Ritterkreuzträger
Hans Ender
Hauptmann, Grenadiere






Hans Ender wurde am 06.08.1910 in
Langenfeld/Kreis Meiningen im Herzogtum Sachsen-Meiningen geboren und trat am
01.10.1927 dem Ausbildungs-Bataillon des Infanterie-Regiments 15 in
Marburg/Lahn bei und kommt nach seiner Grundausbildung am 01.04.1928 als
MG-Schütze zur 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 15 nach Eisenach.
Mit Versetzung als Gruppenführer beim Lehrkommando für Unteroffizier-Anwärter
beim Infanterie-Regiment 15 in Kassel am 01.10.1931 geht auch die Beförderung
zum Gefreiten einher. Mit der daraus resultierenden Beförderung zum
Unteroffizier wird er am 01.07.1932 Bataillons-Ia-Schreiber bzw.
Gefechtsschreiber und Gruppenführer im Stab des II. Bataillons seines
Regiments in Eisenach.
Am 15.09.1934 wird er als Bataillons-Ia-Schreiber und Meldestaffel-Führer in
den Stab des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 55 versetzt. In dieser
Zeit wird er am 01.10.1934 zum Feldwebel befördert und nimmt bei
Offiziers-Planspielen des II. Bataillons in Würzburg teil und wird am
01.08.1938 als Bataillons-Ia-Schreiber und Meldestaffel-Führer zum II.
Bataillon des Infanterie-Regiments 170 versetzt, mit dem er am Polenfeldzug
teilnimmt.
Hier wird er am 01.10.1939 Zugführer in der 6. Kompanie und erhält am
24.11.1939 die Beförderung zum Leutnant und Oberleutnant der Reserve. Ende
1939 wird er zu einem Lehrgang für Kompanie-Führer zur 173.
Infanterie-Division kommandiert und erhält am 26.01.1940 das Kommando über die
5. Kompanie seines bisherigen Regiments. Mit dieser Kompanie nimmt er am
Frankreich-Feldzug unter anderem über die Aisne und über Rethel teil, bis er
am 31.08.1940 verwundet wird.
Nach seiner Heilung wird er Chef der 3. Kompanie des
Infanterie-Ersatz-Bataillons 55, von wo aus er am 01.05.1941 zum Chef der
Stabs-Kompanie des Infanterie-Regiments 206, der 99. Leichten
Infanterie-Division, ernannt wird. Mit dieser Kompanie nimmt er am
Russland-Feldzug im Mittelabschnitt teil und wird am 01.07.1941 Chef der 13.
Kompanie des Regiments das im November in ein Gebirgs-Jäger-Regiment 206
umgegliedert wird.
Hier wird er am 18.01.1942 zum Hauptmann der Reserve befördert und am
30.09.1942 verwundet. Am 28.09.1942 erfolgte seine Übernahme ins aktive
Offizierskorps.
Am 01.10.1942 wird er Stabs-Offizier für Infanterie (StoInf) beim
Festungs-Pionier-Stab 13 und arbeitet im Südostraum, nachdem er zunächst einen
Lehrgang für StoInf an der Festungs-Pionier-Schule in Berlin absolvierte.
Am 01.06.1943 wird er StoInf beim Festungs-Pionier-Stab 29 auf Kreta und
später an der Dalmatinischen Küste.
Er absolviert vom 01.07.1944 bis zum 31.08.1944 einen
Bataillons-Führer-Lehrgang in Döberitz und wird am 01.09.1944 in die
Führer-Reserve versetzt.
Am 09.09.1944 an die Ostfront als Führer der Stabskompanie des
Luftwaffen-Festungs-Bataillons X zurückgekehrt, wird er am 01.10.1944
Führer des II. Bataillons des Grenadier-Regiments 545, der 389.
Infanterie-Division, in Kurland, Westpreußen und Danzig.
Während der Kämpfe in der Tucheler Heide kam dem Bataillon Enders die Aufgabe
zu, das Ziel der gegnerischen Angriffe - Danzig und damit den deutschen
Nachschub und die Evakuierung der Zivilbevölkerung - zu sichern. dabei
konzentrierte sich das Bataillon auf den Abschnitt Frankenhagen, 10 km
nordwestlich Tuchel.
Am 10.02.1945 griff der Gegner nach schwerem Vorbereitungsfeuer mit
Panzerunterstützung die Flanke des Bataillons an. An der Spitze der Reserven
des Bataillons stürmte Hauptmann Ender dem mittlerweile eingebrochenen Gegner
entgegen und vernichtete in harten Nahkämpfen 15 Panzer, 5 Sturmgeschütze und
4 Pak 7,62-cm, zum Teil mittels Panzerfäusten. So konnte die Front mit den
letzten Kräften gehalten werden. Eigene Artillerie konnte aufgrund der Gefahr
für eigene Truppen nicht eingesetzt werden.
Für diesen Abwehrerfolg erhielt der Hauptmann und Führer des II. Bataillons
des Grenadier-Regiments 545, der 389. Infanterie-Division, am 05.04.1945 das
Ritterkreuz.
Ende März 1945 wurde er jedoch bei den Kämpfen verwundet und auf das
Lazarettschiff "MONTE ROSA" nach Kopenhagen verschifft, wo er am
05.04.1945 eintrifft. Von hier trifft er am 21.05.1945 im Reserve-Lazarett
Wilster in Holstein ein und wird hier am 22.07.1945 entlassen.
Am 02.11.1956 tritt er als Hauptmann und IIIc-Hilfssachbearbeiters
(Hilfsreferent) der Personal-Abteilung BMVtg in Bonn der Bundeswehr bei, kommt
am 01.06.1957 als VM-Trupp-Sachbearbeiter und Referent für Verkehrsführung
beim WBK IV nach Mainz.
Am 16.04.1958 wird er Dezernent der 1. Abteilung für Transportwesen im
Kommando-Stab des WBK IV in Mainz und am 01.01.1959 Dezernent der 2. Abteilung
für Transportwesen, wo er am 01.03.1960 zum Major der Reserve befördert wird.
Am 30.09.1964 scheidet er aus dem Dienst aus. Am 14.11.1967 erfolgte die
Beförderung zum Oberstleutnant der Reserve und die Umwandlung zum
Oberstleutnant a.D. im Januar 1970.
Hans Ender starb am 11.01.1993 in Würzburg/Bayern.