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72. Schwerterträger Eduard Dietl
Generaloberst, Gebirgstruppe

Eduard Dietl wurde am 21. Juli 1890 in Bad Aibling geboren. Er besuchte von 1900 bis 1909 das Gymnasium in Rosenheim.
Nach seinem Abitur wollte Dietl zur bayrischen Armee, wurde aber abgelehnt. Erst beim zweiten Versuch wurde er schließlich genommen und kam am 1. Oktober 1909 zum 5. Bayrischen Infanterie-Regiment "Großherzog Ernst-Ludwig von Hessen".
Er besuchte die Kriegsschule in München und wurde am 26. Oktober 1911 zum Leutnant befördert. Als Zugführer einer Maschinengewehrkompanie zog er 1914 in den Krieg. Bei Kriegsende lag Hauptmann Dietl im Lazarett, um seine vierte Verwundung auszukurieren.
Er trat als Kompanieführer in das Freikorps Epp ein und kämpfte gegen die Kommunisten in Bayern. Er wurde in die Reichswehr übernommen und als Kompaniechef der III./Gebirgs-Jäger-Bataillon zum 19. (Bayrischen) Infanterie-Regiment versetzt. Dort lernte er Adolf Hitler kennen. Dietl stand mit seiner Kompanie bereit, am 9. November 1923 beim Hitlerputsch die Putschisten zu unterstützen. Zu einem Einsatz kam es aber nicht.
Dietl wurde Taktiklehrer an der Münchner Infanterie-Schule und übernahm am 1. Oktober 1928 das III. Gebirgsjägerbataillon des 19. Infanterie-Regiments.
Der Hitlersympathisant nahm an zahlreichen Sport- und Skiwettkämpfen im In- und Ausland teil und wurde am 1. Februar 1930 zum Major befördert, am 1. Januar 1933 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant. Am 1. Januar 1935 übernahm Dietl als Oberst das Gebirgsjägerregiment 99 in Füssen. Nach der Besetzung Österreichs übernahm Dietl das Kommando über die 3. Gebirgs-Division in Graz.
Nach der Teilnahme am Polenfeldzug wurde Dietel mit seiner 3. Gebirgs-Division auf Zerstörer verschifft und nach Narvik in Nord-Norwegen gebracht (Unternehmen "Weserübung"). Dort ging die Division am 9. April 1940 an Land und hatte anschließend drei Monate lang schwerste Kämpfe gegen alliierte Verbände zu bestehen. Für seine Erfolge in Narvik wurde Dietl am 9. Mai 1940 zum Generalleutnant befördert und ihm am 09.05.1940 das Ritterkreuz verliehen. Nach Abschluss der Kämpfe um Narvik erhielt Dietl als erster Soldat der Wehrmacht am 19. Juli 1940 das Eichenlaub. Gleichzeitig wurde er zum General der Infanterie befördert und zum Führer des Gebirgskorps in Norwegen ernannt.
Mit Beginn des Russland-Feldzuges übernahm Dietl Anfang 1942 als General der Gebirgstruppe den Oberbefehl über das AOK Norwegen, welches am 14.01.1942 in Armeeoberkommando "Lappland" und am 22.06.1942 in 20. Gebirgs-Armee umbenannt wurde. Seine Hauptaufgabe sollte darin liegen, den wichtigen Eismeerhafen Murmansk einzunehmen. Was ihm aufgrund der mangelnden Kräfte nie gelang.
