Kurt Erich Chill wurde am 01.05.1895 in Thorn geboren
und trat am 01.04.1913 als Einjährig Freiwilliger dem 4. Pomm.
Infanterie-Regiment "von Borcke" nr. 21 bei. Bereits am 01.04.1914
erfolgte seine Versetzung in das Infanterie-Regiment 61, wo er ab dem
02.11.1914 in der 10. Kompanie zunächst als Zug- und später als
Kompanie-Führer eingesetzt wird.
Kurz vor Ablauf des Jahres, wechselt Chill am 28.12.1914 als
Ordonnanz-Offizier in den Stab seines Regiments und ab dem 02.07.1916 den
Posten des Adjutant des III. Bataillons zu übernehmen.
Am 04.03.1917 wird er zum Ersatz-Bataillon versetzt, unter gleichzeitiger
Kommandierung zur Flieger-Ersatz-Abteilung 8, zu der er am 11.04.1917 auch
versetzt wird. Ab dem 25.06.1917 besucht er die Flieger-Beobachter-Schule in
Thorn, bzw. ab dem 25.08.1917 die Artillerie-Flieger-Schule Ost II.
Am 16.10.1917 erfolgte die Versetzung zum Armee-Flugpark 6, bzw. am
19.10.1917 zum Armee-Flugpark 4. Nach einer anfänglichen Kommandierung zur
Flieger-Abteilung 32, ab dem 26.10.1917, erfolgte am 20.11.1917 die
Versetzung zu dieser Einheit, bzw. am 20.12.1917 die Versetzung zur
Flieger-Ersatz-Abteilung 4. Von dort kehrt er am 21.01.1918 an die
Artillerie-Flieger-Schule Ost II zurück, um ab dem 12.04.1918 zur
Flieger-Ersatz-Abteilung 13 versetz zu werden.
Am 28.08.1918 zum Armee-Flugpark 18 versetzt worden, kommt Chill am
29.09.1918 zur Flieger-Ersatz-Abteilung 12 und ab dem 31.10.1918 erneut an
die Flieger-Beobachter-Schule nach Thorn. Schließlich kehrt er am 06.12.1918
als Führer der 8. Kompanie zum Infanterie-Regiment 61 zurück.
Ab dem 01.02.1919 übernimmt er den Posten des Verbindungs-Offiziers, sowie
des Werbeoffiziers des Infanterie-Regiments 61 für den Grenzschutz Ost.
Ab dem 01.04.1919 wird er als Anwärter für den Höheren Polizeidienst beim
Polizeipräsidenten Berlin, aus dem Heer beurlaubt und zum Lehrgang 2a an die
Landespolizei-Offizier-Schule kommandiert. Er wechselt dann am 25.07.1919 in
die Sicherheitspolizei beim Kommandostab Berlin und wird am 09.04.1920
infolge der Heeresverminderung durch das Infanterie-Regiment 61 aus dem Heer
entlassen.
Am 08.08.1921 ist er Adjutant bei der Kommando-Abteilung Pankow und
übernimmt am 01.11.1922 die Führung der 2. Hundertschaft bei der
Polizei-Abteilung Treptow. Von dort wechselt er ab dem 01.04.1923 für vier
Jahre als Reviervorsteher an die Polizei-Inspektion Neukölln und wird am
01.01.1927 als Adjutant und Bereitschaftsführer der Schutzpolizei Elbing
zugewiesen. Ab dem 01.04.1929 ist er Lehr-Abteilungs-Führer an der
Polizei-Schule Sensburg und ab dem 01.10.1931 Adjutant und
Lehr-Abteilungs-Führer an der Polizeischule Hannoversch-Münden. Am
01.07.1934 wechselt er als Hundertschaftsführer in die
Landespolizei-Abteilung Weißenfels, Standort Merseburg als Teil der
Landespolizei-Gruppe Halle und übernimmt am 24.11.1934 den Posten des
Verbindungsoffiziers zur Regierung in Merseburg.
Ab dem 01.02.1935 ist er Major beim Stab der Landespolizei-Abteilung
Weißenfels, Standort Merseburg und Halbabteilungsführer der
Landespolizei-Abteilung Weißenfels in Merseburg.
Mit dem 01.07.1935 kommt er in die 14. Kompanie des Infanterie-Regiments
Flensburg und wird ab dem 07.08.1935 als Major beim Stab des II. Bataillons
verwendet.
