Dietrich Hugo Hermann von Choltitz wurde am 09.11.1894
in Wiese-Gräflich im Kreis Oppeln in Oberschlesien geboren und gehörte von
1908 bis 1914 dem Kadettenkorps Dresden an. Am 006.03.1914 trat er aus dem
Kadettenkorps kommend als char. Fähnrich dem 8. Kgl.-Sächs.
Infanterie-Regiment "Prinz Johann Georg" Nr. 107 bei und kommt nach
Beginn des 1. Weltkrieges am 02.08.1914 zum Infanterie-Regiment 107 ins
Feld. Im Verlauf des Krieges übernimmt er am 28.02.1915 die Führung der 9.
Kompanie und wird am 01.04.1915 zum Adjutanten des III. Bataillons ernannt.
Mit dem 31.07.1916 wird er zum Führer des MG-Ergänzungszugs 649 ernannt und
übernimmt ab dem 25.07.1917 erneut den Posten eines Bataillonsadjutanten im
Infanterie-Regiment 107.
Mit Meldung vom 15.02.1918 befindet er sich dann in der 8. Kompanie und
übernimmt am 01.08.1918 den Posten des Bataillons-Adjutanten beim
Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 107. Von dort wechselt er am
18.01.1919 als Abschnitts-Adjutant zum Grenzschutz Ost, um am 05.05.1919 in
das Grenz-Jäger-Bataillon 12 versetzt zu werden.
Von Choltitz besucht vom 06.05. bis zum 24.09.1919 die Reitschule Soltau und
wird mit Meldung vom 01.10.1919 dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 38
zugewiesen. Mit Meldung vom 01.10.1920 befindet er sich dann beim
Infanterie-Regiment 11, bzw. ab dem 18.12.1920 beim Reiter-Regiment 12. Er
übernimmt dort am 01.01.1921 den Posten eines Eskadron-Offiziers und besucht
als solcher vom 10.01. bis zum 20.05.1922 einen Ausbildungs-Kursus für
Kavallerie-Nachrichten-Offiziere. Während der Unruhen in Leipzig im Jahre
1920 im Einsatz, wir d er dabei verwundet.
Mit Meldung vom 01.07.1922 zugehörig zum 12. (sächs.) Reiter-Regiment, wird
er dort am 01.02.1924 zum Ordonnanz-Offizier und Führer des
Nachrichten-Zuges im Stab des Regiments ernannt. Als solcher erhält er am
20.03.1924 eine Wehrkreisprüfung, besucht vom 03.10.1927 bis zum 15.02.1928
den VI. Offizier-Waffenschullehrgang und wird am 15.10.1928 in die 4.
Eskadron seines Regiments versetzt. Deren Posten als Chef übernimmt von
Choltitz am 01.04.1929 und wechselt schließlich am 01.10.1934 als
Kompaniechef in das II. Bataillon beim Infanterie-Regiment Tübingen, dem
späteren Infanterie-Regiment 35.
Am 30.04.1935 wechselt er zum Infanterie-Regiment Flensburg. wo er am
01.05.1935 die 8. (MG) Kompanie übernimmt. Diesen Posten bekleidet er auch
im Zuge der Umbenennung des Regiments in Infanterie-Regiment 26.
Am 01.02.1937 wird er zum Kommandeur des III. Bataillons im
Infanterie-Regiment 16 ernannt und nimmt mit diesem am Einsatz im
Sudetenland teil. Während des Polen-Feldzuges kommt er mit seinem Bataillon
im Raum Wejsee-How und am Bzura-Übergang zum Einsatz.
Im Rahmen der
22. Infanterie-Division, erhält das III. Bataillon einen Sonderauftrag,
mit dem Ziel der Inbesitznahme des Flugplatzes Waalhaven und der Stadt
Rotterdam.Am 10.05.1940 waren bereits die ersten Teile des Bataillons auf
dem Flugplatz gelandet. Die 11. Kompanie landete hingegen mit He 59
Wasserflugzeugen abgesetzt, in der Stadt Rotterdam und besetzte die
unzerstörte Straßen- und Eisenbahnbrücke. Fünf Tage hielten Teile der 9.
Kompanie und der 11. Kompanie des Fallschirmjäger-Regiments 1 einen
Brückenkopf nördlich der Maas, wohingegen der Rest des Bataillons
beiderseits der Brücken auf dem Südufer der Maas lag. Damit schuf das
Bataillon die entscheidenden Voraussetzungen für einen schnellen Vormarsch
der deutschen Truppen durch Holland. Von Choltitz wird dafür am 29.05.1940
als Oberstleutnant und Kommandeur des III. Bataillons im
Infanterie-Regiments 16 der 22. (Luftlande) Infanterie-Division
ausgezeichnet.
