Karl Decker wurde am 30.11.1897 als
Sohn eines Kaiserlichen Offiziers in Borntin-Neustettin/Pommern geboren.
Im 1.Weltkrieg diente er anfangs als
Unteroffizier im Infanterieregiment 54. Nachdem er für seine Tapferkeit zum
Offiziersanwärter ernannt und mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet
worden war, wurde Decker 1915 zum Leutnant befördert. Kurz darauf erhielt er
das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Nach einer Kommandierung zur Feldkriegsschule der
8. Armee im Jahr 1916, wurde Decker Zugführer in einer MG-Abteilung. Im
weiteren Verlauf des Krieges war er auch Bataillonsadjutant. Im Jahr 1918 kam
Decker als Waffenausbilder an die Infanterieschule Döberitz.
Nach der Kapitulation wurde Decker in
die Reichswehr übernommen und diente dort beim Reserve-Jägerregiment 29, im
Jägerregiment 5 und im Reiterregiment 6. Während dieser Zeit erhielt er seine
Beförderungen zum Oberleutnant und zum Hauptmann. Als Major kam er 1936 in den
Stab des Kavallerieregiments 15. Kurze Zeit später wurde er erneut versetzt.
Diesmal in die Panzerabwehrabteilung 38, die er später als Kommandeur
übernahm.
Im Polenfeldzug gehörte die Abteilung
zur 2. Panzerdivision und kämpfte unter Deckers Führung bei Krakau und dem
Jablonka-Paß.
Im Westfeldzug kommandierte Decker die
I. Abteilung des Panzerregiments 3 in der 2. Panzerdivision während der Kämpfe
an der Maas, bei Sedan, St. Quentin und Abbeville. Für seine Tapferkeit
erhielt er die Spangen zum Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse und wurde zum
Oberstleutnant befördert.
Im Balkanfeldzug stieß sein Regiment
durch Jugoslawien und Nordgriechenland, besetzte Athen und überquerte den
Kanal von Korinth. Decker führte auch hier von vorn und mit großem
persönlichem Einsatz. Für die errungenen Erfolge wurde ihm am 13.06.1941 das
Ritterkreuz verliehen.
Bevor der Russlandfeldzug begann wurde
Decker zum Kommandeur des Panzerregiments 3 ernannt. Deckers Regiment kämpfte
sich in harten Schlachten und unter z. T. widrigen Witterungsbedingungen über
Wjasma, Brjansk bis in den Moskauer Raum durch. Am 01.02.1942 wurde Decker zum
Oberst befördert.
Wenige Monate später wurde Decker in den Stabsdienst versetzt, u.a. beim
Oberkommando der 9.Armee. Im April 1943 erhielt er dann wieder ein
Frontkommando. Er übernahm die 5. Panzerdivision. Decker bewährte sich auch
hier mehrfach, u.a. bei Shisdra, beim Entsatz des Kessels von Kowel und beim „Unternehmen
Zitadelle“ und wurde am 01.12.1943 zum Generalmajor befördert. Auch
während der schweren Rückzugschlachten der Heeresgruppe Mitte zeichnete sich
Decker mehrmals aus. Am 04.05.1944 wurde er mit dem 466. Eichenlaub zum
Ritterkreuz ausgezeichnet und zum Generalleutnant befördert.
Aufgrund seiner gezeigten
Führungsqualitäten wurde Decker zum Kommandierenden General des XXXIX.(39.)
Panzerkorps ernannt. Bis Ende des Jahres 1944 kämpfte Deckers Korps im Rahmen
der 3. Panzerarmee erfolgreich, teils sehr harte, Verteidigungs- und
Rückzugsschlachten. Am 01.01.1945 wurde Decker zum General der Panzertruppen
befördert.
Nach der Verlegung an die Westfront kämpfte das Korps bei Uelzen und im Elsaß
gegen die Amerikaner. Hier unterstand es der 5. Panzerarmee im Rahmen der
Heeresgruppe B. Nachdem im April 1945 die Heeresgruppe im Ruhrkessel
eingeschlossen wurde, ging es immer mehr dem Untergang entgegen. Decker wollte
diesen Untergang aber nicht mehr mit ansehen.
Am 21.04.1945 wählte der General der Panzertruppe Karl Decker, im Alter von 47
Jahren, den Freitod. Am 26.04.1945 wurden Decker posthum die 149.Schwerter zum
Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen.