 an einer Übungsreise "Ostpreußen" teil.
Mit Wirkung vom 01.10.1925 in das Reichswehr-Ministerium versetzt, nimmt er vom 23.04. bis zum 05.05.1926 an der Taktischen Übungsreise "Schlesien" teil und wird mit Wirkung vom 21.06.1926 zur P4-Abteilung des Ministeriums kommandiert. Dorthin wird er dann mit Wirkung vom 01.10.1926 versetzt, bis er mit Wirkung vom 01.10.1928 als Rittmeister der 1. Eskadron des dem 3. Reiter-Regiments, unter gleichzeitiger Kommandierung an die Kommandantur Berlin, versetzt wird.
Mit Wirkung vom 01.10.1929 zur 3. Kraftfahr-Abteilung versetzt, erhält er vom 01.04. bis zum 30.06.1931 eine Kommandierung zur 6. Kraftfahr-Abteilung, wird mit Wirkung vom 01.01.1932 in den Stab der 6. Division kommandiert, bzw. mit Wirkung vom 01.04.1932 auch dorthin versetzt.
Mit Wirkung vom 01.09.1934 zum Kommandeur des II. Bataillons im Infanterie-Regiment 17 ernannt, übernimmt er am 01.10.1934 das Kommando über das Infanterie-Regiment Göttingen, dem späteren Infanterie-Regiment 38. Von dort wechselt er laut der Stellenbesetzung vom 06.10.1936 als Kommandeur zum Infanterie-Regiment 87 und wird schließlich mit Wirkung vom 12.11.1936 in den Generalstab des Heeres, Manöverstab, versetzt.
Ab dem 12.10.1937 Chef der 10.Abteilung im Generalstab des Heeres, wird er vom 21.04. bis zum 26.04.1938 nach Ungarn kommandiert und nach seiner Rückkehr am 15.08.1938 zum Abteilungschef GZ im Generalstab des Heeres ernannt. Mit Wirkung vom 15.09.1938 wechselt er dann als Chef der Zentral-Abteilung in die 1. Staffel des Generalstabs des Heeres.
Mit Wirkung vom 01.12.1939 übernimmt er das Kommando über die 83. Infanterie-Division und nimmt mit dieser am West-Feldzug teil. Kurz vor Ende des Jahres 1940 übernimmt er dann das Kommando über die 99. leichte Infanterie-Division, die ab dem 22.10.1941 in 7. Gebirgs-Division umbenannt wurde. Im Rahmen des XXIX. Armeekorps nimmt die Division an den Kämpfen um Kiev teil. Bis zum 17.09.1941 drang die Division am Tiefsten in die gegnerische Abwehr ein und erreichte am Nachmittag die Seenkette westlich Myschelowka. Von der Chevallerie selbst erkundete in vorderster Linie die Möglichkeiten der Fortführung des Angriffes. Damit schuf er die entscheidenden Grundlagen, dass die Division am 19.09.1941 morgens das gesetzte Angriffsziel erreichte. Er erhielt dafür am 23.10.1941 als Generalleutnant und Kommandeur der 99. leichten Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Am 01.12.1941 wechselt er in die Führer-Reserve zur Wiederherstellung der Gesundheit und erhält am 01.01.1942 seine Ernennung zum Befehlshaber des Höheren Kommandos z. b. V. LIX, welches ab dem 15.01.1942 in LIX. Armeekorps umbenannt wurde und von der Chevallerie den Posten des Kommandierenden Generals übernahm. Kurze Zeit später mglw. erkrankt wird er in das Reserve-Lazarett Königsberg eingeliefert und von dort am 25.01.1942 in das Lazarett Rottow im Kreis Belgard in Pommern verlegt. weiterhin erhält er bis zum 25.02.1942 Genesungsurlaub. Wieder bei seinem Korps erhält er vom 02.07.1942 bis zum 22.07.1942 erneut eine Freistellung zur Auffrischung der Gesundheit nach Rottow in Pommern. Ein weiterer Genesungsurlaub folgt dann vom 25.01. bis zum 23.02.1943. Erst am 15.03.1943 wird er dann wieder mit dem Posten des Kommandierenden Generals des LIX. Armeekorps beauftragt. Außerdem übernimmt er vom 03.11. bis zum 30.11.1943 vertretungsweise für Generaloberst Hermann Hoth die Führung der 4. Panzer-Armee.