Am 10.09.1940 übernimmt er das Kommando über das Regiment und führt es in
den Feldzug gegen die Sowjetunion. Für eine Tat bei Berislaw am 26.08.1941
erhält er eine Anerkennungsurkunde. Nach den schweren Kämpfen um Sewastopol,
wird der am 31.07.1942 in die Führer-Reserve versetzt und dabei vom 27.08.
bis zum 06.10.1942 mit der Führung der 260. Infanterie-Division, während der
Dauer der Erkrankung des Divisionskommandeurs Generalmajor Walter Ham,
beauftragt.
Am 12.10.1942 erfolgte seine Kommandierung an die Schule für Schnelle
Truppen nach Wünsdorf und wird von November bis zum 20.11.1942 mit der
stellvertretenden Führung des XXXXVIII. Panzerkorps beauftragt. Weiterhin
wird er vom 15.11. bis zum 20.12.1942 zur Panzer-Brigade 100 kommandiert und
gleichzeitiger Abstellung zur 6., 7. und 10. Panzer-Division, sowie an die
Abteilungs-Führer-Schule Paris.
Am 26.12.1942 wird er mit der Führung des XVII. Armeekorps beauftragt und
als Führer des Korps am 19.01.1943 zum Eichenlaub vorgeschlagen. Dieser
Vorschlag wird am 27.01.1943 allerdings abgelehnt.
Von Choltitz übernimmt dann am 05.03.1943 das Kommando über die 11.
Panzer-Division, wird aber bereits am 01.10.1943 wieder in die
Führer-Reserve versetzt und dabei laut Meldung vom 01.09.1943 mit der
stellvertretenden Führung des XXXXVII. Panzerkorps beauftragt, für die Dauer
der Erkrankung des Kommandierenden Generals General von Knobelsdorff. Vom
05.01. bis zum 25.01.1944 nimmt er an einem Lehrgang für Kommandierende
Generale und Korps-Chefs teil und übernimmt am 01.03.1944 die
stellvertretende Führung des LXXVI. Panzerkorps.
Ab dem 16.04.1944 wieder in der Führer-Reserve, wird von Choltitz am
12.06.1944 mit der Führung des XXV. Armeekorps beauftragt. Der bisherige
Kommandierende General dieses Korps, General der Artillerie Fahrmbacher war
aufgrund des Todes des Kommandierenden Generals des LXXXIV. Armeekorps an
der Invasionsfront, General der Artillerie Marcks, zu dessen Nachfolger
bestimmt worden. Ab dem 17.06.1944 wird er dann mit der Führung des LXXXIV.
Armeekorps betraut, wofür es jedoch bisher keine amtlichen Nachweise gibt.
Ab dem 28.07.1944 befindet er sich dann erneut in der Führer-Reserve.
Am 01.08.1944 verlangt Hitler die Ablösung des Kommandanten von Groß-Paris,
da sich die Zustände in der Stadt bisher nicht gebessert hatten. Von
Choltitz wird zu dessen Nachfolger bestimmt. Die Ernennung zum
Kommandierenden General und Kommandanten von Groß-Paris erfolgte dann am
06.08.1944.Am 07.08.1944 trifft von Choltitz im Führer-Hauptquartier ein und
erhält dort von Hitler den Befehl die Stadt Paris zu verteidigen. Allerdings
existieren auch anderweitige Thesen zum Ablauf der Kapitulation von Paris.
So warnten ihn die Alliierten mehrfach, dass er im Falle einer Zerstörung
von Paris nicht als Kriegsgefangener, sondern als Kriegsverbrecher behandelt
werden würde. Weiterhin verteidigte er sein Hauptquartier bis zu zuletzt und
unterzeichnete die Kapitulation erst nach seiner Gefangennahme.
Von Choltitz, wieder in paris, verhindert jedoch eine Zerstörung der Stadt
und kapituliert am 25.08.1944 gegenüber einem Vertreter der Resistance der
im Auftrag des französischen Generals Leclerc handelte. Er gerät in
westalliierte Gefangenschaft und wird nach Trent Park in England
transportiert. Seine Entlassung erfolgte im April 1947.
Im Zuge neuster Forschungen und ehem. Abhörprotokollen, soll von Choltitz
selbst von Kriegsverbrechen gegen die jüdische Bevölkerung auf der Krim
gesprochen haben. Sein Sohn zweifelt bis heute die Dokumente an und
bestreitet die Echtheit. Alleridngs soll von Choltitz auch dem deutschen
Widerstand nahegestanden haben. Er war nie Mitglied der NSDAP.
Dietrich von Choltitz verstarb am 05.11.1966 in Baden-Baden.