Mit dem 15.10.1935 wechselt er als Chef der 3. Kompanie zum
Infanterie-Regiment 65 nach Delmenhorst und wird vom 12.11. bis zum
29.11.1935 zur Stabsoffizier-Unterweisung zum X. Armeekorps nach Hamburg
kommandiert. Nach einer Erkrankung vom 10.09. bis zum 24.12.1936,
währenddessen er am 06.10.1936 in den Stab der 30. Infanterie-Division
wechselt. Dabei ist er mit Meldung vom 24.11.1936 noch nicht voll
dienstfähig. Diese wird ihm erst mit Meldung vom 23.12.1936 attestiert.
Chill ist Standort-Offizier in Lübeck und Kommandant des Stabs-Quartiers.
Mit Wirkung vom 01.04.1937 übernimmt er dann das Kommando des I. Bataillons
im Infanterie-Regiment 1 und wird als solcher vom 16.06. bis zum 26.06.1937
an die Infanterieschule nach Döberitz kommandiert, um dort in der Verwendung
schwerer Infanteriewaffen unterwiesen zu werden. Wieder bei seinem
Bataillon, nimmt er mit diesem am Polen-Feldzug teil und wird mit Wirkung
vom 01.02.1940 in die Führer-Reserve versetzt unter gleichzeitiger
Kommandierung zum Lehrstab A der Heeres-Nachrichtenschule Halle zur
Verwendung als Taktiklehrer.
Mit Wirkung vom 27.12.1940 wird er zum Kommandeur des Infanterie-Regiments
45 ernannt, mit dem er am Ostfeldzug teilnimmt. Für die Zeit vom 30.09. bis
zum 22.10.1942 übernimmt er dann die Führung der 126.
Infanterie-Division, bzw. ab dem 10.10.1942 die der 122.
Infanterie-Division, bis er zu deren Kommandeur, am 01.12.1942 ernannt wird.
Er besucht dann vom 18.01. bis zum 12.02.1943 den
1.Divisions-Führer-Lehrgang und führt später im Jahr 1943 am 15.10.1943 die
Division in den Angriffen im Raum nördlich Newel, als diese die wichtige
Höhe 180,3 angriff. Von einem frontnahen Beobachtungspunkt aus, beobachtete
er das Angriffsgeschehen und hielt auch an seinem Entschluss vorzugehen
fest, nachdem dem Gegner im Nachbarabschnitt ein Einbruch gelang. Der
Angriff der 122. Infanterie-Division gelangte über das gesteckte
Angriffsziel hinaus bis zur Linie Ausweichstelle
Karataj-Gopruschki-Mikleschi-Südrand Karataj-See. Dabei gelang es eine
sowjetische Division und eine Brigade zu zerschlagen und dabei große Menge
an Waffen zu erbeuten. Chill erheilt dafür am 25.10.1943 als Generalleutnant
und Kommandeur der 122. Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes. Für die weiteren Kämpfe der Division wird diese zusammen mit ihrem
Kommandeur am 19.12.1943 im Wehrmachtsbericht genannt.
Chill wird dann mit Wirkung vom 091.02.1944 in die Führer-Reserve versetzt
und am 15.03.1944 mit Wirkung vom 10.02.1944 zum Kommandeur der 85.
Infanterie-Division ernannt. Diese wird, wiederum mit der Erwähnung Chills,
am 18.10.1944 im Wehrmachtsbericht genannt, als es der Division gelang den
englischen Truppen den Durchbruch auf den Albert-Kanal östlich Antwerpen zu
verlegen.
Am 21.11.1944 erkrankt er und wird mit Wirkung vom 07.12.1944 in die
Führer-Reserve versetzt. Vom 05.01. bis zum 01.02.1945 nimmt er am
3.Lewhrgang für Kommandierende Generale teil und fährt anschließend für 28
Tage zur Kur nach Bad Gastein. Am 06.02.1945 wird er mit der Führung des LV.
Armeekorps beauftragt und am 10.03.1945 auf Antrag der Heeresgruppe Nord,
unter Beibehalt seiner bisherigen Dienststellung, ab 18.03.1945 zum
Festungskommandanten von Pillau ernannt.
Am 12.04.1945 wird er gemäß Führerbefehl mit der Führung des XXVI.
Armeekorps beauftragt und dabei auch von seinem Posten als
Festungskommandant Pillau abgelöst. Am 05.05.1945 wird er dann wieder mit
Wirkung vom 06.02.1945 mit der Führung des LV. Armeekorps beauftragt und
gerät am 12.05.1945 in westalliierte Gefangenschaft aus der er 1947
entlassen wird.
Kurt Chill verstarb am 05.07.1976 in Grömitz.