Ernst Clemente wurde am 27.04.1922 in Freilassing in
Oberbayern geboren, besuchte die Realschule in Salzburg und nahm eine Lehre
zum Eisenhändler auf.
Weiterhin absolvierte er vom 05.01. bis zum 13.10.1941 seinen Arbeitsdienst
bei der RAD-Abteilung 1/314 in Belgien-Nord-Frankreich.
Am 17.10.1941 erfolgte seine Einberufung zur
Gebirgs-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 1 nach Füssen, sowie von Mai bis Juli
1942 die Kommandierung zum Reserve-Offiziers-Anwärter-Lehrgang und
Hochgebirgs-Ausbildung nach Mittenwald.
Laut Meldung vom 28.08.1942 wird Clemente dann in das II. Bataillon beim
Gebirgsjäger-Ersatz-Bataillon 98 nach Garmisch-Partenkirchen versetzt und
schließlich laut Meldung vom 16.09.1942 in die 16. (Panzerjäger) Kompanie
des Gebirgsjäger-Regiments 13 versetzt. Mglw. verwundet wird er mit Meldung
vom 20.03.1943 wieder bei der Gebirgs-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 1 in
Füssen genannt, wird aber bereits mit Meldung vom 30.07.1943 in die
4. Gebirgs-Division versetzt. Mit dem 23.08.1943 befindet er sich dann
wieder bei seiner 16. Kompanie, wo er am 03.07.1944 mglw. nur leicht
verwundet wurde.
Mit seiner Kompanie auf dem Rückzug in den ungarischen Karpaten, auch im
Raum des heute rumänischen Cekles-Zipfel eingesetzt, zeichnete sich die
Bedienung der 7,5-cm-Pak bestehend aus den Obergefreiten Linner, Knobloch
und Clemente als Schütze 1 im besonderen Maße aus. Am 11.09.1944 wurde mit
zwei Bataillonen, sowie einer Artillerie-Abteilung, bei Csiksereda ein
Brückenkopf gebildet, der bis mindestens 20.00 Uhr zu halten war. Auch die
16. Kompanie wurde dafür eingesetzt. Zwei Geschütze wurden unmittelbar in
die HKL integriert, wobei das Geschütz Clemente als Reserve unmittelbar an
der einzigen Rückzugsbrücke postiert wurde. Weitere Geschütze einer
heeres-Panzerjäger-Abte8ilung wurden ebenfalls in die HKL eingebaut. Gegen
18.00 Uhr verstärkte sich der Gefechtslärm aus Richtung der Stadt erheblich,
als plötzlich mehrere gegnerische Panzer in Richtung der Brücke vorstießen.
Der Kompanieführer Strasser warnte die Bedienung Clemente vor den
durchgebrochenen Panzern. Clemente verlegte das Geschütz dann sofort auf die
Straße und nahm die Gegner unter Feuer. Nachdem die ersten drei Panzer
abgeschossen wurden, kam es zu einer Ladehemmung zum denkbar ungünstigsten
Zeitpunkt. Clemente befahl dem Schützen II die Granate aus dem Rohr zu
nehmen, die jederzeit explodieren konnte. Sie konnte ohne Zwischenfall
abgelegt und der Kampf gegen die Panzer wieder aufgenommen werden. Schon
brannte der vierte Panzer, ein amerikanischer Sherman. Der fünfte Panzer,
ein JS II, konnte nach dem vierten Schuss vernichtet werden. Nun zogen sich
die restlichen von ehemals 12 Panzern eilends in die Stadt zurück. Clemente
verhinderte mit seinem Einsatz, die Absicht des Gegners die Rückzugsstrasse
der Division zu erreichen und zu sperren. Sämtliche im Brückenkopf
verbliebenen Verbände konnten sich unter Mitnahme der schweren Waffen
befehlsgemäß zurückziehen.
Ernst Clemente erhielt dafür als Obergefreiter und Pakschütze I der 16.
Kompanie im Gebirgsjäger-Regiment 13 am 30.09.1944 das Ritterkreuz.
Mit Meldung vom 29.03.1945 kommt er in die Gebirgs-Panzerjäger-Ersatz- und
Ausbildungs-Kompanie 1 nach Sonthofen und soll von dort aus im April 1945 an
die Kriegsschule versetzt werden. Infolge der Kriegsereignisse kommt es dazu
nicht mehr. Stattdessen gerät Clemente noch im April 1945 in Tirol in
amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Juni 1945 entlassen wurde.
Ernst Clemente verstarb am 19.01.1991 in seiner Heimatstadt Freilassing.