Zu Besprechungen mit Hitler über die Möglichkeiten des Weiterkämpfens der Finnen wurde Generaloberst Eduard Dietl, Kommandierender General der 20. Gebirgsarmee, General der Infanterie Thomas-Emil von Wickede, Kommandierenden General des X. Armeekorps, General der Gebirgstruppe Karl Eglseer, Kommandierender General des XVIII. Gebirgs-Korps und dem italienischen Generalleutnant Enrico Adami-Rossi am 22.06.1944 auf den Obersalzberg befohlen und sollte danach in Helsinki an Verhandlungen mit den führenden finnischen Politikern und Militärs teilnehmen. Die Ju 52/3m-11, (A2+AA; Werk-Nr. 7596), die zur Flugbereitschaft des Kommandierenden Generals der deutschen Luftwaffe in Finnland gehörte, startete am Morgen des 23.06.1944 von Graz nach Aspern bei Wien. Beim Anflug auf den 1.800 m hohen Hochwedel geriet die Maschine in eine Talböe, sackte durch und zerschellte bei Hartberg in der Steiermark. Mit ihm starben die Ritterkreuzträger General der Infanterie Thomas-Emil von Wickede und der General der Gebirgstruppe  Karl Eglseer, Kommandierender General des XVIII. Gebirgs-Korps. Am 01.07.1944 erhielt er, nach dem Tode, für die Leistungen als Generaloberst und Oberbefehlshaber der 20. Gebirgs-Armee, das 72. Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz. Am 02.07.1944 wurde er auf dem Nordfriedhof in München nach feierlicher Einholung und Staatsakt beigesetzt, nachdem die anderen Generale zuvor schon in aller Stille in ihre Heimaterde überführt worden waren. Eduard Dietl war der Schwiegersohn des Ritterkreuzträgers und Ritter des Pour le Merité, General der Infanterie Siegfried Haenicke und der Schwager des Ritterkreuzträgers Generalleutnant Hans Boeckh-Behrens.
Aus politischen Gründen wurde sein Tod geheim gehalten und etwas später die Gebirgsjäger-Brigade 39 mit dem Namen "Generaloberst Dietl" betraut.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Fahnenjunker 01.10.1909 Bayerische Prinz-Regent-Luitpold Jubiläums-Medaille 12.03.1911
Fahnenjunker-Gefreiter 29.01.1910 Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK 16.09.1914
Fahnenjunker-Unteroffizier 11.03.1910 Hessische Tapferkeitsmedaille 16.10.1915
Fähnrich 04.05.1910 Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK 03.09.1916
Leutnant 26.10.1911 Bayr. Militär-Verdienstorden IV. Klasse mit Schwertern 18.07.1918
Oberleutnant 09.07.1915 Verwundetenabzeichen in Silber - 1. WK ???
Hauptmann 29.08.1919 Heeresbergführer-Abzeichen 01.04.1931
Major 01.02.1930 Kommandeur-Kreuz zum Bay. Militär-Verdienstorden 17.08.1933
Oberstleutnant 01.02.1933 Chilenischer Verdienstorden, Kommandeurkreuz 16.03.1934
Oberst 01.01.1935 Ehrenkreuz für Frontkämpfer 18.01.1935
Generalmajor 01.04.1938 Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse 02.10.1936
Generalleutnant 01.04.1940 Deutsches Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse ???
General der Infanterie 19.07.1940 Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 ???
General der Gebirgstruppe ??? Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange Prager Burg ???
Generaloberst 01.06.1942 Eisernes Kreuz II. Klasse 24.09.1939
Eisernes Kreuz I. Klasse 15.04.1940
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 09.05.1940
Nennung im Wehrmachtbericht am 10. Juni 1940 10.06.1940
1. Eichenlaub zum Ritterkreuz 19.07.1940
Zerstörer-Kriegsabzeichen 05.11.1940
Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten 05.01.1941
Ärmelschild Narvik 21.03.1941
Orden der Weißen Rose von Finnland, Großkreuz mit Schwertern und Bruststern 09.11.1941
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 ???
Freiheitskreuz I. Klasse mit Stern, Eichenlaub und Schwertern und Bruststern 20.01.1944
Verwundetenabzeichen in Gold ???
Freiheitskreuz, Großkreuz mit Schwertern ???
1 Schwert des japanischen nationalen Verbandes Shochoku Seishin Shinkokai 18.06.1943
72. Schwerter zum Ritterkreuz 01.07.1944 p.m.
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP ???

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