Kurt Christel wurde am 17.02.1889 in Naumburg an der
Saale geboren und trat am 01.10.1912 als Einjährig Freiwilliger der 3.
Kompanie des Pionier-Bataillons in Stettin bei. Seine Dienstzeit endete am
30.09.1913.
Am 04.08.1914 wurde er zur 2. Reserve-Kompanie des Pionier-Bataillons 4
einberufen, mit dem er an den Kämpfen des 1. Weltkrieges teilnahm. Am
29.11.1918 wird er dann aus dem Heeresdienst entlassen. Fortan widmete er
sich dem Zivilleben als Lehrer.
Am 03.05.1940 erfolgte seine erneute Einberufung, zur 2. Kompanie des
Bau-Bataillons 94 nach Grimma. Von dort wechselte er laut Meldung vom
15.10.1941 in das Bau-Bataillon 132, wo er mit Meldung vom 07.11.1941 der 1.
Kompanie zugewiesen wurde. Mit diesem Bataillon wurde er an der Ostfront
eingesetzt und wechselte mit Meldung vom 14.11.1941 in den Stab des
Bau-Bataillons 132, wo er bis zum 14.12.1941 bleib und danach wieder seine
1. Kompanie übernahm.
Im Februar/März 1942 der 290. Infanterie-Division unterstellt, wurde das
Bataillon im Ort Zemena zur Sicherung eingesetzt. Als der Gegner jedoch dort
angriff, überrannte er die vordere Linie. Christel gelang es mit seiner
Kompanie den Einbruch anzuriegeln. Als Orts-Kommandant Zemena unterstanden
ihm außerdem die Reste der Bäckerei-Kompanie, das Verpflegungsamt und der
Waffenzug der 290. Infanterie-Division, daneben die Trosse der
Infanterie-Regimenter 501 und 503, des Artillerie-Regiments 636, die Reste
der Bau-Kompanie 2/87 und ein Zug des Infanterie-Regiments 415 zur
Verfügung. Ein Großteil dieser Einheiten war bereits vollständig ausgekämmt,
womit Christel lediglich über wenige als Arbeitskräfte eingesetzte Soldaten
verfügte, die kaum Kampferfahrung besaßen.
Am 03.03.1942 griff der Gegner mit zwei Bataillonen der 154. Brigade,
unterstützt durch zahlreiche Granatwerfer, den ort Zemena an. Christel gab
aufrechtstehend seine Befehle , bis er durch eine MG-Kugel ins Herz tödlich
getroffen wurde. Die Abwehr des gegnerischen Angriffes gelang unter
Zurücklassung von mindestens 210 Toten, 47 Gefangenen, 3 Überläufern und der
Erbeutung von 27 schweren und drei leichten MG, vier Panzerbüchsen, drei
leichten Granatwerfern und 47 Gewehren.
Durch die Abwehr Christels war der sowjetische Angriff vom Südwesten gegen
den Kessel von Demjansk im Abschnitt der 290. Infanterie-Division
gescheitert.
Für seinen Abwehrerfolg wird er mglw. zur Verleihung der
Anerkennungsurkunde, bzw. zur Nennung im Ehrenblatt eingereicht. Das
Heerespersonalamt entscheidet aber spontan die Verleihung des Ritterkreuzes.
So wird Christel als Hauptmann der Reserve z.V. und Chef der 1. Kompanie im
Bau-Bataillon 132 bereits am 04.03.1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes ausgezeichnet.
Seine sterblichen Überreste befinden sich noch immer in Zemena.