Im September 1943 hatte er sich im Kampfraum von Neschin besonders ausgezeichnet und im November führte ihn der krieg erneut in den Raum nördlich Kiev. Dort sollte er den weit überlegenen Gegner durch hinhaltenden Widerstand fesseln und am Durchbrechen der deutschen front hindern, damit Zeit gewonnen wurde für den Aufbau einer neuen Abwehrfront. Diesen Auftrag erfüllt er hervorragend und bewies dabei Kaltblütigkeit und Überzeugungskraft, wodurch es ihm gelang örtliche Krisen zu meistern. Nach mehreren Wochen des Abwehrkampfes nutze er die erste Gelegenheit der Beruhigung der Front, um zur Offensive überzugehen. So stieß am 24.11.1943 der Südflügel des LIX. Armeekorps, in Gestalt der 291. Infanterie-Division, überraschend vor und erreichte den Westrand der Ortschaft Domoletsch. Dadurch wurden zwei sowjetische Divisionen bei Korosten eingeschlossen und bis zum 27.11.1943 vernichtet. Von der Chevallerie war es gelungen eine gefährliche Lücke von 40 Kilometern zwischen seinem LIX. und dem benachbarten XIII. Armeekorps zu schließen. Er erhielt dafür als General der Infanterie und Kommandierender General des LIX. Armeekorps am 19.12.1943 das 357. Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Unter Beibehalt seiner Dienststellung als Kommandierender General des LIX,. Armeekorps verlebt er vom 15.02. bis zum 21.04.1944 seinen Urlaub in Rottow, wobei seine Vertretung Generalleutnant Schmalz übernimmt.
Nachdem Generaloberst Hube zur Verleihung der Brillanten ins Führerhauptquartier befohlen wurde, übernimmt von der Chevallerie zunächst seine Vertretung. Auch dann als Hube tödlich abstürzte. Ab dem 02.06.1944 übernimmt er dann die stellvertretende Führung der 1. Armee, bis Hitler die Ablösung von der Chevallerie durch General der Panzertruppe von Knobelsdorff befiehlt. Dieser übersendet von der Chevallerie ein Dankesschreiben Hitlers, sowie ein Führerbrief und ein Führerbild. Von der Chevallerie wird zunächst ab dem 06.09.1944 in die Führer-Reserve versetzt und wirtschaftlich dem Wehrkreis III, bzw. dem Wehrkreis II zugeteilt.
Mit Meldung vom 29.10.1944 befindet er sich im Standortlazarett Belgard in Pommern, wo weniger Tage vorher seine volle Verwendungsfähigkeit festgestellt wird.
Dennoch wird er am 15.01.1945 mit Wirkung vom 31.01.1945 nach dem Wehrgesetzt §23(3) aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Bis zum Eintreffen der Roten Armee hält er sich im Raum Rottow auf und begibt sich dann mit einem Treck in Richtung Kolberg. Auf dem Weg dorthin verläuft sich seine Spur. Mglw. ist er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verstorben.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter 24.05.1910 Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 01.10.1914
Unteroffizier 24.06.1910 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 12.12.1915
Fähnrich 18.10.1910 m. Wirk. v. 18.10.1910 H2h Österr.-Ungar. Verdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration 00.00.1917
Leutnant 18.08.1911 m. Patent v. 20.08.1909 S8s Verwundetenabzeichen in Schwarz - 1. WK 03.03.1918
Oberleutnant 11.08.1915 -510- m. Patent v. 11.08.1915 F9f Fürstl. Hohenzollern Hausorden III. Klasse mit Schwertern 22.07.1918
Hauptmann 20.09.1918 -2020- m. Patent v. 20.09.1918 O2o Ehrenkreuz für Frontkämpfer 00.00.1935
Hauptmann 01.02.1922 -134- erh. neues RDA v. 20.09.1918 (17) Dienstauszeichnung I. - IV. Klasse 02.10.1936
Rittmeister vom 01.10.1928 - 01.10.1929 Komturkreuz des kgl.-ungar. Verdienst-Orden 12.02.1939
Major 01.02.1931 -300- m. Wirk. v. 01.02.1931 (RDA v. 01.02.1929(29)) Eisernes Kreuz II. Klasse 12.06.1940
Oberstleutnant 01.08.1933 -1900- m. Wirk. v. 01.08.1933 (RDA v. 01.08.1932(2)) Eisernes Kreuz I. Klasse 12.06.1940
Oberst 01.07.1935 -3000- m. Wirk. v. 01.07.1935 (RDA v. 01.07.1935(1)) ital. Großoffizierskreuz des Ordens der Krone 27.08.1940
Generalmajor 28.02.1939 -2010- m. Wirk. v. 01.03.1939 (RDA v. 01.03.1939(6)) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 23.10.1941
Generalleutnant 17.12.1940 -7770- m. Wirk. v. 01.01.1941 (RDA v. 01.01.1941(3)) Medaille Winterschlacht im Osten 01.09.1942
General der Infanterie 24.01.1942 -480- m. Wirk. v. 01.02.1942 unter Vorbeh. der Festsetz. des RDA Verwundetenabzeichen in Schwarz 16.01.1943
General der Infanterie 28.02.1942 -1290- erh. RDA v. 01.03.1942(5) 357. Eichenlaub zum Ritterkreuz 19.12.1943

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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