Robert Colli wurde am 27.06.1898 in Wien geboren und
erhielt vom 10.05. bis zum 30.06.1916 seine militärische Ausbildung beim
Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 14. Anschließend wechselte er als
Instruktor zum Ersatz-Bataillon beim Infanterie-Regiment 80 und besuchte vom
02.12.1916 bis zum 01.02.1917 als Frequentant die Reserve-Offiziers-Schule
Jägerndorf.
Ab dem 02.02.1917 gehörte er als Instruktor wieder zum Ersatz-Bataillon des
Infanterie-Regiments 80 und besucht zugleich den Offiziers-Aspiranten-Kurs
an der Reserve-Offiziers-Schule Jägerndorf.
Vom 29.04.1917 bis zum 15.05.1918 ist er Zugskommandant im
Infanterie-Regiment 80, besucht dabei einen Sturmkurs und kommt dann als
Leutnant und Zugskommandant in das Sturm-Bataillon 9. Von dort wird er am
16.09.1918 infolge einer Krankheit in die Militär-Heilanstalt Kitzbühl
verlegt und schließlich am 24.11.1918 aus dem Heeresdienst entlassen.
Am 05.02.1923trat Colli dem 1. Österreichischen Bundesheer bei und wird dort
im Alpen-Jäger-Regiment 12 eingesetzt. Anschließend kommt er vom 15.09.1923
bis zum 31.08.1925 an die Heeresschule (OAK) in Enns, wobei er bereits ab
dem 14.08.1925 wieder dem Alpen-Jäger-Regiment 12 zugeteilt wird, wo er u.a.
im Jahre 1926 einen Kurs für das Pferde- und Fahrwesen besucht. Vom
15.11.1926 bis zum 20.06.1927 besucht er in seinem Regiment einen Lehrgang
für Neuzeitliches Schießen und absolviert am 30.04.1928 einen
Garnisons-Kurs. Weiterhin nimmt er vom 02.10.1928 bis zum 07.03.1929 am 7.
Einführungskurs für Körper-Ausbildung und 1932 an einem Infanterie-Kurs
teil.
Am 01.07.1932 in das III. Bataillon beim Alpen-Jäger-Regiment 7 versetzt,
absolviert er mit Meldung vom 11.07.1932 einen Infanterie-Offiziers-Kurs in
Bruck-Neustadt und wird am 01.04.1937 von Steyr nach Linz versetzt, wo er am
01.10.1937 den Posten des Chefs der Kraftfahr-MG-Kompanie im
Infanterie-Regiment 14 übernimmt. Diesen Posten behält er auch nach der
Übernahme in die Wehrmacht am 13.03.1938 und auch im Zuge der Umbenennung
des Regiments in Infanterie-Regiment 133. Mit dem 10.11.1938 wird die
Kompanie in eine Panzerjäger-Kompanie umgegliedert und im Polen- und
Westfeldzug eingesetzt.
Vom 15.04. bis zum 12.05.1941 gehörte Colli dem Infanterie-Ersatz-Bataillon
I./133 in Linz an der Donau an und wird am 13.05.1941 zum Kommandeur der
Kraftfahrzeug-Instandsetzungs-Abteilung 592 ernannt. Die Abeilung war mglw.
im Generalgouvernement stationiert.
Am 26.03.1942 übernimmt er das Kommando über das III. Bataillon im
Infanterie-Regiment 95, wobei es auch Meldungen zum Kommando über das I.
Bataillon vorliegen.
Am 20.05.1942 verwundet und am 21.05.1942 in ein Lazarett verlegt, wird er
wirtschaftlich zunächst dem Infanterie-Ersatz-Bataillon 95 zugeteilt, um
nach seiner Genesung am 29.08.1942 das Kommando über das I. Bataillon beim
Infanterie-Regiment 185 zu übernehmen. Vom 01.10. bis zum 30.10.1942
übernimmt er für die Dauer der Erkrankung des Regimentskommandeurs die
Führung des Grenadier-Regiments 187 und ab dem 01.11.1942 die Führung des
Grenadier-Regiments 185. Bereits am 10.11.1942 wird er mit dem Kommando des
Grenadier-Regiments 547 betraut und als solcher am 15.10.1943 erneut
verwundet. Inwieweit er in einem Lazarett versorgt wurde ist unbekannt,
zumindest kehrte er dann schnell zu seinem Regiment zurück.
Am 08.02.1944 wurde das Regiment gegen 09.00 Uhr durch den gegnerischen
Angriff auf die
83. Infanterie-Division nordwestlich Nowossokolniki schwer getroffen.
Colli selbst wurde bereits gegen 05.00 Uhr leicht verwundet, mglw. durch
Artilleriefeuer.
Dem Gegner gelang es die HKL beim Podgornoje-See zu durchbrechen und
in Bataillonsstärke, unterstützt durch neun Panzer, über Bykowo in Richtung
Straßenkreuz Runowo durchzustoßen. In Bykowo lag der Gefechtsstand des
Regiments, wo Colli gegen 10.00 Uhr erneut leicht verwundet wurde. Colli
nahm jedoch sofort den Kampf gegen die gegnerischen Panzer auf, sprang
selbst den ersten Panzer an, öffnete die nicht verschlossene Luke und
erschoss die Besatzung mit seiner Pistole. Bei der Bekämpfung des 2. Panzers
wurde Colli gegen 15.00 Uhr allerdings schwer verwundet und konnte erst
gegen 17.00 Uhr durch Männer seines Stabes geborgen werden. Auf dem
Hauptverbandsplatz verlor er dadurch sein schwer verletztes Bein. Eine
andere Quelle berichtet allerdings, dass er das Bein erst am 05.03.1944
verlor. Zumindest erhielt Robert Collie für diesen Einsatz als Oberst und
Kommandeur des Grenadier-Regiments 547 am 19.02.1944 das Ritterkreuz.
Am 30.03.1944 wird er mit Wirkung vom 21.02.1944 für die Dauer der
Wiederherstellung der Gesundheit in die Führer-Reserve versetzt und mit
Meldung vom 23.05.1944 in das Reserve-Lazarett A in Lins an der Donau
verlegt. Zum Kriegsende hin ist Colli Standortältester und Ostskommandant
von Gmunden in Österreich, der die Stadt an die Amerikaner kampflos
übergibt, und seit Januar 1945 Kommandeur des Grenadier-Ersatz-Regiments
557.
Im Mai 1945 gerät er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er bereits im
Juni 1945 entlassen wird.
Robert Colli verstarb am 22.07.1980 in Gmunden in Österreich.