
Ritterkreuzträger Hans Christern
Oberst, Panzertruppe








Friedrich Wilhelm Adolf Hans Christen wurde am 24.01.1900 in Lauenburg
geboren (eine andere Quelle nennt den 14.01.1900) und trat nach dem Ablegen
seines Reifezeugnisses am 12.03.1917 als Fahnenjunker der 2. Ersatz-Kompanie des
Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments 2 bei.
Am 11.05.1917 wechselt er in das 1. Rekruten-Depot des Regiments und am
29.06.1917 zum Feld-Rekruten-Depot II der Garde-Infanterie-Division. Am
06.10.1917 erfolgte dann die Versetzung in die 2. Kompanie des
Garde-Grenadier-Regiments 2.
Am 01.12.1917 erfolgte seine Versetzung in das Ersatz-Bataillon des Regiments
und eine Kommandierung zu einem Fähnrichkursus nach Döberitz.
Mit Meldung vom 18.05.1918 übernimmt Christern den Posten eines Zugführers in
der 2. MG-Kompanie seines Regiments. Als solcher wird er am 12.06.1918
verwundet. Wie sein weiterer militärischer Werdegang verlief ist unklar,
zumindest erfolgte am 31.03.1920 seine Entlassung aus dem Heeresdienst. Es
finden sich Quellen das die Entlassung aufgrund der Schwers seiner Verwundung
erfolgte.
Ab dem 01.04.2910 arbeitete Christern als landwirtschaftlicher Lehrling und
später Beamter in Gorow/Mecklenburg, übernimmt ab dem 01.04.1922 den Posten
eines Inspektors in Brook, ist ab dem 01.10.1922 Volontär in Luplow und vom
01.04.1923 bis zum 31.12.1935 Betriebsführer der landwirtschaftlichen Pachtung
Brook.
Am 01.01.1936 wird er für eine sechsmonatige Probezeit als
Ergänzungs-Offizier-Anwärter einberufen, wobei er sich am 02.01.1936 beim
Kommandeur des Wehrbezirkkommandos Labes, General von Tiedemann, zu melden
hatte. Auch hier scheint seine Beeinträchtigung durch die Verwundung aus dem 1.
Weltkrieg eine Rolle gespielt zu haben, so soll sich Heinrich Eberbach stark für
eine neuerliche militärische Verwendung Christerns eingesetzt haben.
Am 01.03.1936 erfolgte seine Kommandierung zur Panzer-Abwehr-Abteilung 31, bei
der ab dem 01.09.1936 eingestellt wird. Laut Stellenbesetzung vom 10.11.1938
gehörte Christern der I. Abteilung des Panzer-Regiments 27 in Paderborn an und
wird am 24.11.1938 zum Chef der 7. Kompanie im Panzer-Regiment 31 ernannt.
Am 01.09.1939 übernahm er das Kommando der II. Abteilung des Regiments, wobei
ein anderes Dokument dafür den 01.08.1940 nennt. Als solcher zeichnet er sich
beim Westfeldzug besonders aus. Nach Durchbrechen der französischen
Grenzbefestigungen am 17.05.1940, lag die Festung Mauberge in der rechten Flanke
der vorgehenden
5. Panzer-Division, die durch das Feuer der Festung Verluste hinnehmen
musste und der Vormarsch ins Stocken geriet. Der Kommandeur des Panzer-Regiments
31 entschloss sich daher mit seinen panzern in die Festung vorzudringen, um das
Flankenfeuer auszuschalten. Das Husarenstück gelang allein durch den Wagemut
Christerns. Der mit seiner Kompanie vorausfahrend, die feindliche Besatzung
überrannte und in die Zitadelle, im Abwehrfeuer feindlicher Panzer,
Panzerabwehrwaffen und Infanterie, eindrang. Es gelang ihm die Sprengung der
Sambre-Brücke zu verhindern und die eingenommene Zitadelle gegen sämtliche
Gegenangriffe zu halten. Dennoch kapitulierte die Festung erst einige Tage
später. Christern erhielt dafür am 31.01.1941 als Major und Kommandeur der II.
