Bruno Chrobek wurde am 09.10.1895 in Pleß in
Oberschlesien geboren und trat am 03.10.1913 als Einjährig Freiwilliger dem
Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 3 in Colmar im Elsaß bei, mit dem er am 1.
Weltkrieg teilnahm.
Mit Ende der Kämpfe wird er am 14.08.1919 als Sergeant aus dem Heeresdienst
entlassen, woraufhin er ab dem 15.08.1919 der Sicherheitspolizei in
Kattowitz beitrat. Von dort wechselt er mit dem 18.12.1926 nach Gleiwitz.
Am 01.10.1935 wir der im Range eines Hauptmanns in die Wehrmacht übernommen
und im Infanterie-Regiment 38 angestellt. Er übernimmt dort ab dem
15.10.1935 den Posten eines Kompaniechefs.
Ab dem 24.11.1938 ist er Kommandeur des I. Bataillons im Infanterie-Regiment
54 in Glogau, mit dem er am Polen- und Frankreich-Feldzug teilnimmt. Am
26.05.1940 erreichte das Bataillon den Ypernkanal, wo es zu einer
schwierigen Lage kam. Das Bataillon erhielt den Auftrag bis an das Ufer des
Kanals vorzustoßen. Bei Zillerbeke stieß es allerdings auf heftige Gegenwehr
des Royal Scots-Regiments. Chrobek führte seine Kompanien daraufhin selbst
gegen den Feind, setzte seine schweren Waffen gezielt ein und leitete eine
wirksame Bekämpfung der gegnerischen Verteidigung ein. Im Laufe des Tages
gewann er die Feuerüberlegenheit und konnte den Wald unter schweren
Verlusten des Gegners stürmen.
Am 03.06.1940 nachmittags erreichte er mit seinem Bataillon den Canal des
Moeres bei der Ferme Steendamm bei Dünkirchen. Trotz der
schwierigen Lage gelang es Chrobek seine Soldaten bis in die ersten Häuser
Dünkirchen vorzubringen. Durch seiner persönlichen Initiative wurde die
Eroberung Dünkirchens wesentlich beeinflusst. Für diesen Einsatz wird er als
Major und Kommandeur des I. Bataillons im Infanterie-Regiments 54 am
04.07.1940 mit Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 01.11.1940 wird Chrobek in die Führer-Reserve des OKH versetzt und dabei
wirtschaftlich dem Infanterie-Ersatz-Bataillon 51 zugewiesen, um schließlich
ab dem 15.11.1940 das Kommando über das III. Bataillon des
Infanterie-Regiments (mot.) 51 zu übernehmen. Vorausgegangen war die
Umbenennung des bisherigen III. Bataillons in Kradschützen-Bataillon 38.
Ersetzt wurde das III. Bataillon dann durch das I. Bataillon des
Infanterie-Regiments 54, dem ehemaligen Bataillon Chrobeks.
Ab Sommer 1941 nimmt er mit seinem Bataillon am Ostfeldzug teil und erhält
für die Kämpfe bei Wetrino am 03. und 04.07.1941 die Anerkennungsurkunde.
Darüber hinaus übernimmt er am 26.01.1942 zeitweise die Führung des
Regiments und wird am 17.03.1942, mit Wirkung vom 01.04.1942 zum Kommandeur
des Infanterie-Regiments 672, der 376. Infanterie-Division, ernannt. Dieses
Regiment sollte Chrobek bis nach Stalingrad führen, wo es schließlich
unterging.
Am 07.10.1942 wird Chrobek zur Verleihung des Eichenlaubs vorgeschlagen,
wobei dies am 10.10.1942 durch das Heeres-Personalamt abgelehnt wird. Im
Zuge der sowjetischen Operation "Uranus", der Einkesselung der 6.
Armee bei Stalingrad, war mit dem 22.11.1942 die Umfassung der Armee
vollständig und sämtliche deutschen Verbände von den eigenen Linien
abgeschnitten. Bei den Kämpfen zur Stabilisierung der Kesselfront fällt
Chrobek am 08.12.1942 bei Dimitrijewka.
Am 23.02.1943 gibt der Soldat Arno Janhisek, von der 8. Batterie des
Artillerie-Regiments 376 im Reserve-Lazarett III in Krakau an, Chrobek noch
am 10.12.1942 in Dimitrijewka lebend gesehen zu haben. Am 28.03.1943 wird
durch den Arbeitsstab Stalingrad beim Wehrkreiskommando Generalgouvernement
IIb der Tod Chrobeks für den 10.12.1942 genannt. Am 31.03.1943 wiederum
meldet der Chefarzt des Reserve-Lazaretts Oels in Schlesien die Aussage des
Obergefreiten Fritz Thurners, Angehöriger der Stabs-Kompanie
Grenadier-Regiment 673, daß Chrobek zwischen dem 08.12. und dem 10.12.1942
bei Dimitrijewka durch die Kugel eines Scharfschützen bei einem
Erkundungsgang in seinem Regimentsabschnitt gefallen sei. Seine sterblichen
Überreste ruhen heute, unidentifiziert, auf dem zentralen deutschen
Soldatenfriedhof in Rossoshka/Wolgograd.