Abteilung des Panzer-Regiments 31 das Ritterkreuz. Die Begründung lässt
allerdings keinen Schluss auf seine tatsächliche Verwendung zu. So erwähnt der
Verleihungsvorschlag, dass der Vorstoß auf die Festung der "Panzerkompanie
Christern" zu verdanken sei. In der Presse zur Verleihung des Ritterkreuzes,
wir der als "Bataillonskommandeur (richtig: Abteilungskommandeur"
genannt.
Im März 1941 wird er als Verbindungsoffizier bei einer bulgarischen Armee
kommandiert und wird am 31.03.1941 in die Führer-Reserve des AOK 12 versetzt.
Von dort erfolgte am 23.05.1941 die Versetzung in die Führer-Reserve des OKH,
wobei der Dienst durch den Oberstleutnant Schwatlo-Gesterding der
Wehrmachts-Propaganda-Abteilung geregelt wird. Ab dem 24.06.1941 als
Taktiklehrer an die Panzertruppenschule Wünsdorf versetzt, erfolgte am
01.10.1941 eine Versetzung als Taktiklehrer an die Fahrtruppenschule, wobei dies
mit Datum vom 18.11.1941 als nicht wirksam deklariert wurde. Seinen Dienst
regelte ab dem 06.11.194 auch weiterhin der Kommandeur der Panzertruppenschule.
Dabei werden ihm beste Eigenschaften als Ausbilder attestiert. So hat er einige
Hörsäle bestens geleitet und ausgebildet.
Vom 10.06. bis zum 25.06.1942 erhält er eine Kommandierung in die Amtsgruppe K
(Kraftfahrwesen) beim OKH und kommt ab dem 10.07.1942 zum Wehrkreiskommando XVII
unter gleichzeitiger Kommandierung als Stabsoffizier für die Annahme bei der
Annahmestelle XVII für Offiziersbewerber des Heeres. Am 12.11.1942 kommt er in
die Führer-Reserve des OKH beim stellvertretenden Generalkommando XVII.
Armeekorps und übernimmt dort den Posten des Leiters des Ausbildungsfilmwesens
beim Chef des Ausbildungswesens im Ersatzheer. Diese Abteilung leitete er mit
besten gewissen und Geschick, wobei ihm erneut ein besonderes Organisations- und
Lehr-Talent ausgewiesen wird. Von dort erhält er am 11.02.1943 eine
Kommandierung zum Sonderstab "Panzer" und wird am 20.03.1943 zum
Inspekteur der Panzertruppen kommandiert, wo er ab dem 01.04.1943 als
Gruppenleiter der 6. Inspektion angehört.
Am 15.04.1944 erfolgte seine Kommandierung zur Panzer-Ersatz-Abteilung 35 und
daraus folgend mit dem 01.06.1944 seine Ernennung zum Kommandeur des
Panzer-Regiments 35. Als solcher wird er am 25.09.1944 für die Kämpfe
südwestlich Mitau im Wehrmachtbericht genannt.
Am 28.12.1944 leicht verwundet, kann er bei der Truppe verbleiben und soll am
25.03.1945 den Posten des Höheren Festungs-Pak-Offiziers 5 übernehmen, wobei
diese Ernennung nicht wirksam wird. Am nächsten Tag, dem 26.03.1945, übernimmt
Christern dann die stellvertretende Führung der
7. Panzer-Division, nachdem der Kommandeur Dr. Karl Mauss durch eine
Verwundung ausgefallen war und gerät als solcher am 03.05.1945 bei Schwerin in
britische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 27.01.1946 in Pezerhaken bei
Neustadt in Holstein entlassen wird. Am 19.03.1945 wird er zur Verleihung des
Deutschen Kreuzes in Gold eingereicht, wobei die Verleihung unerledigt bleibt.
Nach dem Krieg arbeitete er als Landwirt auf Gut Georgenhof bei Oldenburg.
Daneben engagierte er sich politisch in der CDU, für die er 1949 bei der
Bundestagswahl erfolglos als Wahlkreiskandidat antrat.
Hans Christern verstarb am 17.06.1966 in Georgenhof bei Puttbus.